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Umweltinformationssystem Mecklenburg-Vorpommern




Boden (22 Informationen von 3 Anbietern)

Bodengeologie (1)

Karten der Bodenkunde

Karten im Maßstab 1:500.000

Die im Jahr 1995 erstellte Karte der Böden Mecklenburg-Vorpommerns im Maßstab 1 : 500.000 stellt die Bodengesellschaften des Landes dar.

Karten im Maßstab 1:200.000

Die Bodenübersichtskarte 1: 200 000 (BÜK200) ist ein Gemeinschaftsprodukt der Staatlichen Geologischen Dienste der Länder und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist das aktuelle Grundkartenwerk dieser Maßstabsebene und auch für die bundeslandübergreifende Bearbeitung von Fragestellungen (z.B. Bodenverbreitung, -genese, -eigenschaften, Erstellung thematischer Karten) anwendbar. Das Kartenwerk wurde im Blattschnitt der Topographischen Übersichtskarte 1: 200 000 (TÜK200) erstellt und liegt für Mecklenburg-Vorpommern seit 2011 flächendeckend vor.

Karten im Maßstab 1:100.000

Mittelmaßstäbige landwirtschaftliche Standortkartierung 1:100.000 (MMK100)

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Bodenschutz (20)

Boden

Bodenprofil mit rot-gelbem Maßband<p>© LUNG, Gerd Anders</p>

Bodenprofil Ackerfläche (Pseudogley)

© LUNG, Gerd Anders

Unsere Böden mit ihren vielfältigen  Funktionen sind kostbares, in ihrer Bedeutung oft unterschätztes Gut: Sie sind nicht vermehrbar, aber leicht zerstörbar. Eingetretene Schäden sind häufig nicht oder nur mit erheblichem Aufwand zu beheben. Oft müssen auf Standorten mit Bodenbelastungen bestimmte Nutzungen eingeschränkt werden (z.B. Nahrungs- und Futtermittelanbau, Wohnbebauung oder Trinkwasserförderung).

Ein konsequenter Bodenschutz umfasst sowohl die Gefahrenabwehr bei vorhandenen Bodenverunreinigungen und Altlasten als auch den vorsorgenden Bodenschutz zum Erhalt der Bodenfunktionen.

Anforderungen und Maßnahmen zum Bodenschutz sind im Bundes-Bodenschutzgesetz und der Bundes-Bodenschutzverordnung festgelegt. (Gesetzes- und Verordnungstext: siehe Menüpunkt "Rechtsvorschriften" unter "Bundesrecht")

  1. die sogenannte Altlastenfreistellung
  2. die Anordnung der Untersuchung von altlastverdächtigen Flächen und von Altlasten und
  3. die Anordnung der notwendigen Maßnahmen zur Sanierung von und der notwendigen Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen für Altlasten.

Boden des Jahres

Der Weltbodentag, der seit 2005 jedes Jahr am 5. Dezember stattfindet, ist ein gemeinsamer Aktionstag für den Boden. Durch ein Kuratorium wird ein Boden als "Boden des Jahres" ausgewählt.

Boden des Jahres 2005

Die Schwarzerde

Schwarzerden bilden in der deutschen bodenkundlichen Klassifikation auf Grund des auffallenden und namensgebenden mächtigen (mindestens 40 cm) sowie dunklen (humosen) Horizonts (siehe Abbildung 1) eine eigne Bodenklasse.

Boden des Jahres 2005 - Profil

Abbildung 1: Bodenprofil einer Pseudogley-Schwarzerde auf Poel, LUNG 2015.

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Boden des Jahres 2006

Die Fahlerde

Der Bodentyp Fahlerde gehört neben der Parabraunerde nach der deutschen Bodensystematik in die Klasse der Lessivés, welche in ihrer Entstehung durch die vertikale Tonverlagerung (Lessivierung) gekennzeichnet sind.
Das markante Merkmal der Fahlerde ist ein fahlgrauer, an Ton und Humus verarmter Auswaschungshorizont (Ael), gefolgt von einem relativ dichten Tonanreicherungshorizont (Bt). Im Gelände lassen sich die Fahlerden durch die erkennbar stärkere Aufhellung des fahlgrauen, tonverarmten Auswaschungshorizontes von den Parabraunerden unterscheiden (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Bodenprofil einer Normfahlerde unter Grünlandnutzung in M-V, LUNG 2015

