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Umweltinformationssystem Mecklenburg-Vorpommern




Geologie (75 Informationen von 3 Anbietern)

Bergbau (10)

Altbergbau

Als Altbergbau bezeichnet werden sämtliche über- und untertägigen bergbaulichen Aktivitäten der Vergangenheit, die mit der Aufsuchung und Gewinnung von Bodenschätzen einhergingen (Tiefbau, Tagebau, Bohrlöcher, Halden). 

Anbieter: Bergamt Stralsund

Braunkohlenbergbau

Eine Gewinnung von Braunkohle erfolgte in den Jahren 1817 bis 1960 (mit Unterbrechungen) im sogenannten Mineraldistrikt von Südwest-Mecklenburg auf dem Wanzeberg nahe der Ortschaften Malliß und Conow.

Anbieter: Bergamt Stralsund

Der Rekultivierungspreis für ehemalige bergbaulich genutzte Flächen in Mecklenburg-Vorpommern

Logo Rekultivierungspreis M-VMit der Verleihung des Rekultivierungspreises werden Bergbau-Unternehmen ausgezeichnet, die in besonderem Maße die Belange des Umwelt- und Naturschutzes bei der bergrechtlich vorgeschriebenen Wiedernutzbarmachung ehemaliger Tagebaue berücksichtigt haben. Dabei stehen die Effekte der durchgeführten Rekultivierungs- bzw. Renaturierungsmaßnahmen auf Natur und Umwelt im Vordergrund. Im Sommer 2011 hatten Vertreter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG MV), des Bergamtes Stralsund, des Unternehmerverbandes Mineralische Baustoffe (UVMB) und der IHK Schwerin die eingereichten Bewerbungsunterlagen gesichtet und ausgewählte Rekultivierungsprojekte vor Ort begutachtet.

Im Jahr 2012 gab es in Mecklenburg-Vorpommern 185 Betriebe im Steine- und Erden-Bergbau. Mit einer Gesamtförderung von 14 Millionen Tonnen oberflächennaher Bodenschätze im Jahr 2012 leisteten sie einen nicht unerheblichen Beitrag zur Versorgung des Landes M-V sowie benachbarter Regionen mit heimischen Rohstoffen. Nach Angaben des Bergamtes in Stralsund wurden 2012 insgesamt 68 Hektar ehemaliger Abbauflächen rekultiviert. Viele Alttagebaue sind heute wertvolle Landschaftsbestandteile, die dem Naturschutz oder der Naherholung dienen. Seit 1991 wurden bis 2012 insgesamt rund 2.221 Hektar ehemals bergbaulich genutzter Flächen in neue Nutzungsformen übergeführt oder renaturiert. Sie zeigen, dass der Abbau von Kies und anderen mineralischen Rohstoffen in Tagebauen nur temporäre Eingriffe in den Naturhaushalt sind und ausgeglichen werden können. Renaturierte Abbaustätten stellen immer häufiger wichtige Biotope und lokale Refugien seltener Flora und Fauna dar. Wie schon im Jahre 2010 übergab der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Till Backhaus, den Rekultivierungspreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern für hervorragende Nachfolgenutzungen von ehemaligen Bergbauobjekten an die Preisträger 2012 und 2013.

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Spezialinformationen der Dezernate im GD

Zu den wichtigsten Aufgaben des GD gehören die Aufbereitung und Archivierung geowissenschaftlicher Daten, die Führung von Landesbohrdatenspeicher und anderen Fachinformationssystemen, von Bohrkern- und Probenlager sowie der Bodenprobenbank.

Kiessandtagebau Mankmoos

Rekultivierungspreisträger 2012

HTV Kiesverwertung Warin GmbH & Co. KG für die Konzeption und beispielhafte Durchführung des Renaturierungsvorhabens Kiessandtagebau Mankmoos

Der von Fr. Dr. E. Schreiber erstellte Bericht zum Renaturierungsvorhaben ist eine der wenigen Langzeituntersuchungen, die über mehrere Jahre hinweg die Entwicklung solcher Areale wissenschaftlich darstellt. Auf Grund solcher Erfahrungen können weiterführende Strategien für ein Langzeitmanagement auf anthropogen geschaffenen Biotopen entwickelt werden. Es ist vorgesehen, die wissenschaftliche Begleitung des eingeleiteten Entwicklungsprozesses fortzusetzen. Einer Auskiesung wird erst stattgegeben, wenn in den Folgejahren der Nachweis erbracht ist, dass sich die neuen basiphilen Magerrasenbiotope dauerhaft etablieren lassen. Nach einem in der Zukunft erfolgendem Abbau soll das Diasporenmaterial von der jetzigen Ansiedlungsfläche für die Wiederansiedlung in den ausgekiesten  Bereichen genutzt werden.

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Kiessandtagebau Zirkow

Heidelberger Sand und Kies GmbH für die umfangreiche Renaturierung des ehemaligen Kiessandtagebaus Zirkow/Südost (Rügen).

Im Rahmen der Rekultivierung wurden weite, flache und vegetationsfreie Uferbereiche geschaffen, die als wichtige Refugien vieler Amphibien- und Vogelarten dienen.

Adresse:

Heidelberger Sand und Kies GmbH
Putbuser Str. 19
18528 Zirkow

Telefon: 038393/132-0

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Kieswerk Wusseken

Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2012

Kieswerk Wusseken GmbH und die Peene Kies GmbH Jarmen für eine umweltbewusste Renaturierung im Tagebau Wusseken (Landkreis Vorpommern/Greifswald).

Adresse:

Kieswerk Wusseken GmbH
c/o Peene Kies GmbH
Müssentin 20
17126 Jarmen

Kieswerk Wusseken GmbH
Wusseken 38
17392 Sarnow

Telefon: 039722/20243

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Kreidetagebaufeld Wittenfelde

Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2013

Kreidewerk Rügen GmbH für die beispielhafte Renaturierung des ehemaligen Kreidetagebaufeldes Wittenfelde.

Im Rahmen der Auflassung füllte sich in den letzten Jahren die ehemalige Abbaugrube mit Regenwasser. Dadurch wurden an den ehemaligen Bermen unterschiedlich tiefe wassergefüllte Flächen geschaffen. Diese sind hilfreich für das Entstehen versumpfender Bereiche und von Amphibienbiotopen.

Adresse:

Kreidewerk Rügen GmbH
Klementelvitz
18546 Sassnitz

Telefon: 038392/3110

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Nachnutzung ehemaliger Bergbauflächen

Eine zumeist stark unterschätzte Bedeutung haben die im Abbau befindlichen Gruben auch durch ihre Funktion als Einlagerungskapazitäten unbedenklicher Fremdböden, die von unserer Industriegesellschaft in großer Menge „produziert“ werden. Die in Mecklenburg-Vorpommern auch zu Rekultivierungszwecken angewandte Verfüllungspraxis wird vom Bergamt Stralsund geprüft und erfolgt nach den Maßgaben des Bergrechts bzw. anderen relevanten Rechtsgebungen zum Schutz von Wasser und Boden (s. BERGAMT STRALSUND 2010). Durch die Energiewende ist aktuell die Nachnutzung ehemaliger Bergbauflächen mit Solaranlagen
sehr gefragt. Zunehmende Restriktionen durch konkurrierende Nutzungen und Gesetzgebungen machen es in zunehmendem Maß schwieriger, bekannte Vorkommen zu nutzbaren Lagerstätten umzuwidmen. So wird es durch die ersatzlose Schließung lokaler Gewinnungsstellen in Zukunft immer häufiger dazu kommen, dass die Transportwege zwischen Produzent und Verbraucher immer länger werden. Dabei sollte auch die vernunftsorientierte Energieeinsparung kurzer Transportwege bei Massenbaustoffen bei der Abwägung einer Gewinnungsgenehmigung eine größere Wichtung eingeräumt werden.

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Publikation "Oberflächennahe Rohstoffgewinnung und Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen in Mecklenburg-Vorpommern"

Im Juli 2013 wurde die Broschüre "Oberflächennahe Rohstoffgewinnung und Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen in Mecklenburg-Vorpommern" in der LUNG-Schriftenreihe des LUNG MV veröffentlicht.
Die Publikation wurde auf Anregung und aktiver Mitarbeit des Arbeitskreises Rohstoffsicherung erstellt.
Das vorliegende Heft Nr. 1/2013 umfasst u.a. Themen zum Rohstoffpotenzial von Steine-Erden-Rohstoffen, Rohstoffsicherung, Nutzung von Ostseesanden für den Küstenschutz, Renaturierungsprojekten, Naturschutz und Umweltbildung.
Bei der Nachfolgenutzung von ehemaligen Bergbauobjekten werden bei der bergrechtlich vorgeschriebenen Wiedernutzbarmachung zumeist die Belange des Umwelt- und Naturschutzes besonders berücksichtigt. Dabei stehen die positiven Effekte der durchgeführten Rekultivierungs- bzw. Renaturierungsmaßnahmen auf Natur und Umwelt im Vordergrund.
Mit der vorliegenden sollen Kenntnisse vermittelt, Verständnis befördert und Vorbehalte abgebaut sowie eine konstruktive Kommunikation angeregt werden.

