Backhaus: Nationale Naturlandschaften sind eine Arche für die Artenvielfalt

Nr.165/2020  | 21.08.2020  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Am Samstag hat Umweltminister Dr. Till Backhaus in Waren das Kunstwerk Glasarche offiziell im Müritz-Nationalpark begrüßt. Am 17. August war sie auf dem Vorplatz des Müritzeums aufgestellt worden. „Dieses Kunstwerk soll uns an die Zerbrechlichkeit der Natur und unsere Verantwortung ihr gegenüber erinnern“, sagte Backhaus. Gleich der Arche seien die Nationalen Natur­landschaften des Landes ein sicherer Platz für das Überleben und den Schutz der Artenvielfalt der Natur.

Das Kunstwerk besteht aus einem fünf Meter langen gläsernen Kahn, der in einer fünf Meter großen Hand aus Eichenholz ruht. „Wir haben es sinnbildlich in der Hand, die Arche trotz ihrer Zerbrechlichkeit zu bewahren. Oder macht uns das Kunstwerk darauf aufmerksam, dass uns die Natur aus der Hand zu gleiten droht?“, forderte der Minister auf, das Kunstwerk genauer zu betrachten. Er sei sich sicher, dass die Glasarche in den kommenden Wochen deutlich mehr Besucher in den Müritz-National­park locken wird.

Die Glasarche 3 ist ein Projekt des Landschaftspflege­vereins Mittleres Elstertal (Sachsen-Anhalt). Anlässlich des 30. Jahrestages der Gründung der meisten Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks in Ostdeutschland reist das Kunstensemble durch Mecklenburg-Vorpommern. Ab dem 12. Mai war sie zunächst im Nationalpark Vorpommersche Boddenland­schaft am Hafen Born a. Darß. Am 30. Juni wechselte sie nach Boizenburg ins UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV und nun nach Waren in den Müritz-Nationalpark, bevor sie am 5. Oktober das Land wieder verlässt.

Weitere Informationen zum Kunstprojekt:
www.glasarche-3.de

 

HINTERGRUND:
Am 12. September 1990 beschloss die damalige DDR-Regierung das Nationalparkprogramm. In den Kernzonen großflächiger Schutzgebiete sollte die Natur sich selbst überlassen werden.
Am 1. Oktober 1990 trat die entsprechende Verordnung in Kraft. Damit wurde das rechtliche Fundament für die heutigen Nationalparks und  Biosphärenreservate in Mecklenburg-Vorpommern gelegt.

Bereits im Oktober 1990 übernahm das Land Mecklen­burg-Vorpommern fünf der insgesamt 14 Großschutz­gebiete dieses Nationalparkprogramms, darunter drei von insgesamt fünf Nationalparks. Heute bilden diese Nationalparks zusammen mit drei Biosphärenreservaten und sieben Naturparks die Nationalen Naturlandschaften (NNL) unseres Landes.
Sie nehmen mit insgesamt 545.700 Hektar fast 18 Prozent der Landesfläche ein.

Es folgten weitere wichtige Etappenziele wie im Jahr 2011 die Anerkennung der Serrahner und der Jasmunder Buchenwälder als Teil des UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und alte Buchenwälder Deutschlands“ und im Jahr 2016 die Ausweisung der Ivenacker Eichen als erstes Nationales Naturmonument in Deutschland.