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Boden des Jahres 2007

Der Podsol

Den Podsolen ist in der deutschen Bodensystematik eine eigene Klasse gewidmet worden. Der Bodentyp Podsol (der Name stammt aus dem Russischen und bedeutet frei übersetzt Ascheboden) ist auf Grund seines farblich kontrastreichen Erscheinungsbildes auffällig und einprägsam (siehe Abbildung 1). Podsole besitzen als charakterisierendes Merkmal unter einem dunkelbraunen Humushorizont einen markanten, grau gebleichten violettstichigen (aschfarbenen) Auswaschungshorizont (Ae = Eluvialhorizont). Die im Oberboden gelösten Metalle (Eisen, Aluminium) und Huminstoffe werden in den Unterboden eingewaschen und dort ausgefällt (Bsh und Bs = Illuvialhorizont). Die Ausfällungshorizonte im Unterboden sind deutlich dunkel humos und rostfarben. Die mineralischen Körner der Bsh- und Bs-Horizonte können mehr (Ortstein) oder weniger (Orterde) durch die eingewaschenen Verbindungen verkittet sein. Auf dem Mineralboden ist in der Regel eine Humusauflage angereichert, die auf eine stark eingeschränkte Streuzersetzung zurückzuführen ist. Über die Jahre und Jahrzehnte sammelt sich die nicht mineralisierte Streu an, und es entstehen typischerweise die Humusform Rohhumus.

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Boden des Jahres 2008

Die Braunerde

Die Braunerde bildet in der deutschen Bodenklassifikation eine eigene Bodenklasse – die Braunerden. Ihre Gemeinsamkeit besteht in dem braunen und verlehmten Verwitterungsbereich im Unterboden, dem Bv-Horizont (siehe Abbildung 1). Die Abgrenzung zum darunter folgenden C-Horizont wird u. a. aufgrund der Bodenfarbe, der Bodenart und der Gefügeausprägung vorgenommen.
Die wesentlichen Bodenbildungsprozesse der Braunerden, als typische Böden auf kalkfreien oder entkalkten silikatischen Ausgangsgesteinen, umfassen die Silikatverwitterung und Verlehmung. Bei der Verwitterung von eisenhaltigen Silikaten werden Eisenoxide und -hydroxide freigesetzt. Sie erzeugen die typische Braunfärbung. Die Verlehmung beruht auf der Neubildung von Tonmineralen.

Abbildung 1: Normbraunerde unter Ackernutzung in M-V, LUNG 2015

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Boden des Jahres 2011

Die Vega

Vegen sind braune fruchtbare Böden im Überflutungsbereich von Flüssen und werden auch als braune Auenböden bezeichnet Sie gehören nach der deutschen Bodenklassifikation zu den semiterrestrischen Böden (Bodenbildung unter stark schwankendem Grundwassereinfluss).
Der Name Vega stammt aus dem iberischen Sprachraum und bedeutet so viel wie „Aue“ oder „fruchtbare Ebene“. Typische Merkmale: dunkler, humusreicher Oberböden mit graubraunem feinkörnigem Unterboden, der deutlich geschichtet und oft ebenfalls humushaltig ist (siehe Abbildung 1). Darunter können sich Kiesschichten älterer Flussablagerungen oder Oberböden früherer Auenböden befinden.

Man unterscheidet zwei Typen von Vegen:

Abbildung 1: Bodenprofil einer Pseudogley-Vega in der Elbaue nahe Dömitz, LUNG 2015.

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Boden des Jahres 2012

Das Niedermoor

Gemäß der deutschen Bodenklassifikation sind Niedermoore den naturnahe Mooren zu zuordnen. Die Entwicklung von Niedermooren beginnt meist mit der Versumpfung der Landoberfläche durch hoch anstehendes Grundwasser oder durch die Verlandung von Seen. Oberflächennah anstehendes Wasser führt dazu, dass abgestorbenes Pflanzenmaterial (u. a. Wurzeln, Äste, Blätter und Sprossen von Seggen, Schilf, Moosen) „ertrinkt“ und nur sehr langsam sowie unvollständig zersetzt wird. Reichert sich somit die organische Substanz auf mehr als 30 Masse-% an, bezeichnet man dies als Torf. Erreicht die Mächtigkeit des Torfkörpers ≥ 3 dm, spricht man von einem (Nieder-) Moor. In naturnahen Niedermooren lassen ständig neu gebildete Torfschichten die älteren fossil werden, wodurch sie allmählich aus dem Wirkungsbereich des Grundwassers herauswachsen und eine Weiterentwicklung zu einem Übergangs- bzw. Hochmoor statt finden kann.