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Georisiken (6)

Informationen zur Erdbebengefährdung in M-V

Norddeutschland gehört zu den Gebieten Deutschlands mit geringer Erdbebentätigkeit. Schadensbeben sind auch aus historischer Zeit nicht bekannt. Daher ist die Region nicht als gefährdete Erdbebenzone klassifiziert. In Mecklenburg-Vorpommern treten natürliche Erdbeben äußerst selten auf und seismische Ereignisse aus benachbarten Regionen wurden bisher kaum verspürt.

Gashochdruckleitungen

Hier erfahren Sie mehr zu den Projekten Ostsee-Pipeline (Nord-Stream), Erdgas-Pipeline NORDAL, Norddeutsche Erdgasleitung (NEL)und die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL).

Anbieter: Bergamt Stralsund

Informationen zu Geogefahren in Mecklenburg-Vorpommern

Fachlich fundierte Informationen über Ursachen und Auswirkungen der Küstenerosion und des Küstenrückgangs tragen dazu bei, Gefahren durch geologische Massenbewegungen aufzuzeigen und davor zu warnen.

Infotafel Hohes Ufer (Fischland)

Informationen über Ursachen und Auswirkungen der Küstenerosion und des Küstenrückgangs 

Der Geologische Dienst hat im Jahre 2012 im Rahmen seiner Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit der Erarbeitung von geologischen Hinweistafeln begonnen, die über den geologischen Bau der Steilküste und mögliche Küstenveränderungen sowie damit verbundene Risiken informieren.

themenbasiertes Bild

Geologie der Kreideküste

Die Kreideküste im Nationalpark Jasmund ist der größte und bedeutendste geologische Aufschluss Norddeutschlands. Denn sie stellt einen Schnitt durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte dar und besteht keineswegs nur aus Kreide, sondern auch aus Sand, Lehm, Mergel, Findlingen, und die chaotisch anmutende Schichtung zeugt von längst vergangenen, gewaltigen Ereignissen. Heute sorgen kleine und große Uferabbrüche immer wieder für Aufsehen. Diese Küste gibt Einblick in die jüngere Erdgeschichte, vor allem darüber, wie die Insel Rügen entstanden ist.

Abbruch Kieler Bach

Hinweise zu Kliffabbrüchen und Rutschungen an den Steilküsten Rügens!

Die Insel Rügen besitzt eine über 570 km lange, sehr attraktive Küste, deren Gestalt sich aufgrund von Witterungs- und Meereseinflüssen ständig verändert.

Geotourismus (30)

Binnendünen

Offene Binnendünen treten in Heidegebieten als vegetationsarme bis vegetationsfreie, aus Fein- bis Mittelsanden bestehende Höhenzüge auf und sind auch als Biotop gesetzlich geschützt. Die nahezu vegetationsfreien Binnendünen sind im Binnenland der einzige Geotoptyp, an dem gegenwärtig Umlagerungen durch Wind ohne anthropogene Beeinflussung stattfinden.

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Blockpackungen

Blockpackungen stellen natürliche Anreicherungen größerer Geschiebe am Rand des Inlandeises dar. In Mecklenburg-Vorpommern sind noch 13 Vorkommen erhalten und gesetzlich geschützt: drei nahe von Feldberg, je eine bei den Ortschaften Dutzow, Zarrentin, Mankmoos, Marienhof bei Krakow a.S., Langhagen, Blücherhof, Lalendorf, Kargow, Freidorf und Saßnitz.

Die Entfernung von Blöcken und Steinen ist untersagt. Findlinge aus Sedimentgesteinen (Kalke, Sandsteine, Quarzite) über 1 m Länge sind generell geschützt.

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Bohrkernarchiv

Das Bohrkernarchiv ist das geologische Gedächtnis des Landes. Seine Erdgeschichte ist nahezu lückenlos durch Kerne belegt. 

Zahlen und Fakten

Im Bohrkernarchiv lagern gekernte Abschnitte der tiefen und supertiefen Bohrungen des Landes. Insgesamt werden etwa 66.000 Bohrmeter von ~350 Bohrungen aufbewahrt. Von den ältesten Kernbohrungen (Kali) ab 1879 sind nur einzelne Kerne vorhanden. Umfassendes Material liegt von den Erkundungsbohrungen auf Erdöl/Erdgas und für die Geothermische Nutzung des Untergrundes vor. Auch zahlreiche Kartierungsbohrungen werden aufbewahrt. Die tiefste Gesteinsprobe, ein Vulkanit der Rotliegendzeit, stammt von der Endteufe der 8.008,6 m tiefen Bohrung Mirow 1/74.

Systematik der Aufbewahrung

Die einzelnen Kernkisten sind am Kopf im allgemeinen mit altem abgekürzten Bohrungsnamen, -nummer und Jahr, mit Kistennummer und Kernmarsch von ... bis beschriftet. Unterschiedlich farbige Schilder stehen für verschiedenen Aufgaben der Bohrungen. 

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Der Geologische Führer für den Geopark

Die Geotourismuskarte gibt einen Überblick zur Geologie im Geopark, kann die landschaftsprägenden Prozesse aber leider nicht im Detail erläutern. Zwar offenbart sich an vielen Stellen der Aufbau der norddeutschen Jungmoränenlandschaft wie im Lehrbuch, aber man muss auch lernen die Charakteristik zu erkennen und zu deuten. Neben der natürlich-geologischen Entwicklung bis in das Weichsel-Spätglazial treten vor allem im Spätholozän zahlreiche anthropogene landschaftsverändernde Einflüsse hinzu, welche in ihrer Gesamtheit zu einer Entwicklung der heutigen Kulturlandschafts führten. Diesem komplexen Landschaftsbild wurde für das so genannte „Stargarder Land“ ein Band aus der Buchreihe „Streifzüge durch die Erdgeschichte“ gewidmet (Börner 2012, Abb. 3). Der Band führt unter anderem in 14 Etappen über einen eiszeitlich geprägte Rundwege, vorbei an Schmelzwasserrinnen und riesigen Findlingen aus dem fernen Skandinavien bis hin zu historischen Stätten der Rohstoffnutzung. Die jeweils Routen führen über größere Touren für sportlich Aktive, als auch zu gemütlichen Tagesausflügen für die ganze Familie.

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Eugen Geinitz

Eugen Geinitz, von 1878 bis 1925 in Rostock tätig, war der Gründer der ersten geologischen Landesanstalt Mecklenburgs und Verfasser von etwa 230 Arbeiten zur Geologie Mecklenburgs.

Mit der Berufung Eugen Geinitz auf den neugegründeten Lehrstuhl für Mineralogie und Geologie an der Universität Rostock setzte die eigentliche geowissenschaftliche Landeserforschung in Mecklenburg-Vorpommern ein.
Die gutachterliche Tätigkeit von Geinitz führte 1889 zur Gründung der „Großherzoglichen Mecklenburgischen Landesanstalt, die räumlich, personell und fiskalisch dem Mineralogischen Institut der Universität Rostock angeschlossen war.
Er war intensiv bemüht, die geologische Kartierung des Landes einzuleiten, was in der Folgezeit jedoch mehrfach an der konservativen Haltung des Landtages scheiterte.
Geinitz dokumentierte die Ergebnisse seiner systematischen Befahrungen des Landes in etwa 230 Arbeiten, behandelte aber nicht nur stratigraphische, regionalgeologische und quartärgeologische Grundsatzthemen in seinen Arbeiten, sondern gab auch Empfehlungen für die Landwirtschaft und den Bergbau vor allem in Südwest-Mecklenburg. In der zweibändigen „Geologie Mecklenburgs (erschienen 1922) hat er sein Lebenswerk zusammengefasst.
Sein wissenschaftlicher Nachlass, das sogenannte Geinitzarchiv, befindet sich heute im Archiv des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow.
An einer seiner Wirkungsstätten, dem Geinitzort am Kliff der Stolteraa westlich Warnemünde, erinnert noch heute der Geinitzstein an ihn.

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Findlinge

Ein Findling stellt einen vom Inlandeis transportierten Gesteinsblock dar. Findlinge aus kristallinem und metamorphem Gestein sind gesetzlich geschützt, wenn sie folgende Mindestgrößen entsprechend der naturbedingten Verteilung erreichen:

Findlinge aus Sedimentgesteinen (Kalke, Sandsteine, Quarzite) über 1 m Länge sind generell geschützt.

Der Schutz von Findlingen schließt deren Umlagerung im Einzelfall nicht aus.

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Fluviatile Bildungen

Trockentäler sind Oberflächenformen, die am Ende einer Vereisung im Vorfeld des Inlandeises entstanden. Infolge der durch Dauerfrost im Boden gehemmten Versickerung schnitt das oberflächlich abfließende Schmelzwasser Erosionskerben ein, die nach dem Auftauen trocken fielen.

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Geologische Landessammlung M-V in Sternberg

Allgemeines

In der Geologischen Landessammlung lagern die Bohrkerne der meisten jemals im Land abgeteuften Bohrungen. Teile der Kerne können zur Auswertung in die Grundlagen- und angewandten Forschung abgegeben werden. Die dabei erzielten Untersuchungsergebnisse werden im Geologischen Dienst gesammelt und für die Landesverwaltung, Lehre, Forschung und Wirtschaft nutzbar gemacht.

Die Bewahrung der Geologischen Landessammlung ist daher unverzichtbar!

Aufbau der Geologischen Landessammlung

Die unterschiedlichen Bestände der Geologischen Landessammlung sind in drei Bereiche untergliedert:

Besuchsmöglichkeiten

Die Sammlungen können am "Tag der Offenen Tür" oder nach Voranmeldung besichtigt werden. Auf Wunsch können neben Führungen auch Vorträge zu verschiedenen Themen gehalten werden oder sind Seminare für Gesteins- bzw. Geschiebebestimmungen möglich.

Themenauswahl:
- Geologische Entwicklung von Mecklenburg-Vorpommern
- Geothermische Ressourcen und andere nutzbare Lagerstätten des Landes
- Minerale, Fossilien und Gesteine

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Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft

Die letzte Eiszeit war in der Region des Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft überall verbreitet. Wer glaziale Landschaften erleben will, ist im Stargarder Land zwischen Neubrandenburg und Feldberg genau richtig! Geologisch gilt sie in Norddeutschland als Modellregion, in welcher der glaziale Formenschatz der Weichselkaltzeit mit Grundmoräne, Endmoränenhügeln und Sanderflächen zu sehen ist. Es heißt: hier ist Naturgeschichte wie im Bilderbuch erlebbar. Die Deutlichkeit und Frische des glazialen Formenschatzes mit Eisvorstoß, Eisstillstand, Eiszerfall und dem Einfluss der jetzigen Warmzeit ist hier gut sichtbar. Die Idee, das geologische Erbe touristisch erlebbar zu machen, entstand im Jahr 2002 mit der Gründung des Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft. Die dazu entwickelte 666 km lange „Eiszeitroute Mecklenburgische Seenlandschaft“ (Abb.1) ist gut beschildert. Das markante Logo des Geoparks erinnert an ein „Spiegelei“ und stilisiert die Grundelemente dieser Landschaft: ein gelber Findling auf einer grünen Insel, die in einem blauen See liegt.

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Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft

Das besondere geologische Naturerbe, die modellhaft ausgebildeten eiszeitlich geprägten Landschaftsformen des östlichen Mecklenburgs, wird mit dem Projekt Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Geotope in M-V

Geotope in M-V

Begriffe, Informationen, Bilder...

Geotope und Geopark

Geotope und Geopark

Mecklenburg-Vorpommern besitzt eine Vielzahl von geologischen Sehenswürdigkeiten, die in einem Kataster erfasst sind. Sie sind Zeugen der erdgeschichtlichen Entwicklung des Landes und Basis für geotouristische Aktivitäten.

Geotourismuskarte zum Geopark

Die Geotourismuskarte des Geoparks wurde gemeinsam von Kollegen des Geologischen Dienstes im LUNG M-V und des Geowissenschaftlichen Vereins Neubrandenburg entwickelt (Börner et al., 2007, Abb. 2). Sie ist eine allgemeinverständliche, verbindende Kartendarstellung von Landschaftsgeschichte bzw. Oberflächengeologie und Zeugen kulturhistorischer Landschaftsnutzung. Dabei soll dem Nutzer die nachhaltige Verknüpfung zwischen stark geologisch beeinflussten Landschaftselementen wie Boden – Relief – Wasser – Rohstoffe und dem menschlichen Siedlungsverhalten während der letzten 25.000 Jahre transparent, bzw. für eine „sanfte“ touristische Nutzung zugänglich gemacht werden.

Das Grundgerüst der Karte besteht aus:

Der geologische Kartenhintergrund entspricht in übersichtlicher, generalisierter Form der geologischen Karte 1:200.000. Für eine leichtere Lesbarkeit und das bessere Verständnis wurden ähnliche Bildungen vereinfacht zusammengefasst. Dabei wurden die hochglazialen Bildungen von spätglazialen und holozänen Sedimenten getrennt, um dem Nutzer die zeitliche Abfolge von landschaftsgenetischen Prozessen verständlich zu machen. Die jüngere Landschaftsüberprägung durch den Menschen wird z.B. durch historische Industriebauten oder Abbauobjekte dargestellt. Diese Objekte zeigen vielfach den direkten Bezug zwischen Rohstoffressourcen und deren Verarbeitung wie z.B. die Nähe von Ziegeleien zu Tonlagerstätten. Wasser- und Windmühlen stehen für die enge Beziehung zwischen Geländemorphologie und der zumeist historischen Nutzung natürlicher Energie-Ressourcen. Die Karte enthält kulturhistorische Objekte, die eine Verbindung zwischen der geologischen Basis und der kulturhistorischen Entwicklung aufzeigen. Bei den dargestellten Kulturobjekten handelt es sich um eine selektive Auswahl aus einer Vielzahl archäologischer Fundstätten. Auf der Rückseite der Karte findet der Nutzer eine tabellarische Auflistung aller enthaltenen Objekte. Der Erläuterungstext beschreibt sowohl die Prozesse der Landschaftsgenese während der letzten Eiszeit wie auch die kulturhistorische Entwicklung dieses Raumes.

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Geotouristik

Der Geologische Führer Mecklenburgische Eiszeitlandschaft – eine fachliche Ergänzung zur Geotourismuskarte des Geoparks  

Die Geotourismuskarte zum Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft  ist eine allgemeinverständliche, verbindende Kartendarstellung von Landschaftsgeschichte bzw. Oberflächengeologie und kulturhistorischer Landschaftsnutzung. Das Konzept der "Eiszeitroute" mit geologischen Wanderungen, geologische Geschiebegärten und geologischen Radwegen zielt darauf ab, das öffentliche Bewusstsein für die geologische Erbe zu wecken Im geologischen Führer wird die geologische Entstehung der Landschaft für Laien im Allgemeinen und im Speziellen für Geowissenschaftler mit neuen Ergebnissen, z.B. zu neuen Datierungen erläutert. Die Karte und der Geologische Führer sollen der Erweiterung der Kenntnis zur Landschaftsgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns dienen.

The geological guidebook Mecklenburgian Ice Age landscape – a functionally supplement of geotouristic map of geopark

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Geotouristische Karten

Für geotouristisch besonders interessante Gebiete werden durch den Geologischen Dienst Karten im Maßstab 1:200.000 herausgegeben.

Ziel der Karten ist eine allgemeinverständliche verbindende Darstellung der Oberflächengeologie, der Zeugen kulturhistorischer Landschaftsnutzung und allgemeiner geotouristischer Elemente.

Das Ziel dieser Karte ist eine allgemeinverständliche verbindende Darstellung von Landschaftsgeschichte bzw. Oberflächengeologie und Zeugen kulturhistorischer Landschaftsnutzung. Dabei soll dem Nutzer die nachhaltige Verknüpfung zwischen stark geologisch beeinflussten Landschaftselementen wie Boden – Relief – Wasser – Rohstoffe und dem menschlichen Siedlungsverhalten zugänglich gemacht werden.

Das Konzept der geotouristischen Karte der Oderhaffregion wurde im Geologischen Dienst im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG M-V) erarbeitet und im Jahre 2004 gemeinsam mit dem Geologischer Dienst Polen - Außenstelle Szczecin realisiert:

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Umweltbildung und Geologische Landessammlung

Die Geologische Landessammlung enthält einzigartige Belegstücke zur erdgeschichtlichen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Die Sammlung ist für Fachleute eine intensiv genutzte Informationsquelle, steht aber am Tag der "Offenen Tür" bzw. nach Anmeldung der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Geschiebesammlung

Die Geschiebesammlung umfasst kristalline und sedimentäre Geschiebe sowie darin enthaltene Einzelfossilien. In 230 Schubfächern sind die Stücke nach Alter, Geschiebetyp und ggf. Fossilgruppe geordnet. Sie war einst das Kernstück der Rostocker Universitäts-/Landessammlung, deren Anfänge bis ins 18. Jahrhundert reichen, und die durch Schenkungen des Großherzogs FRIEDRICH-FRANZ II (1842) erweitert wurden. GEINITZ (1872) förderte die Vergrößerung der Sammlung entscheidend. Durch Auflösung der Sammlung 1968 kamen die schönsten Stücke und die Originale abhanden, nur ein bescheidener Rest verblieb in Mecklenburg und wurde 1998 nach Sternberg gebracht.

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Gesteinsschollen

Gesteinsschollen im glazialgeologischen Sinne stellen Gesteinskörper aus erdgeschichtlich bedeutsamen Schichtenfolgen dar, die durch das Inlandeis vom Untergrund abgelöst und verfrachtet wurden. Lagerstättenabbau ist untersagt. Geringfügiges Abschürfen für wissenschaftliche Zwecke ist gestattet. Findlinge aus Sedimentgesteinen (Kalke, Sandsteine, Quarzite) über 1 m Länge sind generell geschützt.

Kreideschollen südwestlich von Heringsdorf
Kreidescholle südwestlich von Heringsdorf (Usedom)
am Bahnübergang Heringsdorf-Gothen

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Glaziale Bildungen

Offene Binnendünen treten in Heidegebieten als vegetationsarme bis vegetationsfreie, aus Fein- bis Mittelsanden bestehende Höhenzüge auf und sind auch als Biotop gesetzlich geschützt.

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Kalktuff-Vorkommen

Kalktuff-Vorkommen entstehen dort, wo Quellen aus kalkreichen Schichten austreten. Der Kalk umkrustet die Vegetation und bildet Bänke von hartem, porösem Kalktuff. Als kleinräumige Geotope von zumeist geringer Standfestigkeit sind sie gesetzlich geschützt.

"Kalktuff-Block" vor dem Stubbenhörn, ca. 1 km nördlich des
Königsstuhl (Rügen). Strandgeröll unterhalb eines heute nur noch
in Resten erhaltenen ehemals eindrucksvollen Bachbettes aus
Kalktuffplatten am Hang.
Foto: W. Schulz

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Kliffranddünen

Kliffranddünen sind gesetzlich geschützt, wenn sie mindestens eine Höhe von 1 m aufweisen. Sie bilden sich auf höheren Steilufern der Ostseeküste, sofern diese von fein- bis mittelkörnigen Sanden aufgebaut werden. Bei auflandigen Winden werden die Sande aus den Steilufern auf den Kliffrand geweht und mit ständig wechselnder Oberflächenform abgelagert.

Kliffranddüne nördlich Wustrow (Fischland)
Kliffranddüne nördlich Wustrow (Fischland). Ein schwarzer bis
dunkelbrauner Podsol-Horizont trennt deutlich den im Liegenden
anstehenden hellen Beckenfeinsand von der hier grauen Düne.

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Kliffs

Kliffs sind Steilküsten, die zumindest zeitweise dem direkten Einfluss des Meerwassers unterliegen (aktive Kliffs) oder durch natürliche Vorgänge dauerhaft vom Meerwasser getrennt wurden (fossile Kliffs).

Aktive Kliffs sind als Geotope nur dann gesetzlich geschützt, wenn an ihnen

aufgeschlossen sind.

Fossile Kliffs sind durch eine den gesamten Ostseeraum betreffende Meeresausbreitung im Zeitraum 6000 bis 1000 Jahre v. Chr. (Litorina-Transgression) entstanden. Sie blieben dadurch erhalten, dass sich durch Prozesse des Küstenausgleichs Strandwälle vorlagerten (auf dem Darß, auf Mönchgut und auf Usedom). Als Zeugen für den früheren Verlauf der Ostseeküste sind sie gesetzlich geschützt.

Durch den litorinazeitlichen Meeresanstieg, stieg der Ostseespiegel im Verlauf von etwa 2000 Jahren um 20 m und verwandelte Rügen in ein Archipel von pleistozänem Inselkernen. Dabei entstand auch dieses über 3 km lange, heute strandferne, aber ehemals aktive Kliff, das später bei nur noch geringfügig schwankenden Ostseespiegel durch Anlagerung von Strandwällen vor weiterer Abtragung geschützt wurde. Dem Göhrener fossilen Kliff ist heute die Baaber Heide als dünenbedeckte Meeressandebene vorgelagert.

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Marine Bildungen

Kliffs sind Steilküsten, die zumindest zeitweise dem direkten Einfluss des Meerwassers unterliegen (aktive Kliffs) oder durch natürliche Vorgänge dauerhaft vom Meerwasser getrennt wurden (fossile Kliffs).

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Marine Haken

Marine Haken bilden sich im Strömungslee von Abtragungsküsten durch Sandverlagerung. Durch die ständig in Umbildung begriffenen, vegetationsfreien Haken werden die Auswirkungen der am Meeresgrund ablaufenden Umlagerungsprozesse auch oberhalb des Meeresspiegels sichtbar. Eingriffe in die Haken, die die Küstenausgleichsprozesse stören, sind untersagt.

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Oser

Oser sind wichtige Zeugen für Spalten des Inlandeises. Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt aufgrund seiner Lage im jüngsten Gletscherverbreitungsgebiet über einen in Deutschland einmalig vielfältigen Bestand an Osern, die deshalb gesetzlich geschützt sind. Sie treten als bahndammähnliche Hügel und Hügelketten von geringer Breite (30 bis ca. 150 m) und beträchtlicher Länge (in Ausnahmefällen bis 30 km) in Grundmoränengebieten auf. In der Regel heben sie sich von den benachbarten Flächen durch ihre Höhe ab. Flankierende Rinnen (Osgräben) sind Bestandteil des Geotops. Der Abbau von Kiessand sowie Veränderungen am Relief sind untersagt. Traditionelle landwirtschaftliche Nutzung gilt nicht als nachhaltige Beeinträchtigung.

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Probensammlung

Die Probensammlung gliedert sich in:

Das Geinitz-Archiv

Im Gründungsjahr der Mecklenburgischen Geologischen Landesanstalt 1889 rief Prof. GEINITZ alle Bohrfirmen auf, Proben einzusenden. Dadurch konnten Bohrprofile von allen Landesteilen zusammengestellt und veröffentlicht werden. Die Proben werden in Röhrchen oder offenen Pappschachteln aufbewahrt und sind katalogisiert.

Die Bohr-Proben

In diesem Teil der Probensammlung sind vor allem Kernproben, aber auch Spül- und Trockenproben von zumeist älteren Bohrungen aufbewahrt. Sie sind stratigrafisch geordnet und dokumentieren die geologische Entwicklung des Landes.

Die Aufschluss-Proben

Diese Proben dokumentieren noch existierende oder auch verschwundenen Aufschlüsse präquartärer Vorkommen, die entweder anstehen oder als wurzellose Schollen im Pleistozän auftreten. Dazu gehört Material vom Zechstein bei Lübtheen, vom Dobbertiner und Grimmener Jura, aus den mittelmecklenburgischen Oberkreide-Schollen und den Eozän-Aufschlüssen der Kühlung, Pisede und Karenz sowie anderen tertiären Vorkommen in SW-Mecklenburg. Auch größere Lackfilme, z.T. noch aus den 50er Jahren, gehören zu den Aufschluss-Dokumentationen.

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SYMPOSIUM 50 Jahre Erdölförderung in Mecklenburg-Vorpommern

Vor 50 Jahren, am 21. März 1961 wurde die Suchbohrung E Reinkenhagen 2/2a/60 fündig. Dieser Fund war das Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit von Geologen, Geophysikern und Bohringenieuren der ehemaligen DDR-Firmen Erdöl Erdgas Grimmen, BLM Gommern und Geophysik Leipzig. Seit dieser Zeit konnten in Mecklenburg-Vorpommern über 2 Millionen Tonnen Erdöl und fast 1 Milliarde Kubikmeter Begleitgas gefördert werden. Pumpen in Mesekenhagen bei Greifswald und in Lütow auf Usedom (GDF SUEZ) bringen auch heute noch das schwarze Gold aus den tiefen Schichten des Zechstein (Staßfurt-Karbonat) ans Tageslicht. Neue Aktivitäten der deutsch-kanadischen Explorationsfirma CEP GmbH Berlin lassen hoffen, dass die für 2011 geplanten Bohrungen E Barth 11, E Pudagla 2 und E Lütow 51 fündig werden.

Aus Anlass des Jubiläums veranstalten das LUNG M-V, die Universität Greifswald und das Erdölmuseum Reinkenhagen am 18. und 19. März 2011 ein Symposium. Vorträge im Rahmen eines Kolloquiums am 18. März an der Universität Greifswald sollen die vergangenen und zukünftigen Erkundungsarbeiten sowie die Entwicklung der Erdölförderung aufzeigen. Ein Festakt an historischer Stätte findet am 19. März im Erdölmuseum Reinkenhagen statt.

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Trockentäler

Trockentäler sind Oberflächenformen, die am Ende einer Vereisung im Vorfeld des Inlandeises entstanden. Infolge der durch Dauerfrost im Boden gehemmten Versickerung schnitt das oberflächlich abfließende Schmelzwasser Erosionskerben ein, die nach dem Auftauen trocken fielen. Als fossile Oberflächenformen sind die Trockentäler von erdgeschichtlicher Bedeutung und deshalb gesetzlich geschützt.

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Windablagerungen

Offene Binnendünen treten in Heidegebieten als vegetationsarme bis vegetationsfreie, aus Fein- bis Mittelsanden bestehende Höhenzüge auf und sind auch als Biotop gesetzlich geschützt.

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Rohstoffe (18)

Geologische Oberflächenkarten

Karten im Maßstab 1:500.000

Im Jahr 1992 begann die Erstellung geowissenschaftlicher Übersichtskarten im Maßstab 1 : 500.000 mit der Herausgabe der "Geologischen Übersichtskarte von Mecklenburg-Vorpommern 1 : 500.000" (GÜK500). Diese Karte lieferte erstmals eine zusammenfassende Darstellung der geologischen Verhältnisse Mecklenburg-Vorpommerns. Dargestellt wurden die an der Oberfläche anstehenden Bildungen.

Karten im Maßstab 1:200.000

Durch den GD des Landes M-V wurde in den Jahren 1990 bis 2002 erstmalig eine Geologische Karte der an der Ober­fläche bis in fünf Meter Tiefe anstehenden quartären Bil­dungen (ÜKQ) im Maßstab 1 : 200.000 erar­beitet und herausgegeben.Bis auf Restflächen im südlichsten Landesteil liegt somit ein modernes Kartenwerk im Maßstab 1:200.000 vor.

 

Geologische Oberflächenkarte 1:100.000

Herausgeber:
Zentraler Geologischer Dienst Berlin
Zentrales geologisches Institut Berlin

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Hydrogeologische Karten

Karten im Maßstab 1:500.000

  • Grundwasserfließgeschehen

Ausschnitt aus der HK50 Blatt Binz (Grundkarte)
Ausschnitt aus der HK50 Bereich
Schmale Heide (Rügen)

Karten im Maßstab 1:50.000

Karte der Hydrogeologischen Kartierung (HK50) stellt eine Kartenserie von bis zu 5 Teilkarten pro Kartenblatt dar.

K1   - Hydrogeologische Grundkarte - Quartäre Grundwasserleiter (GWL)
K2.1 - Karte der hydrogeologischen Kennwerte (Teilkarten je GWL)
K2.2 - Karte der Hydroisohypsen
K4    - Karte der potentiellen Grundwassergefährdung
K5    - Hydrogeologische Grundkarte - Tertiäre Grundwasserleiter

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Kieselgur

Eine unverritzte Lagerstätte von Kieselgur befindet sich im Lagerstättenkomplex Lübtheen. Mit aufwendigen Erkundungsarbeiten wurde die Diatomeenkohle (Obermiozän) in einem über 100 km2 großen Gebiet erkundet, das sich hufeisenförmig um den Salzstock Lübtheen legt. Es handelt sich bei diesem Rohstoff um eine paralisch gebildete, braunschwarze Detritus-Gyttja der Lübtheener Schichten. Die schüsselförmige Basis der Abfolge liegt 60-400 m unter Gelände und die zwischen 20 bis 200 m mächtige Abfolge wird durch tonig-schluffige Bergtonlagen in fünf Flöze (DK 1-5) gegliedert (s. BÜLOW 2000). Die Diatomeenkohle besteht bis zu ca. 50 % aus organischer Substanz und kann als anorganische Beimengung bis zu 60 % Panzer von Kieselalgen (Bacillariophyceae) enthalten. Bei einer Rohdichte von 1,3 t/m3 enthält es ca. 10 % Teer und 30-40 % Rohwasser. Das Hauptflöz DK 3 ist auf einer Fläche von 134 km2 verbreitet und die prognostizierte Rohstoffmenge beträgt ca. 5 Mrd. t.

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Kiessande und Sande

Kiessande und Sande wurden vorherrschend von den Schmelzwässern des abtauenden Inlandeises auf Sandern, in Schmelzwasser-Rinnen und als Oser vor allem während des Weichsel- Glazials abgelagert. Die glazifluvialen Entwässerungssysteme folgten weitgehend den großen Urstromtälern und Abflusssystemen in Becken und Tälern. Kiese und Kiessande wurden großflächig unmittelbar an Gletschertoren der Eisrandlagen abgesetzt. Diese Sander sind vor allem an der Frankfurter Eisrandlage (s. Abb. 1: W1F) und der Pommerschen Eisrandlage (W2) weitflächig verbreitet. Dagegen treten Sander vor der Rosenthaler Staffel (W3R) und der Velgaster Eisrandlage im Nordosten nur untergeordnet auf (s. Abb. 1: W3V). Ungefähr 35-40 % Kiessand- und Sand-Lagerstätten Mecklenburg-Vorpommerns befinden sich an der W2-Eisrandlage und konzentrieren sich hier auf die Gebiete Wismar-Neukloster-Bad Kleinen und Krakow am See-Waren (GRANITZKI & KATZUNG 2004). Aus der nachlassenden Fließgeschwindigkeit der Schmelzwasserströme resultiert eine Abnahme der Korngröße von Kiessand zu Sand (Kiesanteil <10 %). In einem Teil der Lagerstätten werden durch Naßförderung nicht nutzbare abschlämmbare Anteile, humose oder kohlige Partikel reduziert. Als störende Bestandteile für Betonzuschlagstoffe verbleiben aber auch hier kritische Gerölle, wie der Opalsandstein des Eozäns oder verkieselte Kreidesedimente als alkalireaktive Komponenten, sodass bei der Betonherstellung mit speziellen Zementen gemischt werden muss.

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Kreidekalk und Kieselkreide

Unter Kreidekalken versteht man ein weiches, wenig verfestigtes marines Sedimentgestein. Im nordöstlichsten Teil Rügens treten im Zentrum der Halbinsel Jasmund bei Wittenfelde, Promoisel und bei Goldberg-Lancken mehrere Schollen der Kreidekalke in oberflächennaher Lage auf (s. Abb. 1). Die Mindestmächtigkeit einzelner Kreideschollen beträgt etwa 9 m aber die Gesamtmächtigkeit des Schollenkomplexes erreicht ca. 50-70 m. Die Lagerungsverhältnisse der Kreideschuppen wie auch die Wasserführung der aufgestauchten Pleistozänablagerungen verursachen lokal komplizierte Abbaubedingungen (vgl. GROTH 2003). Bei der Rügener Schreibkreidefazies handelt es sich um einen homogenen, wenig verfestigten, weitgehend reinen Kalkstein, der überwiegend aus mikroskopisch kleinen Kalkskeletten bzw. Trümmern ehemaliger Meerestiere (Coccolithen und Foraminiferen) besteht. Der marine Schreibkreidekalk wird stratigraphisch in das Obere Campan und Untere Maastricht gestellt (HERRIG 2004). Als wichtigstes Nebengemengteil tritt in geringen Mengen Kieselsäure auf, die gelegentlich in dünnen, parallel verlaufenden Flintbändern oder in Form von Feuersteinknollen angereichert ist. Die Korngrosverteilungen sind für die Nutzung als Schlämmkreide recht günstig. Der Anteil der Feinkreidefraktion < 63 µm beträgt ca. 75-90 M.-% und der Weissegrad schwankt zwischen 73,7 und 95,1 %. Bei einer durchschnittlichen Bergfeuchte von etwa 23 % sowie Flint- und Grandgehalten von selten mehr als 25 % ergibt sich eine durchschnittliche Feinkreidegewinnung von mindestens 50 %.

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Leitfaden Erdwärmesonden in M-V

Inhalt

Leitfaden TitelblattAuf 24 bebilderten Textseiten werden Bauherren, Planer, Hei­zungsbauer und Bohrunternehmer umfassend über die Prinzipien sowie technischen und rechtlichen Anforderungen von erdgekoppelten Wärme­pumpenanlagen mit Schwerpunkt auf dem Einsatz von Erdwärmesonden informiert.

Zu den zahlreichen Anlagen gehören Kartendarstellungen über das oberflächennahe geothermische Potenzial im gesamten Landesgebiet für die Tiefenbereiche bis 40, 60, 80 und 100 m sowie zu verschiedenen Restriktionsflächen (Trinkwasserschutzzonen, Artesik, Grundwasserversalzung), in denen die Nutzung eingeschränkt oder untersagt ist. 

Der Leitfaden soll aber nicht nur zusätzlicher Anreiz für Investoren sein, sondern gleichzeitig Hilfestellung für den Entscheidungsprozess in den Kreisverwaltungsbehörden leisten und die erforderlichen Anzeigen bzw. Erlaubnisverfahren für den Antragsteller transparenter machen.

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Marine Sande und Kiessande

Kiessande haben sich im Ostseebecken im Weichsel-Spätglazial mit dem Rückschmelzen der skandinavischen Gletscher und danach auch im Holozän durch die küstennahe Aufarbeitung während der Ostseeausbreitung (Litorina-Transgression) gebildet. So entstanden z.B. die Kiessand- und Sandlagerstätten der Darßer Schwelle, des Plantagenetgrunds westlich Hiddensee und des Adlergrundes nordöstlich von Rügen (Abb. 5). Der auf höher gelegenen Schwellen in der Ostsee abgelagerte Ostseekies bildet vor allem in der Küstenregion und der Insel Rügen eine wichtige Ergänzung zu den wenigen landseitigen Lagerstätten (vgl. BÖRNER 2011). Nach der Vorabsiebung des Sandes bei der Gewinnung auf See wird bei der gewerblichen Nutzung lediglich die Kiesfraktion angelandet. Dieser Ostsee-Kies kann aufgrund der relativ hohen Flintanteile und der dadurch verursachten Alkali-Reaktion (AKR) nur eingeschränkt als Beton-Zuschlagstoff verwendet werden. Der Ostsee-Kies muss dadurch für die Betonproduktion mit vergleichsweise hohem Aufwand aufbereitet bzw. mit den auf Land gewonnenen Sanden und Kiessanden verschnitten werden. Die näher zur Küste gebildeten feiner körnigen Sedimente werden nicht als Bausande, sondern vor allem für Strandaufspülungen zum Küstenschutz empfindlicher Küstenabschnitte genutzt. Große Mengen mariner Kiese und Sande wurden zwischen 2010 und 2012 für die Verfüllung des Leitungsgrabens der Deutsch-Russischen Ostsee-Gaspipeline (NORDSTREAM) genutzt.

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Neuerscheinungen

In den tiefen Gesteinsschichten Mecklenburg-Vorpommerns verbergen sich zahlreiche Bodenschätze (Erdöl, Kohle und Salz) und vielfältig nutzbare Ressourcen (Erdwärme, Thermalwasser, Speicherreservoire für Erdgas, Druckluft oder Kohlendioxid). Darüber hinaus soll in Deutschland auch die Endlagerung der atomaren Abfälle im geologischen Untergrund erfolgen. Oftmals sind mehrere unterschiedliche Nutzungsoptionen von bestimmten Gesteinshorizonten, Strukturen oder Lagerstätten möglich, wobei sich allerdings die einzelnen Nutzungsoptionen gegenseitig behindern oder sogar ausschließen können.

Um die unterirdischen Potenziale zum gesellschaftlichen Vorteil zu erschließen und um Nutzungskonflikte zu vermeiden, bedarf es einer nachhaltigen Raumentwicklung durch eine Untertageraumordnung, wie sie als Auftrag des Landtags 2010 an die Landesregierung gestellt wurde. Wesentliche Grundlagen dafür sind die im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) verfügbaren geologischen und geophysikalischen Daten, die besonders bei der Erdöl- und Erdgaserkundung im Nordosten Deutschlands sowie geothermischen Untersuchungen gewonnen wurden. Diese zahlreichen Einzelinformationen müssen jedoch für die Beratung von Politik, Wirtschaft und Verbraucher nutzbar gemacht werden.

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Oberflächennahe Geothermie in M-V

Fachliche und rechtliche Informationen zur oberflächennahen geothermischen Energie sind in einem Leitfaden Erdwärmesonden Mecklenburg-Vorpommern zusammengestellt. Hinweise zum Inhalt des Leitfadens und zum Verfahrensablauf bei den zuständigen unteren Wasserbehörden sowie Anzeigeformulare und Übersichtskarten der geothermischen Potenziale und der Lage von Restriktionsflächen finden Sie hier:

Für eine erste Prüfung, ob an einem geplanten Standort die Errichtung einer erdgekoppelten Wärmepumpenanlage und somit das Abteufen einer Erdwärmesonden-Bohrung möglich ist bzw. welche zusätzlichen Informationen der zuständigen unteren Wasserbehörde bei Anzeigenübermittlung vorzulegen sind (z.B. Angaben zum geologischen Vorprofil bzw. zu den Grundwasserständen, im folgenden Erstauskunft genannt) kann das Kartenportal M-V genutzt werden:

Benutzungshinweise:
Bei diesem Einstieg in das Kartenportal erscheinen auf der Startseite Informationen zur Lage von Trinkwasserschutzgebieten sowie zu Gebieten, in denen mit Artesik oder Salzwasseraufstieg zu rechnen ist. Nach dem Hineinzoomen auf einen gewünschten Standort kann geprüft werden, ob sich das Bauvorhaben in einem der genannten Gebiete befindet:

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Ausschnitt aus der ÜKQ200

Kartenwerke und Publikationen

Durch den Geologischen Dienst werden Karten zu den Themen: Oberflächengeologie, Boden, Hydrogeologie, Lagerstättengeologie und Tieferer Untergrund herausgegeben, die z.T. auch digital vorliegen.

Quarzsande

Im Miozän (Tertiär) war die Entfernung zwischen Herkunftsgebiet und Ablagerungsraum in Mecklenburg-Vorpommern so groß, dass auf dem langen Transport eine mechanische Auslese erfolgte und die Sand- gegenüber den Kies-Anteilen vorherrschen. Die chemische Verwitterung eines vorherrschend feuchtwarmen Klimas wirkte zusätzlich selektierend, so dass nur widerstandsfähige Bestandteile, wie die Quarze, übrigblieben.
Im Südwesten Mecklenburgs liegen die Quarzsandvorkommen vor allem an Salinarstrukturen stellenweise in abbauwürdiger Position. Die miozänen Quarzsande haben sehr häufig > 98 % SiO2-Gehalte und niedrige Anteile von Al2O3 und Fe2O3. Es handelt sich vorwiegend um Fein- bis Mittelsande, die sich zu Formsanden und zur Herstellung von Gebrauchsglas eignen. Eine herausragende Stellung nimmt die Quarzsand-Lagerstätte Fritscheshof/Küssow bei Neubrandenburg aufgrund ihrer Größe und Qualität ein. Hier stehen bis 58 m mächtige Quarzsand-Schollen des Miozäns an der Oberfläche an, die vom Saale-glazialen Inlandeis vom Untergrund glazitektonisch abgeschert und umgelagert wurden. Die SiO2-Gehalte liegen stellenweise über 99 % und es sind keine Karbonate und nur untergeordnet organischen Substanzen enthalten. Auch wirken sich das splittrige Korn und die relativ leichte Abtrennung von färbenden Schadstoff-Mineralien positiv auf eine Veredelung aus (vgl. ZWAHR 2001). Die thermische Beständigkeit des Quarzrohsands liegt bei ca. 1.350 °C.

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Raseneisenerz

In Mecklenburg-Vorpommern hatten lediglich Raseneisenerze als einheimischer Rohstoff geringe wirtschaftliche Bedeutung. Es sind Anreicherungen von Eisenhydroxiden (Goethit, Lepidokrokit), die durch Ausfällung des in Huminsäuren gelösten Eisens bei stauender Nässe in Niederungsgebieten entstehen. Aufgrund dieser Bildungsbedingungen ist Raseneisenerz in verschiedenen Landesteilen anzutreffen. Die Vorkommen häufen sich in Südwest-Mecklenburg und in der Ueckermünder Heide. Raseneisenerze wurden vor allem vom 16. bis 18. Jahrhundert abgebaut und in Eisenwerken verarbeitet. In der „Griesen Gegend" in Südwest-Mecklenburg wurde Klump-Raseneisenerz auch als Baumaterial für Wohnhäuser und Mauern eingesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg bis 1990 wurden zur Herstellung einer Entschwefelungsmasse für Stadtgas südöstlich von Hagenow Raseneisenerze abgebaut. Durch Erkundungsarbeiten wurden in den 1950iger Jahren im Raum Boizenburg-Hagenow-Grabow-Dömitz > 8 km2 Höffigkeitsflächen ausgewiesen und insgesamt 15 Gebiete für weiterführende Untersuchungen vorgeschlagen. Eine zukünftige Nutzung von Raseneisenerz erscheint aber nur im Hinblick auf den Einsatz als Absorber denkbar.

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Die rohstoffgeologische Kartierung in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über verschiedene Steine-und-Erden-Rohstoffe in oberflächennaher, abbauwürdiger Position. Dazu zählen vor allem die Lockergesteine Kiessand und Sand, tonige Rohstoffe, Kreidekalk, Kieselgur sowie Torf und Raseneisenerz. Ihre stratigraphische Stellung reicht vom Unteren Jura (Lias) bis zum Holozän.

Rohstoffkarten

Ausschnitt aus der KOR50 MV Blatt Wismar (Grundkarte A)
Ausschnitt aus der Grundkarte KOR50 (Blatt Wismar)

Karten im Maßstab 1:50.000

Kartenwerk oberflächennahe geologische Rohstoffe
Im Zeitraum 2002–2004 erfolgt eine flächendeckende Kar­tierung der oberflächennahen Rohstoffe (pleistozäne Sande/Kiessande, Tonrohstoffe, Kalkrohstoffe, Ostseekies, Torf, tertiärer Quarzsand, Raseneisenerz) für das Land Mecklenburg-Vorpommern.

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Schatzkammern der Natur - Naturkundliche Sammlungen in Mecklenburg-Vorpommern

Eine reichlich illustrierte Broschüre stellt jetzt die naturkundlichen Sammlungen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Auf 100 Seiten wird von verschiedenen Autoren gezeigt, welche Schätze in Museen, universitären und staatlichen Einrichtungen verborgenen sind. Die Gemeinschaftspublikation wurde großenteils mit Mitteln der Umweltlotterie Bingo! finanziert.

Die naturkundlichen Sammlungen in Mecklenburg-Vorpommern bilden eine besondere Art von "Umweltarchiven". Dabei spannt sich der Bogen von den Universitätssammlungen in Greifswald und Rostock über die bedeutenden Sammlungen des Müritzeums Waren und des Meeresmuseums Stralsund bis zu denen kleinerer Einrichtungen, wie zum Beispiel des Kreidemuseums Gummanz oder des Naturmuseums Goldberg, die regionale und lokale Unikate enthalten. Diese zum Teil einzigartigen naturkundlichen Sammlungen in Mecklenburg-Vorpommern gehören genauso zu unserem Kulturerbe wie archäologische Funde und bedürfen der fachkundigen Pflege und Erhaltung sowie der wissenschaftlichen Bearbeitung durch die Trägereinrichtungen.

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Steine- und Erden-Bergbau

Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt aufgrund der geologischen Gegebenheiten über Lagerstätten mit den oberflächennahen Bodenschätzen Kiese und Sande,Quarzsand, Kreide/Kalk, Spezial- und Ziegelton sowie Torf.

Anbieter: Bergamt Stralsund

Tonrohstoffe

In Mecklenburg-Vorpommern sind mit den Tonen und -lehmen des Pleistozäns (Bändertone, Geschiebelehme) und den Tonen des Tertiärs bzw. des Lias zwei Tonmineral-Rohstofftypen vertreten. Als Tonminerale bezeichnet man wasser- und hydroxidhaltige Aluminosilikate mit geringen Mengen an Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium und Calcium. Die pleistozänen Tonmineral-Rohstoffe sind wegen der erhöhten Karbonat- und Fe2O3-Gehalte (zumeist < 6 %) sowie der hohen Bergfeuchte für die Herstellung höherwertiger grobkeramischer Produkte nicht geeignet. Der hohe Anteil der Tonfraktion bewirkt eine erhöhte Trockenempfindlichkeit, sehr gute plastische Eigenschaften, hohe Rohbruchfestigkeit und niedrige Sinter-Temperaturen. Sie können sie aber auch für den Deichbau und bedingt für die Deponie-Abdichtung eingesetzt werden. Der pleistozäne gebildete Lagerstättenkomplex Woldegk, Wolfshagen, Hildebrandshagen und Göhren ist z.Zt. unverritzt Woldegk und umfasst ein ca. 30 km2 großes Gebiet, in dem 4-10 m mächtigen Bändertone (Pleistozän) verbreitet sind. Die durchschnittlichen Tongehalte, der oberflächig entkalkten Bändertonablagerungen schwanken zwischen 25-35 %. Stellenweise treten sekundäre Kalk-Konkretionen auf, die vor dem Brennen aufbereitet werden müssen.

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Torfe

Torf bildet sich unter Luftabschluss durch Ansammlung von unvollständig zersetzter pflanzlicher Substanz. Ab einem Gehalt an organischer Substanz von > 30 % spricht man von Torf. Moorige Bildungen mit Gehalten organischer Substanz < 30 % bezeichnet man dagegen als Feuchthumus oder veraltet als Moorerde. Man unterscheidet Niedermoortorf, der sich unter Grundwassereinfluss in Niedermooren bildet, von Hochmoortorf, der ausschließlich durch Regenwasser genährt wird. Niedermoore können sich bei geeigneten Wuchsbedingungen über Zwischenmoorstadien zu Hochmoorstandorten entwickeln. Die wichtigsten Vegetationseinheiten sind Erlenbruchwälder, Röhrichte und Großseggenriede. Hochmoore sind relativ nährstoffarm und verfügen über hohe Kohlenstoffgehalte. Die typische Pflanzenwelt eines Hochmoors besteht aus fast geschlossenen Torfmoosrasen.

Aus den in Mecklenburg-Vorpommern auf einer Fläche von ca. 3.000 km2 verbreiteten Mooren wurden in früheren Jahrhunderten Niedermoortorfe als Brennstoff abgebaut und viele mit Wasser gefüllte ehemalige Torflöcher belegen diese historische Nutzung. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg war die Brenntorfgewinnung die einzige Alternative zur Versorgung der Bevölkerung mit Brennmaterial. Heute ist die als Brenntorfnutzung lange eingestellt, dafür werden Düngetorf und Torfpräparate, z.B. für balneologische Anwendungen hergestellt. Die Hochmoortorfgewinnung erfolgte u.a. in Grambow, Drispeth, Breesen und Göldenitz. Aufgrund noch bestehender Bergbaurechte wird gegenwärtig Niedermoortorf in Mecklenburg-Vorpommern nur noch an wenigen Standorten wie im Landgrabental bei Friedland, der Conventer Niederung oder Bad Sülze vor allem für balneologische Anwendungen in den regionalen Kurkliniken abgebaut. Die derzeitig laufenden Abbaustellen fördern zumeist mit älteren Abbaugenehmigungen aus DDR-Zeiten. Da Torfe heute nicht mehr unter Bergrecht fallen, wird ein Neuantrag für eine neue Abbaugenehmigung unter geltendem Naturschutzrecht behandelt.

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Fachrecht (6)

FIS Geologie

Im FIS Geologie werden die Daten zur Geowissenschaftlichen Landesaufnahme, zur Dokumentation, Bewertung und Interpretation der Lagerung, der lithologischen und geochemischen, sowie der petrophysikalischen Eigenschaften der Gesteine integriert. 

Derzeit sind folgende Datenbanken im FIS Geologie vorhanden:

Im Aufbau befindlich

Die Metadatenbank mit den Angaben zur Erhebung, Aktualität und zum Wert geologischer Daten befindet sich in Vorbereitung. Für die  GK50 sind diese Daten im Schichtenkatalog enthalten.

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FIS Hydrogeologie

Hydrogeologische Fachinformationen

Das Dezernat Hydrogeologie hält Fachinformationen vor über den Aufbau des Untergrundes und das darin fließende Wasser. Diese Fachinformationen sind für die Beantwortung hydrogeologischer Fragestellungen und als Grundlage für regionale Auswertungen erforderlich.

Folgende Fachinformationen werden vorgehalten:

Die punktuell oder lokal gewonnenen hydrogeologischen Erkenntnisse werden in hydrogeologischen Karten zusammengefasst und für ein größeres Gebiet nach einheitlichen Kriterien ausgewertet und bewertet. Die Ergebnisse werden in Form von hydrogeologischen Karten und Schnitten dargestellt, heute zunehmend auch digital in Form von Informationssystemen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Bearbeitung lokaler und regionaler hydrogeologischer Probleme; sie sind außerdem Eingangsdaten für Grundwassermodelle.

Die Kartenthemen beinhalten unterschiedliche fachliche Aspekte, so z. B.

Ein Großteil dieser Informationen wurde bereits vor mehr als 20 Jahren in Kartenform dargestellt (Kartenwerk Hydrogeologische Karte 1:50 000 (HK50). In großen Teilen des Landes sind diese Karten noch immer gültig. Einige Bereiche bedürfen dringend der Überarbeitung.

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FIS Rohstoffe

Einführung

Die Rohstoffgewinnung in Mecklenburg-Vorpommern ist mit ihren Teilbereichen Aufsuchen, Gewinnen, Aufbereiten und Verarbeiten mineralischer Rohstoffe überwiegend klein- und mittelständisch strukturiert. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über verschiedene Steine- und Erden-Rohstoffe in oberflächennaher und abbauwürdiger Position (vgl. Börner 2007). Es handelt sich zumeist um Lockergesteine wie Kiessand, Sand, Quarzsand, Ton, Kalk und Torf (Abb. 1). Auf Grund der geologischen Entstehungsbedingungen sind die oberflächennahen Steine- und Erden-Rohstoffe ungleichmäßig über das Landesterritorium verteilt. Neben Häufungsgebieten bestehen auch regionale Defizite an qualitativ hochwertigen Kiessandlagerstätten.Der auf höher gelegenen Schwellen in der Ostsee abgelagerte Ostseekies bildet vor allem in der Küstenregion und der Insel Rügen wichtige Ergänzungen zu den landseitigen Lagerstätten.

Aktuelle rohstoffgeologische Erfassung in Mecklenburg-Vorpommern

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FIS Tieferer Untergrund / Geothermie

Das FIS Tieferer Untergrund/Geothermie wird vom Dezernat 410 erarbeitet und gepflegt. Es beinhaltet Angaben zu den zahlreichen im Land abgeteuften Bohrungen und den durch sie aufgeschlossenen Schichten. Verbesserte Recherchemöglichkeiten bei den schichtbezogenen Bohrungsdaten wurden durch die Einführung von numerischen Schlüsseln für Stratigraphie und Petrographie erzielt. Eine Recherche bezüglich des vorhandenen Kernmaterials ist durch Kopplung der Datenbanken ebenfalls möglich.

Das FIS bietet weiterhin Auskünfte zum Nutzungspotenzial der geothermischen Ressourcen in Mecklenburg-Vorpommern, wobei zwischen oberflächennaher Geothermie (bis 400 m Tiefe) und tiefer Geothermie (ab 400 m Tiefe und 20°C) zu unterscheiden ist.

Ansprechpartner:

Herr Dr. K. Obst (Tel.: 03843-777-360)
E-Mail:

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Hinweise zur Anzeige und Ergebnismitteilung von Bohrungen


Grundlage für die zentrale Archivierung von Ergebnissen geologischer Untersuchungen ist das Lagerstättengesetz.¹

Anzeigepflicht

Die Herstellung von Bohrungen mit mechanischer Kraft auf dem Gebiet des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist in jedem Fall nach dem Lagerstättengesetz dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V, Geologischer Dienst anzuzeigen.

Die Verpflichtung trifft jeden, der eine Bohrung auf eigene oder fremde Rechnung ausführt (Bohrunternehmen). Die Anzeige der Bohrung(en) muss mindestens zwei Wochen vor Beginn der Arbeiten erfolgen. Die Anzeigepflicht gilt unabhängig von Genehmigungs- oder Anzeigepflichten anderer Behörden.

Den Mitarbeitern des Geologischen Dienstes ist auf Verlangen jederzeit Zugang zur Bohrstelle zu gewähren; ggfs. sind ihnen Bohrproben vorzulegen bzw. Probenmaterial zur Verfügung zu stellen.

Hinweis:

Diese Anzeige wird nicht automatisch an andere Behörden weitergeleitet.
- Beachten Sie die Anzeigepflicht bei der zuständigen Unteren Wasserbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt.
- Für Bohrungen, die tiefer als 100 m werden sollen, gilt nach § 127 Bundesberggesetz² zusätzlich eine Anzeigepflicht beim Bergamt Mecklenburg-Vorpommern.

Anschrift: Bergamt M-V, Frankendamm 17,
18439 Stralsund,
Tel 0381-61210, Fax 0381-612116,
E-Mail:


Ergebnismitteilung

Das Bohrunternehmen und das beauftragende Ingenieurbüro sind grundsätzlich verpflichtet, die Bohrergebnisse dem Geologischen Dienst M-V ohne weitere Aufforderung nach Abschluss der Arbeiten zu übergeben. Die Mitteilung der Ergebnisse kann nach vorheriger Absprache auch in digitaler Form erfolgen. 

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Landesbohrdatenspeicher

Zu den wichtigsten geologischen Informationen gehören die Ergebnisse von Bohrungen

 

Neben den Mitarbeitern des LUNG und der staatlichen Verwaltungen benötigen zahlreiche Planungs- und Untersuchungsunternehmen Informationen aus dem Landesbohrdatenspeicher, in den neue Bohrungsergebnisse nach Anzeige durch die Bohrfirmen eingepflegt werden. 

Der Landesbohrdatenspeicher ist in der Themenauswahl im Kartenportal Umwelt Mecklenburg-Vorpommern unter Geologie zu finden.

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Projekte und Aktionen (5)

Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft

Das besondere geologische Naturerbe, die modellhaft ausgebildeten eiszeitlich geprägten Landschaftsformen des östlichen Mecklenburgs, wird mit dem Projekt Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht

GeotIS M-V

Das Geothermische Informationssystem für Mecklenburg-Vorpommern ist Teil des Geothermischen Informationssystems für Deutschland (GeotIS-Projekt). Es entstand in Zusammenarbeit des LUNG M-V mit dem LIAG Hannover unter finanzieller Unterstützung des BMU.

Geologische Datengrundlage des Geothermischen Informationssystems M-V sind die über 750 Tiefbohrungen des Landes sowie zahlreiche geophysikalische Untersuchungen, insbesondere Messungen der Reflexionsseismik.

Karte Tiefbohrungen MV

Vertikalschnitt

Horizontalschnitt

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Tag der Offenen Tür

An dem alljährlich stattfindenden "Tag der Offenen Tür" (jeweils am 2. Samstag im August - in Verbindung mit dem Sternberger Heimatfest) sind die Tore der Geologischen Landessammlung in Sternberg offen. Die Sammlungsbestände können ohne Voranmeldung besichtigt werden und es ist Informationsmaterial zu den Aufgaben und Projekten des Geologischen Dienstes erhältlich.

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Tag des Geotops

Der Tag des Geotops 2016 findet am 18. September statt:

Tiefe Geothermie in M-V

Die deutschlandweiten Nutzungsmöglichkeiten der tiefen geothermischen Energie werden im Rahmen eines wissenschaftliches Projektes untersucht. Ein im Aufbau befindliches geothermische Informationssystem soll Angaben zur Verbreitung, Mächtigkeit und zu den petrophysikalischen Eigenschaften von tiefen, salinaren Aquiferen enthalten.

Hintergrundinformationen zu dieser Problematik sind in den Dokumenten des PK "Tiefe Geothermie" der Staatlichen Geologischen Dienste zu finden:

Weitere nützliche Informationen zu den geothermischen und balneologischen Nutzungsmöglichkeiten und den Förderhilfen sind nachfolgend aufgeführt:

Die "Stromstudie" wurde im Jahr 2003 von der Firma GTN Neubrandenburg im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern erstellt. Sie bietet einen Überblick über die Möglichkeiten der Stromerzeugung aus hydrothermaler Geothermie in Mecklenburg-Vorpommern und kann heruntergeladen werden.

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Zusatzinformationen

Links zum Thema

Geothermisches Infosystem

Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut