Buhnenbau in M-V
Küstenschutz durch Buhnenbau - Probleme bei der Verwendung einheimischer und tropischer Hölzer
Bedeutung der Buhnen im Sturmflutschutzsystem Mecklenburg-Vorpommerns
Das klassische Sturmflutschutzsystem an der Ostsee besteht in der Regel aus Buhnen - sandreichem Strand - Düne -
Küstenschutzwald und Seedeich.
Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden erstmals Buhnen in Mecklenburg-Vorpommern gebaut. Als wand- oder dammartige
Bauwerke quer zur Uferlinie führen sie zur seewärtigen Verlagerung der uferparallelen Brandungsströmung. Innerhalb der
strömungsberuhigten Buhnenfelder kann es daher zur Akkumulation von Sand und damit zur Abnahme der Wassertiefe kommen.
Den Wellen wird dadurch bereits vor Erreichen des Strandes und der Düne der Großteil ihrer Kraft genommen. Dies führt
zur Stabilisierung oder sogar seewärtigen Verlagerung der Uferlinie und zur Verbesserung der Funktionstüchtigkeit der
vor Sturmflut und Küstenliniendurchbruch schützenden Dünen. An der Küste unseres Landes haben sich einreihige
Holzpfahlbuhnen besonders bewährt. Die einzelnen Buhnen reichen 40 bis 80 m in See. Die Lebensdauer kann unter normalen
Bedingungen erfahrungsgemäß mit 40 bis 60 Jahren angesetzt werden.
Die Küste von Mecklenburg-Vorpommern
Die Küste ist eine sich durch vielfältige küstengestaltende Prozesse ständig verändernde Übergangszone zwischen Land und Meer. Marine Kräfte, wie Strömung, Seegang und Brandung, wirken permanent auf die Küste ein und formen ihr Erscheinungsbild fortwährend aufs Neue. Neben den sichtbaren Veränderungen können auch äußerst langsam ablaufende, oft kaum wahrnehmbare Prozesse, wie allmähliche Änderungen des Meeresspiegels oder Landhebungen/-senkungen, das Gesicht einer Küste auf lange Sicht gravierend verändern. Die Küste ist somit kein starres Gebilde, sondern durch einen dynamischen Charakter geprägt.
Graal-Müritz Tourismus & Küstenschutz
Das Seeheilbad Graal-Müritz, gelegen in der Rostocker Heide, einem Wald- und Heidegebiet östlich von Rostock, erstreckt sich auf einer Länge von etwa 4 km direkt an der Ostseeküste. Die anfänglich von Fischfang und Kleinlandwirtschaft lebende Region erfuhr im ausgehenden 19. Jahrhundert einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung: die bioklimatischen Vorzüge von Wald, Moor und Ostsee lockten zunehmend Kur- und Badegäste in die Gegend, so dass im Jahr 1880 das erste Hotel des Ortes eröffnete. Mit dem wachsenden Badeverkehr Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Graal-Müritz zu einem beliebten Ziel vieler Reisender und Erholungssuchender. Schon Persönlichkeiten wie Franz Kafka, Erich Kästner oder Lyonel Feininger wussten Graal-Müritz als Ort der Entspannung und Erholung zu schätzen. Innerhalb kurzer Zeit hatte sich Graal-Müritz als weithin bekanntes Seebad an der deutschen Ostseeküste etabliert. Das seit 1960 staatlich anerkannte Seeheilbad hat sich mit seinen Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen sowie zahlreichen Hotels und Pensionen bis heute auf die Gesundheits- und Tourismusbranche spezialisiert und ist einer der Fremdenverkehrsschwerpunkte in Mecklenburg-Vorpommern. Entscheidend für den Ort ist dabei der Erhalt der Nutzbarkeit und Erlebbarkeit des Küstenstreifens, aber auch der Schutz der Ortschaft vor den von der Ostsee ausgehenden Gefahren.
Hochwasser-Aktionsplan Haubach-Wallbach-Einzugsgebiet
Hochwasserschutz im Zeichen der Klimaänderung
„Das Unwettertief ‚Quirinus’ hat in der Nacht vom 22. zum 23. August 2007 erheblichen Schaden angerichtet.
104 Liter Wasser je Quadratmeter fallen binnen vier Stunden vom Himmel. Die Menge überfordert die Gräben völlig. Der Rückstau überflutet drei Häuser in Willershagen, rund zwei Dutzend in Blankenhagen, und fünf in Behnkenhagen. Der Wallbach, der durch Willershagen und Blankenhagen fließt, ist normalerweise gerade einmal zwei Meter breit. Bei der Flut schwillt er auf zehn Meter an. Straßen werden unterspült, Laternen kippen um, eine Brücke droht einzustürzen…“
Hochwasserrisikomanagementrichtlinie
Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) ist die zentrale Bearbeitungs- und Koordinierungsstelle für die fachliche Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie in Mecklenburg-Vorpommern.
Hochwasserschutz

Hafeneinfahrt Dömitz; Foto: Nordmeyer
Bäche und Flüsse fließen unter normalen Bedingungen in ihren Betten. Nach kräftigen und lang anhaltenden Niederschlägen und/oder einer starken Schneeschmelze treten sie aber manchmal auch über die Ufer und überschwemmen ihr Umland. Der Bach oder Fluss führt Hochwasser!
Als Hochwasserschutz werden Baumaßnahmen bezeichnet, die die von Hochwasser ausgehenden Gefahren in den überschwemmungsgefährdeten Gebieten mindern.
HoRisk - Hochwasserrisikomanagement für den Küstenraum
HoRisk ist ein vom Kuratorium für Forschung im Küsteningenieurwesen (KFKI) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt und läuft von November 2009 bis April 2013. Das StALU MM vertritt das Land Mecklenburg-Vorpommern als projektbegleitender Praxispartner der Universität Rostock / Fachbereich Küstenwasserbau. Hintergrund dieses Projektes ist die "Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken", die von der Europäischen Union am 23. Oktober 2008 verabschiedet wurde. Ziel dieser Richtlinie ist es, die Gefahren, die Hochwasser auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das kulturelle Erbe und die wirtschaftliche Tätigkeiten ausübt, zu verringern und das Management im Umgang mit den Hochwassergefahren zu verbessern.
Küstenschutz

Strandaufspülung bei Markgrafenheide; Foto: J. Dudek
Die Küste als Übergangsbereich von Land und Meer ist ein wichtiger Siedlungs- und Wirtschaftsraum, der aber den vom
Meer ausgehenden Gefährdungen ausgesetzt ist. 1.050 Quadratkilometer der Küstenregion Mecklenburg-Vorpommerns können
bei Sturmfluten überflutet werden und 265 Kilometer unserer Ostseeküste befinden sich im natürlichen Rückgang.
Die dauerhafte Nutzung der Küste ist daher nur möglich, wenn die vom Meer ausgehenden Gefährdungen minimiert werden.
Dies ist Aufgabe des Küstenschutzes. Gegen die Überflutungsgefahr werden z.B. Dünen, Deiche und Uferwände gebaut, gegen
den Küstenrückgang kommen u.a. Sandvorspülungen, Buhnen, Wellenbrecher und Ufermauern zum Einsatz.
Küstenschutz im Ostseeheilbad Graal-Müritz
Wie wird die Küste von Graal-Müritz geschützt?
Der Küstenstreifen von Graal-Müritz wird durch die permanenten Angriffe des Meeres regelmäßig geschwächt, so dass dauerhaft Küstenschutzmaßnahmen erforderlich sind. Sie sollen den Ort und das Hinterland vor Überschwemmungen sowie vor Küstenrückgang schützen. Diese Aufgaben übernimmt ein komplexes System aus Kü stenschutzbauwerken, bestehend aus Buhnen, Schorre, Strand, Küstenschutzdüne, Geotextilwall und Deich.
Küstenschutz in Mecklenburg-Vorpommern
Die Küste von M-V und die Notwendigkeit ihres SchutzesZu den prägenden Besonderheiten von Mecklenburg-Vorpommern gehört die 1.945 lange Küste. Die vielfältigen Übergänge zwischen Land und Meer, zwischen Flach- und Steilküste machen den einzigartigen Reiz dieser Landschaft aus. Die heutigen Küstenformen sind Ergebnis des Jahrhunderte andauernden Kräftewirkens von Wind, Seegang, Strömung, von Änderungen des Meeresspiegelniveaus und auch von Landhebungen und -senkungen. Der Bereich zwischen Land und Meer unterliegt angesichts dieser Prozesse einer ständigen Veränderung. Dies sind insbesondere permanent ablaufende Ausgleichsprozesse, bei denen Material vom Ufer abgetragen und an anderer Stelle wieder angelagert wird. Die Dynamik, also die ständige Veränderung, ist das charakteristische Merkmal unserer Küste – so war es bereits früher und so wird es auch in der Zukunft bleiben.
Sturmfluten an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern
Sturmfluten sind unregelmäßig auftretende Naturereignisse, bei denen der Wasserstand kurzzeitig auf Extremwerte anwächst und in Verbindung mit starkem Seegang zu erheblichen Zerstörungen und Landverlusten führen kann. Durch die Besiedlung überflutungs und abbruchgefährdeter Küstenbereiche geht von Sturmfluten eine besondere Gefährdung für die Küstenbewohner und ihre Schutzgüter aus. Die Bewertung der Sturmflutgefährdung erfordert daher grundlegende Kenntnisse über das Zustandekommen und den Verlauf von Sturmfluten.
Sturmflutschutz auf dem Fischland
Fertigstellung des erneuerten Buhnensystems „Dierhagen – Wustrow“
Das Land Mecklenburg-Vorpommern schließt im Jahr 2009 die Erneuerung des Buhnensystems im Küstenabschnitt Dierhagen/ Wustrow ab. Geplant sind 14 Buhnen nordöstlich der Wellenbrecher von Wustrow, die damit den Abschluss des Buhnensystems und auch des Küstenschutzsystems in diesem Bereich bilden.
Ziel der Maßnahme ist es, den Sturmflutschutz für die Ortslage Wustrow so auszubauen, dass es möglich ist, eine sehr schwere Sturmflut mit dem Bemessungshochwasserstand abzuwehren und zu kehren. (Für die Außenküste Wustrows wurde ein BHW von + 2,90 m NHN errechnet).
Die 1984/85 errichteten Altbuhnen weisen inzwischen einen starken Verwitterungsgrad auf. Durch Befall der Seeteile mit der Bohrmuschel „Teredo navalis“ kam es zu zusätzlichen Totalverlusten von Buhnenpfählen. Somit geht von diesem maroden Buhnensystem derzeit eine Gefahr aus, da es nicht mehr möglich ist, den Sedimenthaushalt im ufernahen Bereich stabil zu halten. Dies ist aber dringend notwendig, weil durch die Anlagerung von Sanden die Flanken der Wellenbrecher und damit das Steilufer Wustrow selbst geschützt werden sollen. Nur durch die Ausbildung einer stabilen Bucht zwischen den beiden Wellenbrechersystemen Wustrow und Ahrenshoop kann der Rückgang des Fischlandhochufers langfristig aufgehalten werden.
Sturmflutschutz Greifswald
Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über das Vorhaben Sturmflutschutz Greifswald inklusive dem
Sperrwerk in Wieck.
Sturmflutschutzsystem Warnemünde
Gefährdungspotential
Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es in unregelmäßigen Abständen Sturmfluten, denen die vorhandenen Küstenschutzeinrichtungen in Warnemünde, wie zum Beispiel die Ufermauer am Alten Strom, nicht immer gewachsen waren.
Die Gefahr einer Überflutung besteht für Warnemünde sowohl von der Außenküste als auch von der Binnenküste durch die mit der Ostsee korrespondierenden Wasserstände der Warnow. Dabei gelangt das Wasser vor allem über den Laakkanal und die Straßen und Grundstücke am südlichen Alten Strom in das Ortszentrum und verteilt sich aufgrund der geringen Geländehöhen flächendeckend. Die Einstauhöhen betragen Am Markt bis 1,00 Meter, in der Mühlenstraße bis 1,10 Meter, in der Parkstraße und Am Strom bis 1,30 Meter, in der Gartenstraße sogar bis 2,30 Meter.
Sturmflutschutz und Renaturierung Ostzingst