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Boden des Jahres 2014

Der Weinbergsboden

Kennzeichnend für viele Weinbergsböden ist der wiederholte Tiefumbruch (1 bis 3 Meter unter Geländeroberfläche) – das Rigolen. Vielfach werden dabei grobe Steine ausgelesen und Verdichtungen gelockert sowie reichlich organischer Dünger und Bodenmaterial, früher auch organische Hausabfälle, in die Böden eingebracht. Dadurch entsteht eine Bodenmischzone, der typische R-Horizont. Ziel des Rigolens ist die Verbesserung der Wasser- und Nährstoffversorgung der Reben.

Früher erfolgte das Rigolen alle 30 bis 80 Jahre per Hand (Grabenrigolen), heute alle 20 bis 40 Jahre maschinell. Nicht alle Weinbergsböden sind Rigosole im Sinne der deutschen Bodenklassifikation. Der überwiegende Teil der Weinbauflächen ist zwar rigolt worden, in Weinbergen finden sich aber auch natürlich gewachsene Böden. Aus der Verbindung von Geologie, Boden, Klima und Kulturlandschaft ergibt sich das sogenannte Wein-Terroir, das den Charakter der in der jeweiligen Region angebauten Weine bestimmt.

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Boden des Jahres 2015

Der Stauwasserboden

Die Pseudogleye zählen nach der deutschen Bodenklassifikation zu den Stauwasserböden. In ihnen kann das Niederschlagswasser nicht ungestört versickern, weil eine Schicht undurchlässigen Materials im Unterboden (der Staukörper) das Wasser staut. Der Staukörper besteht meist aus schluffig-tonigem Material oder bildet sich im Laufe der Zeit, indem Ton aus dem Oberboden in den Unterboden verlagert wird und sich dort anreichert. Über dem Staukörper sammelt sich zeitweise das Wasser im sogenannten Stauwasserleiter und verdrängt dabei die Bodenluft aus den Poren. Spezialisierte Bakterien wandeln Eisen- Manganverbindungen (reduzieren), welche den Böden die braune Farbe geben, in helle, wasserlösliche Verbindungen um, wodurch der Stauwasserleiter gebleicht wird. Die nunmehr löslichen Eisen- und Manganverbindungen werden innerhalb des Bodens umgelagert und verrosten (oxidieren) bei Kontakt mit atmosphärischem Sauerstoff (z.B.: bei der Austrocknung des Bodens im Sommer). Dies führt dazu, dass der Boden rot-orange und schwarz gefärbt wird. Allmählich entsteht so ein gefleckter Boden mit einem kleinräumigen Nebeneinander von nassgebleichten und rostfarbenen Bereichen (siehe Abbildung 1). Dieses Farbspiel erinnert an eine "Marmorierung".

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Bodenfunktionen

Die Böden in ihrer Gesamtheit bilden die unersetzbare zentrale Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Böden erfüllen im Naturhaushalt vielfältige Funktionen:

1. Natürliche Funktionen als

2. Funktion als Archiv für Natur- und Kulturgeschichte

Bodenschutzprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Unsere Böden bilden die essentielle Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie reagieren sehr sensibel und beeinflussen unseren Lebensraum bis hin zum Klima. Einmal zerstört, ist Boden nicht wieder herstellbar. Langfristig kommt es darauf an, den Boden sinnvoll zu nutzen und sorgsam zu schützen. Boden soll gebraucht, aber nicht verbraucht werden.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern besteht für Böden die Besorgnis fortschreitender Flächeninanspruchnahme, zunehmender Strukturveränderungen durch Bodenerosion, Bodenschadverdichtung sowie Einträge an Schadstoffen. Insgesamt gilt es, rechtzeitig Vorsorge zu betreiben, um negative Beeinflussungen der Bodenfunktionen zu erkennen sowie rechtzeitig und gezielt abzuwenden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren. Nur so kann ein guter Zustand erhalten bzw. wieder hergestellt werden.

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat in der Koalitionsvereinbarung Nr. 125 vom 5. November 2002 die Erarbeitung eines Bodenschutzprogramms für Mecklenburg Vorpommern vereinbart. Seit dem 4. Juli 2011 findet das Bodenschutzprogramm seine rechtliche Grundlage in § 11 des Landesbodenschutzgesetzes.

Flächeninanspruchnahme

Wohngebiet mit grüner Wiese im Vordergrund<p>© LU, Jördis Braun</p>

Die Ausweisung neuer Wohngebiete auf der Grünen Wiese ist eine Ursache des gestiegenen Flächenverbrauchs.

© LU, Jördis Braun

Mecklenburg-Vorpommern besitzt eine Bodenfläche von 2,3 Millionen Hektar. Davon werden 62,5 Prozent landwirtschaftlich genutzt. 21,8 Prozent sind Wald, 6,0 Prozent Wasser und 8,0 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche. (Stand: 31.12.2012).

Im bundesweiten Vergleich ist der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche in M-V mit 8 Prozent am geringsten. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche ist zwischen 1992 und 2012 um mehr als ein Drittel gewachsen. Die Zunahme, insbesondere bei Flächen für Wohnzwecke und Verkehr, erfolgt vor allem zulasten bislang landwirtschaftlicher oder ungenutzter Flächen.

Durch Baumaßnahmen, Verdichtung und Versiegelung werden die natürlichen Bodenfunktionen dauerhaft beeinträchtigt.

Folgen von Flächenverbrauch und Versiegelung

Siedlungs- und Verkehrsfläche und versiegelte Fläche können nicht gleichgesetzt werden, da in die Siedlungs- und Verkehrsfläche auch unbebaute und nicht versiegelte Flächen eingehen. Zur Höhe des tatsächlich versiegelten Anteils an der Siedlungs- und Verkehrsfläche existieren verschiedene Modellrechnungen. Für das Jahr 2005 wurde für M-V ein Versiegelungsanteil von 43,5 Prozent innerhalb der Siedlungs- und Verkehrsfläche ermittelt. Für den Zeitraum zwischen 2000 und 2005 ist berechnet worden, dass 4.700 ha in M-V neuversiegelt worden – eine Fläche fast doppelt so groß wie der Schaalsee.

Zu den Folgen der Flächeninanspruchnahme zählen die erhebliche Beeinträchtigung und z. T. irreversible Schädigung des Bodens in seinen Funktionen als Lebensgrundlage, Lebensraum und Produktionsstätte sowie die zunehmende Beeinträchtigung von Natur- und Kulturlandschaften mit negativen Folgen für die biologische Vielfalt.

Auf bebauten Flächen kann kaum Wasser versickern. Ein Großteil des Niederschlages muss deshalb gefasst und abgeführt werden. Dadurch wird die Grundwasserneubildung vor Ort drastisch reduziert. An Flüssen, in die Niederschläge über die Kanalisation abgeleitet werden, steigt die Hochwassergefahr. Angesichts zunehmender Wetterextreme (Starkregen und lange Trockenperioden im Wechsel) wird dieses Problem zunehmend bedeutend. Speziell die Zunahme der Verkehrsflächen führt zu zerschnittenen Lebensräumen für die Tierwelt, hinzu kommen Lärm und Schadstoffbelastungen. Versiegelte Böden verlieren ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher und bewirken, dass sich besonders in Städten das Mikroklima verändert. Beton- und Asphaltflächen heizen sich stärker auf, und die nächtlichen Temperaturen sinken weniger ab als auf den Grünflächen.

Gefährdung des Bodens

Böden sind weltweit – wie auch in Mecklenburg-Vorpommern - zahlreichen Gefährdungen ausgesetzt. Diese bestehen derzeit vor allem in der unverändert hohen Flächeninanspruchnahme, Versiegelungen, Wasser- und Winderosionen, Verdichtungen, Humusverlust sowie Schadstoffeinträgen. In zunehmendem Maße tritt auch die fortschreitende Klimaänderung mit ihren negativen Auswirkungen auf den Boden und seine Funktionen in den Fokus der Öffentlichkeit.

Landwirtschaftlicher Bodenschutz – Bodenschutzverordnung

Information und Fachberatung von Landwirten, Verbänden und Behörden zur Bodenerosion, zum Eintrag von Schadstoffen in Böden, zu Bodenverdichtungen u.a.

Produkte und Publikationen

Durch das Dezernat Bodengeologie und Bodenschutz werden Publikationen und thematische Karten bereitgestellt.

Publikationen

Bodenbericht M-V Phase 1 des Bodenschutzprogramms:

Der Bodenbericht enthält eine umfassende Zustandsbeschreibung der Böden in Mecklenburg-Vorpommern. Er beschreibt die Bodennutzungen, die Gefährdungen und den Bodenschutz und bildet die Grundlage für die Phasen 2 und 3 des Bodenschutzprogramms.

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Ursachen des gestiegenen Flächenverbrauchs

Luftbildaufnahme auf eine entstehende Wohnsiedlung auf der Grünen Wiese????
Die Ausweisung neuer Wohngebiete auf der "Grünen Wiese" ist eine Ursache des gestiegenen Flächenverbrauchs.

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In den letzten Jahren wurden zahl­reiche Wohn­gebiete im Rand- oder ehemaligen Außen­bereich von Städten und Dörfern aufgrund der großen Nach­frage nach zusätz­lichem Wohn­raum vor allem "im Grünen" (Ein­familien­häuser) geschaffen. Ein Groß­teil der neuen Industrie- und Gewerbe­gebiete ist auf der "Grünen Wiese" geplant und errichtet worden. Auch große Infra­struktur­projekte wie die A 20 und zahlreiche Straßen­neu- und -ausbauten haben zum Flächen­verbrauch in M-V bei­getragen.

Gleich­zeitig sind nach der Wende viele still­gelegte Betriebe und Flächen dem Verfall preis­gegeben worden, da eine Revitali­sierung – auch auf­grund zum Teil vermuteter oder vor­handener Alt­lasten – aufwendig und teurer geworden wäre. Nach dem Bauboom der 90er Jahre begründet in den letzten Jahren vor allem der große Zuwachs an (zumeist un­versiegelten) Erholungs­flächen den zuletzt gesunkenen, aber immer noch zu hohen Flächen­verbrauch im Land.

Bislang veränderte sich der Flächen­verbrauch vor allem ent­sprechend der Ein­kommens- und Wirtschafts­ent­wicklung und weit­gehend un­abhängig von der Bevölkerungs­entwicklung. Länger­fristig ist jedoch davon auszu­gehen, dass der Bevölkerungs­rückgang in Ver­bindung mit dem Re­urbanisierungs­trend, der inzwischen auch M-V erreicht hat, zu einer verringerten zusätz­lichen Flächen­in­anspruch­nahme für Siedlungs- und Verkehrs­zwecke führen wird.

Vorsorgender Bodenschutz

Grüne Wiese mit Zwischenfruchtanbau gegen Wasser- und Winderosion<p>© LMS, Dr. Silvia Kastell</p>

Zwischenfruchtanbau gegen Wasser- und Winderosion

© LMS, Dr. Silvia Kastell

Die Maßnahmen des vorsorgenden Bodenschutzes sind darauf ausgerichtet, Bodenfunktionen zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Hier arbeitet das Ministerium europa-, bundes- und landesweit an der Entwicklung und Umsetzung neuer Strategien und Arbeitshilfen mit.

Als besonderes Instrument des vorsorgenden Bodenschutzes wird derzeit das Bodenschutzprogramm Mecklenburg-Vorpommern unter Mitwirkung unterschiedlichster Politik- und Fachbereiche erarbeitet. Dieses Programm soll bestehende Probleme explizit aufdecken und eine konkrete Handlungsanleitung zum Erhalt bzw. der Wiederherstellung eines guten Bodenzustandes sein.

Projekte und Aktionen (1)

Fachinformationssystem (FIS) Boden

Im FIS Boden (FISBO) werden Punkt- und Flächendaten zur Verbreitung und den Eigenschaften der Böden des Landes Mecklenburg-Vorpommern geführt.


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Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut