Backhaus: ASP darf nicht vom Radar des Bundes verschwinden

Nr.245/2021  | 31.08.2021  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Die Afrikanische Schweinepest stellt zwar keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben dar, hat aber das Potential eine ganze Branche in die Knie zu zwingen und Milliardenschäden für unsere Volkswirtschaft zu verursachen.“ – Mit diesen Worten appellierte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus im Vorfeld der Sonder-Agrarministerkonferenz, die morgen als Videokonferenz zwischen den Agrarchefs der Länder und des Bundes stattfindet, an Bundesagrarministerin Julia Klöckner, vorbeugende Maßnahmen in Bezug auf die weitere Verbreitung der Tierseuche ernster zu nehmen und die betroffenen Bundesländer bei der Umsetzung dieser Maßnahmen finanziell zu unterstützen.

Insgesamt hat das Land MV bislang rund 10 Millionen Euro für Präventivmaßnahmen im Bereich Forst und Jagd aufgewendet, informierte Backhaus. Dies sei notwendig, da ein Seuchenausbruch dem Land noch viel teurer zu stehen kommen würde. Allein für Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 717.000 Hausschweinen von circa 2.700 Haltern sei mit einem Schaden von fast einer Milliarde Euro pro Jahr für Handelsausfälle, Tierverluste und Entschädigungszahlungen zu rechnen. Durch die Corona-Pandemie und das Auftreten der ASP im Herbst letzten Jahres seien die Erlösmöglichkeiten in der Schweinemast schon im vergangenen Jahr sehr stark gesunken. Auch 2021 bewege sich die Schweinemast weiterhin im Verlustbereich. „Wenn wir die ASP nicht in den Griff bekommen, wird es über kurz oder lang kaum noch Schweinehaltung in Deutschland geben“, konstatierte er.

Zwar stünden andere Themen, wie die Corona-Pandemie oder die schlimme Hochwasserkatastrophe in Teilen Deutschlands derzeit im Fokus, die ASP dürfe aber nicht vom Radar des Bundes verschwinden, sagte Backhaus weiter. „Jeder Euro, den wir jetzt in die Eindämmung dieser Seuche investieren, wird sich tausendfach auszahlen – und zwar für uns alle!“, betonte er. Aus diesem Grund habe Mecklenburg-Vorpommern auf die Einberufung einer Sonder-Agrarministerkonferenz gedrungen und gemeinsam mit Brandenburg und Sachsen einen entsprechenden Beschlussvorschlag erarbeitet.

„Wir wollen erreichen, dass die ASP endlich als ein ernsthaftes nationales Problem wahrgenommen wird. Dazu sind wir auf die Solidarität aller Länder angewiesen und erwarten, dass sich der Bund seiner Verantwortung stellt“, unterstrich Backhaus.

Derzeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern noch keine Anhaltspunkte auf die ASP, jedoch ist die Seuche nach den ASP-Nachweisen im Landkreis Uckermark nur noch 28 Kilometer von der Landesgrenze entfernt. Auch in Polen rückt die Seuche weiter gen Westen vor und ist nur noch rund 30 Kilometer von MV entfernt.