Geologie

73 Informationen von 3 Anbietern in 6 Unterthemen

 Bergbau (13)

Altbergbau

Als Altbergbau bezeichnet werden sämtliche über- und untertägigen bergbaulichen Aktivitäten der Vergangenheit, die mit der Aufsuchung und Gewinnung von Bodenschätzen einhergingen (Tiefbau, Tagebau, Bohrlöcher, Halden). 

Ausgleichsmaßnahme Immenstädt bei Pinnow

Rekultivierungspreisträger 2016

Nord Stream AG für die Konzeption und beispielhafte Durchführung der Ausgleichsmaßnahme Renaturierung der Polder Pinnow und Immenstädt

Braunkohlenbergbau

Eine Gewinnung von Braunkohle erfolgte in den Jahren 1817 bis 1960 (mit Unterbrechungen) im sogenannten Mineraldistrikt von Südwest-Mecklenburg auf dem Wanzeberg nahe der Ortschaften Malliß und Conow.

Der Rekultivierungspreis 2013 für ehemalige bergbaulich genutzte Flächen in Mecklenburg-Vorpommern

Logo Rekultivierungspreis M-VMit der Verleihung des Rekultivierungspreises werden Bergbau-Unternehmen ausgezeichnet, die in besonderem Maße die Belange des Umwelt- und Naturschutzes bei der bergrechtlich vorgeschriebenen Wiedernutzbarmachung ehemaliger Tagebaue berücksichtigt haben. Dabei stehen die Effekte der durchgeführten Rekultivierungs- bzw. Renaturierungsmaßnahmen auf Natur und Umwelt im Vordergrund. Im Sommer 2011 hatten Vertreter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG MV), des Bergamtes Stralsund, des Unternehmerverbandes Mineralische Baustoffe (UVMB) und der IHK Schwerin die eingereichten Bewerbungsunterlagen gesichtet und ausgewählte Rekultivierungsprojekte vor Ort begutachtet.

Kiessandtagebau Mankmoos

Rekultivierungspreisträger 2012

HTV Kiesverwertung Warin GmbH & Co. KG für die Konzeption und beispielhafte Durchführung des Renaturierungsvorhabens Kiessandtagebau Mankmoos

Kiessandtagebau Neukloster

Rekultivierungspreisträger 2016

Heidelberger Sand und Kies GmbH für die Konzeption und beispielhafte Durchführung des Renaturierungsvorhabens Kiessandtagebau Neukloster - Perniek

Kiessandtagebau Zirkow

Durch Abtrennung mehrerer kleiner Buchten und Lagunen und separaten Flachwasserbereichen wurde ein vielfältiges Biotop geschaffen. Die Uferlinie wurde geschwungen und wechselweise mit Gebüsch und Bäumen gestaltet.

Rekultivierungspreisträger 2013 - Heidelberger Sand und Kies GmbH

für die umfangreiche Renaturierung des ehemaligen Kiessandtagebaus Zirkow/Südost (Rügen).Im Rahmen der Rekultivierung wurden weite, flache und vegetationsfreie Uferbereiche geschaffen, die als wichtige Refugien vieler Amphibien- und Vogelarten dienen.

 

Kieswerk Wusseken

Im Rahmen der Rekultivierung wurden weite, flache und vegetationsfreie Uferbereiche, ohne Abraum- oder Mutterbodenbedeckung geschaffen. 

Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2012

Kieswerk Wusseken GmbH und die Peene Kies GmbH Jarmen für eine umweltbewusste Renaturierung im Tagebau Wusseken (Landkreis Vorpommern/Greifswald).

 

 

Kreidetagebaufeld Wittenfelde

An den exponierten Hängen siedeln auf den kreidehaltigen Bereichen seltene Pflanzen und Tiere, z.B. viele kalkliebende Orchideenarten an.

Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2013

Kreidewerk Rügen GmbH für die beispielhafte Renaturierung des ehemaligen Kreidetagebaufeldes Wittenfelde.

Im Rahmen der Auflassung füllte sich in den letzten Jahren die ehemalige Abbaugrube mit Regenwasser. Dadurch wurden an den ehemaligen Bermen unterschiedlich tiefe wassergefüllte Flächen geschaffen. Diese sind hilfreich für das Entstehen versumpfender Bereiche und von Amphibienbiotopen.

Markscheidewesen

Das Markscheidewesen ist eine alte Spezialdisziplin des Bergbaues. Die Berufsbezeichnung "Markscheider" wird abgeleitet aus dem deutschen Wort "Mark" (Grundeigentum; Grenze) und dem lateinischen Begriff "scindere" (Scheider i.S.v. trennen, abgrenzen).

Nachnutzung ehemaliger Bergbauflächen

Schilf eines rekultivierten Uferstreifens am ehemaligen Kiesabbau bei Wusseken (LK Vorpommern/Rügen)
Abb. Schilf eines rekultivierten Uferstreifens am ehemaligen Kiesabbau bei Wusseken (LK Vorpommern/Rügen)
Rekultivierter Baggersee bei Zirkow (LK Vorpommern/Rügen)
Abb. Rekultivierter Baggersee bei Zirkow (LK Vorpommern/Rügen)

Publikation "Oberflächennahe Rohstoffgewinnung und Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen in Mecklenburg-Vorpommern"

Im Juli 2013 wurde die Broschüre "Oberflächennahe Rohstoffgewinnung und Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen in Mecklenburg-Vorpommern" in der LUNG-Schriftenreihe des LUNG MV veröffentlicht. Die Publikation wurde auf Anregung und aktiver Mitarbeit des Arbeitskreises Rohstoffsicherung erstellt. Das vorliegende Heft Nr. 1/2013 umfasst u.a. Themen zum Rohstoffpotenzial von Steine-Erden-Rohstoffen, Rohstoffsicherung, Nutzung von Ostseesanden für den Küstenschutz, Renaturierungsprojekten, Naturschutz und Umweltbildung. Bei der Nachfolgenutzung von ehemaligen Bergbauobjekten werden bei der bergrechtlich vorgeschriebenen Wiedernutzbarmachung zumeist die Belange des Umwelt- und Naturschutzes besonders berücksichtigt. Dabei stehen die positiven Effekte der durchgeführten Rekultivierungs-...

Rekultivierungspreis 2016 in Mecklenburg-Vorpommern

Logo Rekultivierungspreis M-V

Mit der Verleihung des Rekultivierungspreises werden Unternehmen ausgezeichnet, die in besonderem Maße die Belange des Umwelt- und Naturschutzes bei der Wiedernutzbarmachung oder Kompensation von bergbaulich und energiewirtschaftlich genutzten Flächen berücksichtigt haben. Der Preis hat einen ideellen Wert und soll gute Beispiele der Rekultivierung oder Renaturierung und Kompensationsmaßnahmen der breiten Öffentlichkeit bekannt machen.

 Georisiken (6)

Erdbeben

Erdbeben in Mecklenburg-Vorpommern

Norddeutschland gehört zu den Gebieten Deutschlands mit geringer Erdbebentätigkeit. Schadensbeben sind auch aus historischer Zeit nicht bekannt. Daher ist die Region nicht als gefährdete Erdbebenzone klassifiziert. In Mecklenburg-Vorpommern treten natürliche Erdbeben äußerst selten auf und seismische Ereignisse aus benachbarten Regionen wurden bisher kaum verspürt.


Bedeutende Beben im südlichen Ostseeraum seit 2000

Fachinformationssysteme (FIS)

Bild FIS

Zu den wichtigsten Aufgaben des Geologischen Dienstes (GD) gehören die Aufbereitung und Archivierung geowissenschaftlicher Daten, die Führung von Landesbohrdatenspeicher und anderen Fachinformationssystemen, von Bohrkern- und Probenlager sowie der Bodenprobenbank.


Gashochdruckleitungen

Hier erfahren Sie mehr zu den Projekten Ostsee-Pipeline (Nord-Stream), Erdgas-Pipeline NORDAL, Norddeutsche Erdgasleitung (NEL)und die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL).

Geogefahren-Lehrpfad Steilküste MV

Infotafel Fischland-Hochufer
Infotafel Fischland-Hochufer

Fachlich fundierte Informationen über Ursachen und Auswirkungen der Küstenerosion und des Küstenrückgangs sind für Bewohner und Besucher der Ostsee- und Boddenküsten interessant und tragen dazu bei, Gefahren durch geologische Massenbewegungen aufzuzeigen und davor zu warnen. Der Geologische Dienst hat im Jahre 2012 im Rahmen seiner Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit der Erarbeitung von geologischen Hinweistafeln begonnen, die über den geologischen Bau der Steilküste und mögliche Küstenveränderungen sowie damit verbundene Risiken informieren.

Auf den Informationstafeln wird in kurzen allgemeinverständlichen Texten, Grafiken und Fotos, sowie Luftaufnahmen über den Aufbau der Kliffs, ihre Entstehung und ständige Veränderung informiert.

Geologie der Kreideküste

Die Kreideküste im Nationalpark Jasmund ist der größte und bedeutendste geologische Aufschluss Norddeutschlands. Denn sie stellt einen Schnitt durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte dar und besteht keineswegs nur aus Kreide, sondern auch aus Sand, Lehm, Mergel, Findlingen, und die chaotisch anmutende Schichtung zeugt von längst vergangenen, gewaltigen Ereignissen. Heute sorgen kleine und große Uferabbrüche immer wieder für Aufsehen. Diese Küste gibt Einblick in die jüngere Erdgeschichte, vor allem darüber, wie die Insel Rügen entstanden ist.

Hinweise zu Kliffabbrüchen und Rutschungen an den Steilküsten von Mecklenburg-Vorpommern

Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns mit ihren ca. 380 km langen Flach- und Steilküsten an der Außenküste sind ein beliebtes Reise- und Ausflugsziel. Besonders an der Außenküste gibt es viele aktive Steilküstenabschnitte, deren Gestalt sich aufgrund von Witterungs- und Meereseinflüssen ständig verändert.

Flache, sandige Strände wechseln mit steilen Küstenabschnitten. Diese werden von gering verfestigten Ablagerungen der Eiszeit und zum Teil auch von Schreibkreide gebildet.

Die Wellen können bei auflandigen Winden an den Steilküsten zur Unterhöhlung des Kliffs führen. Dieses wird dadurch instabil und kann abstürzen.

 Geotourismus (28)

Binnendünen

Wanderdünenkomplex nahe Klein Schmölen bei Dömitz

Wanderdünenkomplex nahe Klein Schmölen bei Dömitz

Offene Binnendünen treten in Heidegebieten als vegetationsarme bis vegetationsfreie, aus Fein- bis Mittelsanden bestehende Höhenzüge auf und sind auch als Biotop gesetzlich geschützt. Die nahezu vegetationsfreien Binnendünen sind im Binnenland der einzige Geotoptyp, an dem gegenwärtig Umlagerungen durch Wind ohne anthropogene Beeinflussung stattfinden.

Blockpackungen

Blockpackung im Hullerbusch östlich von Feldberg in der Pommerschen Haupteisrandlage

Blockpackung im "Hullerbusch" östlich von Feldberg in der Pommerschen Haupteisrandlage
Foto: Rittwagen

Blockpackungen stellen natürliche Anreicherungen größerer Geschiebe am Rand des Inlandeises dar. In Mecklenburg-Vorpommern sind noch 13 Vorkommen erhalten und gesetzlich geschützt: drei nahe von Feldberg, je eine bei den Ortschaften Dutzow, Zarrentin, Mankmoos, Marienhof bei Krakow a.S., Langhagen, Blücherhof, Lalendorf, Kargow, Freidorf und Saßnitz.

Die Entfernung von Blöcken und Steinen ist untersagt. Findlinge aus Sedimentgesteinen (Kalke, Sandsteine, Quarzite) über 1 m Länge sind generell geschützt.

Bohrkernarchiv

Bohrkerne
Bohrkerne

Das Bohrkernarchiv ist das geologische Gedächtnis des Landes. Seine Erdgeschichte ist nahezu lückenlos durch Kerne belegt. 

Der Geologische Führer für den Geopark

Buch Geopark 

Geologischer Führer zum Stargarder Land im Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft
Geotouristic guide book for Stargard county in geopark Mecklenburgian ice age landscape

Die Geotourismuskarte gibt einen Überblick zur Geologie im Geopark, kann die landschaftsprägenden Prozesse aber leider nicht im Detail erläutern. Zwar offenbart sich an vielen Stellen der Aufbau der norddeutschen Jungmoränenlandschaft wie im Lehrbuch, aber man muss auch lernen die Charakteristik zu erkennen und zu deuten. Neben der natürlich-geologischen Entwicklung bis in das Weichsel-Spätglazial treten vor allem im Spätholozän zahlreiche anthropogene landschaftsverändernde Einflüsse hinzu, welche in ihrer Gesamtheit zu einer Entwicklung der heutigen Kulturlandschafts führten.

Eugen Geinitz

Eugen Geinitz

Eugen Geinitz, von 1878 bis 1925 in Rostock tätig, war der Gründer der ersten geologischen Landesanstalt Mecklenburgs und Verfasser von etwa 230 Arbeiten zur Geologie Mecklenburgs.

  • geb. 15.Februar - 1854 Dresden
  • 3. Mai 1876 - Dr. phil. in Dresden
  • 16. Juni 1877 - Privatdozent in Heidelberg
  • 1. Oktober 1878 - a.o. Professor für Mineralogie und Geologie in Rostock
  • 16. April 1881 - o. Professor für Mineralogie und Geologie in Rostock,
    Direktor des Mineralogisch-geologischen Institutes
  • ab 1889 - Direktor der Meckl. Schwerinschen geologischen Landesanstalt,
    Mitglied des Kuratoriums für landwirtschaftliche Versuchstation,
    Mitglied der Prüfungskommission für Kandidaten des Höheren Lehramtes
  • gest. 9. März 1925 - Rostock

Findlinge

Ein Findling stellt einen vom Inlandeis transportierten Gesteinsblock dar. Findlinge aus kristallinem und metamorphem Gestein sind gesetzlich geschützt, wenn sie folgende Mindestgrößen entsprechend der naturbedingten Verteilung erreichen:

Fluviatile Bildungen

Honiggrund Trockental<BR>auf dem Dornbusch<BR>(Insel Hiddensee)
Honiggrund Trockental
auf dem Dornbusch
(Insel Hiddensee)

Trockentäler sind Oberflächenformen, die am Ende einer Vereisung im Vorfeld des Inlandeises entstanden. Infolge der durch Dauerfrost im Boden gehemmten Versickerung schnitt das oberflächlich abfließende Schmelzwasser Erosionskerben ein, die nach dem Auftauen trocken fielen.

Kalktuff-Block<BR>auf Rügen
Kalktuff-Block
auf Rügen

Kalktuff-Vorkommen entstehen dort, wo Quellen aus kalkreichen Schichten austreten. Der Kalk umkrustet die Vegetation und bildet Bänke von hartem, porösem Kalktuff. Als kleinräumige Geotope von zumeist geringer Standfestigkeit sind sie gesetzlich geschützt.

Geologische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern

>Geologische Karte der an der Oberfläche anstehenden Bildungen in M-V (nach Müller & Schütze 2003).

Geologische Karte der an der Oberfläche anstehenden Bildungen in M-V (nach Müller & Schütze 2003).

Ausführliche Informationen zur Geologie des Landes finden Sie in dem 2004 erschienenen Buch, das von Professor KATZUNG herausgegeben wurde und an dem zahlreiche Mitarbeiter bzw. ehemalige Kollegen des Geologischen Dienstes mitgewirkt haben.

Geologische Landessammlung M-V in Sternberg

Allgemeines

In der Geologischen Landessammlung lagern die Bohrkerne der meisten jemals im Land abgeteuften Bohrungen. Teile der Kerne können zur Auswertung in die Grundlagen- und angewandten Forschung abgegeben werden. Die dabei erzielten Untersuchungsergebnisse werden im Geologischen Dienst gesammelt und für die Landesverwaltung, Lehre, Forschung und Wirtschaft nutzbar gemacht.

Die Bewahrung der Geologischen Landessammlung ist daher unverzichtbar!

Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft

Die letzte Eiszeit war in der Region des Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft überall verbreitet. Wer glaziale Landschaften erleben will, ist im Stargarder Land zwischen Neubrandenburg und Feldberg genau richtig! Geologisch gilt sie in Norddeutschland als Modellregion, in welcher der glaziale Formenschatz der Weichselkaltzeit mit Grundmoräne, Endmoränenhügeln und Sanderflächen zu sehen ist. Es heißt: hier ist Naturgeschichte wie im Bilderbuch erlebbar. Die Deutlichkeit und Frische des glazialen Formenschatzes mit Eisvorstoß, Eisstillstand, Eiszerfall und dem Einfluss der jetzigen Warmzeit ist hier gut sichtbar. Die Idee, das geologische Erbe touristisch erlebbar zu machen, entstand im Jahr 2002 mit der Gründung des Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft. Die dazu...

Geotope in M-V

Geotope stellen erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur dar, die Erkenntnisse über die Entwicklung oder des früheren Lebens auf der Erde vermitteln. Geotope umfassen Gesteine, Fossilien, Landschaftsformen und Quellbildungen. Geotope gleicher Genese werden zu Geotoptypen zusammengefaßt. Gesetzlich geschützt sind diejenigen Geotope, die sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit oder Eigenart auszeichnen. Für Wissenschaft, Forschung und Lehre sind sie Dokumente von besonderem Wert. Sie lassen sich aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften von der Umgebung klar abgrenzen.
Geschützte Geotoptypen in Mecklenburg-Vorpommern (aus Anlage 2 zu § 20 Abs. 2 des LNatG M-V, ergänzt) sind:

Geotourismuskarte zum Geopark

Die Geotourismuskarte des Geoparks wurde gemeinsam von Kollegen des Geologischen Dienstes im LUNG M-V und des Geowissenschaftlichen Vereins Neubrandenburg entwickelt (Börner et al., 2007, Abb. 2). Sie ist eine allgemeinverständliche, verbindende Kartendarstellung von Landschaftsgeschichte bzw. Oberflächengeologie und Zeugen kulturhistorischer Landschaftsnutzung. Dabei soll dem Nutzer die nachhaltige Verknüpfung zwischen stark geologisch beeinflussten Landschaftselementen wie Boden – Relief – Wasser – Rohstoffe und dem menschlichen Siedlungsverhalten während der letzten 25.000 Jahre transparent, bzw. für eine „sanfte“ touristische Nutzung zugänglich gemacht werden.

Geotouristik

Der Geologische Führer Mecklenburgische Eiszeitlandschaft – eine fachliche Ergänzung zur Geotourismuskarte des Geoparks  

Geotouristische Karten

Für geotouristisch besonders interessante Gebiete werden durch den Geologischen Dienst Karten im Maßstab 1:200.000 herausgegeben.

Ziel der Karten ist eine allgemeinverständliche verbindende Darstellung der Oberflächengeologie, der Zeugen kulturhistorischer Landschaftsnutzung und allgemeiner geotouristischer Elemente.

Geowissen

Vulkan

Die Geologische Landessammlung enthält einzigartige Belegstücke zur erdgeschichtlichen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Die Sammlung ist für Fachleute eine intensiv genutzte Informationsquelle, steht aber am Tag der "Offenen Tür" bzw. nach Anmeldung der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.


Geschiebesammlung

Geschiebesammlung
Geschiebesammlung

Die Geschiebesammlung umfasst kristalline und sedimentäre Geschiebe sowie darin enthaltene Einzelfossilien. In 230 Schubfächern sind die Stücke nach Alter, Geschiebetyp und ggf. Fossilgruppe geordnet. Sie war einst das Kernstück der Rostocker Universitäts-/Landessammlung, deren Anfänge bis ins 18. Jahrhundert reichen, und die durch Schenkungen des Großherzogs FRIEDRICH-FRANZ II (1842) erweitert wurden. GEINITZ (1872) förderte die Vergrößerung der Sammlung entscheidend. Durch Auflösung der Sammlung 1968 kamen die schönsten Stücke und die Originale abhanden, nur ein bescheidener Rest verblieb in Mecklenburg und wurde 1998 nach Sternberg gebracht.

Gesteinsschollen

Kreideschollen südwestlich von Heringsdorf

Kreideschollen südwestlich von Heringsdorf

Gesteinsschollen im glazialgeologischen Sinne stellen Gesteinskörper aus erdgeschichtlich bedeutsamen Schichtenfolgen dar, die durch das Inlandeis vom Untergrund abgelöst und verfrachtet wurden. Lagerstättenabbau ist untersagt. Geringfügiges Abschürfen für wissenschaftliche Zwecke ist gestattet. Findlinge aus Sedimentgesteinen (Kalke, Sandsteine, Quarzite) über 1 m Länge sind generell geschützt.

Glaziale Bildungen

Schwanenstein

Findlinge stellen vom Inlandeis transportierte Gesteinsblöcke dar. Die Findlinge aus kristallinem und metamorphem Gestein sind gesetzlich geschützt, wenn sie bestimmten Mindestgrößen entsprechend der naturbedingten Verteilung erreichen.
Findlinge aus Sedimentgesteinen (Kalke, Sandsteine, Quarzite) über 1 m Länge sind generell geschützt.

Blockpackung im Hullerbusch

Blockpackungen stellen natürliche Anreicherungen größerer Geschiebe am Rand des Inlandeises dar. In Mecklenburg-Vorpommern sind noch 13 Vorkommen erhalten und gesetzlich geschützt.

Kalktuff-Vorkommen

Königsstuhl (Rügen). Strandgeröll unterhalb eines heute nur noch in Resten erhaltenen ehemals eindrucksvollen Bachbettes aus Kalktuffplatten am Hang

Königsstuhl (Rügen). Strandgeröll unterhalb eines heute nur noch in Resten erhaltenen ehemals eindrucksvollen Bachbettes aus Kalktuffplatten am Hang.
Foto: W. Schulz

Kalktuff-Vorkommen entstehen dort, wo Quellen aus kalkreichen Schichten austreten. Der Kalk umkrustet die Vegetation und bildet Bänke von hartem, porösem Kalktuff. Als kleinräumige Geotope von zumeist geringer Standfestigkeit sind sie gesetzlich geschützt.

Kliffranddünen

Kliffranddüne nördlich Wustrow (Fischland)

Kliffranddüne nördlich Wustrow (Fischland). Ein schwarzer bis dunkelbrauner Podsol-Horizont trennt deutlich den im Liegenden anstehenden hellen Beckenfeinsand von der hier grauen Düne.

Kliffranddünen

sind gesetzlich geschützt, wenn sie mindestens eine Höhe von 1 m aufweisen. Sie bilden sich auf höheren Steilufern der Ostseeküste, sofern diese von fein- bis mittelkörnigen Sanden aufgebaut werden. Bei auflandigen Winden werden die Sande aus den Steilufern auf den Kliffrand geweht und mit ständig wechselnder Oberflächenform abgelagert.

Kliffs

Kliffs sind Steilküsten, die zumindest zeitweise dem direkten Einfluss des Meerwassers unterliegen (aktive Kliffs) oder durch natürliche Vorgänge dauerhaft vom Meerwasser getrennt wurden (fossile Kliffs).

Aktive Kliffs sind als Geotope nur dann gesetzlich geschützt, wenn an ihnen

Marine Bildungen

Kliff, Kreideküste<BR>Jasmund
Kliff, Kreideküste
Jasmund

Kliffs sind Steilküsten, die zumindest zeitweise dem direkten Einfluss des Meerwassers unterliegen (aktive Kliffs) oder durch natürliche Vorgänge dauerhaft vom Meerwasser getrennt wurden (fossile Kliffs).

Großer Haken<BR>Insel Vilm
Großer Haken
Insel Vilm

Marine Haken bilden sich im Strömungslee von Abtragungsküsten durch Sandverlagerung. Durch die ständig in Umbildung begriffenen, vegetationsfreien Haken werden die Auswirkungen der am Meeresgrund ablaufenden Umlagerungsprozesse auch oberhalb des Meeresspiegels sichtbar.

Marine Haken

Großer Haken, Insel Vilm

Großer Haken, Insel Vilm
Foto: K. Krienke en.

Marine Haken bilden sich im Strömungslee von Abtragungsküsten durch Sandverlagerung. Durch die ständig in Umbildung begriffenen, vegetationsfreien Haken werden die Auswirkungen der am Meeresgrund ablaufenden Umlagerungsprozesse auch oberhalb des Meeresspiegels sichtbar. Eingriffe in die Haken, die die Küstenausgleichsprozesse stören, sind untersagt.

Oser

Oser sind wichtige Zeugen für Spalten des Inlandeises. Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt aufgrund seiner Lage im jüngsten Gletscherverbreitungsgebiet über einen in Deutschland einmalig vielfältigen Bestand an Osern, die deshalb gesetzlich geschützt sind. Sie treten als bahndammähnliche Hügel und Hügelketten von geringer Breite (30 bis ca. 150 m) und beträchtlicher Länge (in Ausnahmefällen bis 30 km) in Grundmoränengebieten auf. In der Regel heben sie sich von den benachbarten Flächen durch ihre Höhe ab. Flankierende Rinnen (Osgräben) sind Bestandteil des Geotops. Der Abbau von Kiessand sowie Veränderungen am Relief sind untersagt. Traditionelle landwirtschaftliche Nutzung gilt nicht als nachhaltige Beeinträchtigung.

Probensammlung

Angeschliffene Bohrkerne von Rotliegend-Vulkaniten der Norddeutschen Senke

Die Probensammlung gliedert sich in:

  • Geinitz-Archiv
  • Bohr-Proben
  • Aufschluss-Proben
  • Beleg- und Restproben

 

Das Geinitz-Archiv

Im Gründungsjahr der Mecklenburgischen Geologischen Landesanstalt 1889 rief Prof. GEINITZ alle Bohrfirmen auf, Proben einzusenden. Dadurch konnten Bohrprofile von allen Landesteilen zusammengestellt und veröffentlicht werden. Die Proben werden in Röhrchen oder offenen Pappschachteln aufbewahrt und sind katalogisiert.

Die Bohr-Proben

In diesem Teil der Probensammlung sind vor allem Kernproben, aber auch Spül- und Trockenproben von zumeist älteren Bohrungen aufbewahrt. Sie sind stratigrafisch geordnet und dokumentieren die geologische Entwicklung des Landes.

Die Aufschluss-Proben

Diese Proben dokumentieren noch existierende oder auch verschwundenen Aufschlüsse präquartärer Vorkommen, die entweder anstehen oder als wurzellose Schollen im Pleistozän auftreten. Dazu gehört Material vom Zechstein bei Lübtheen, vom Dobbertiner und Grimmener Jura, aus den mittelmecklenburgischen Oberkreide-Schollen und den Eozän-Aufschlüssen der Kühlung, Pisede und Karenz sowie anderen tertiären Vorkommen in SW-Mecklenburg. Auch größere Lackfilme, z.T. noch aus den 50er Jahren, gehören zu den Aufschluss-Dokumentationen.

Schatzkammern der Natur - Naturkundliche Sammlungen in Mecklenburg-Vorpommern

Eine reichlich illustrierte Broschüre stellt jetzt die naturkundlichen Sammlungen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Auf 100 Seiten wird von verschiedenen Autoren gezeigt, welche Schätze in Museen, universitären und staatlichen Einrichtungen verborgenen sind. Die Gemeinschaftspublikation wurde großenteils mit Mitteln der Umweltlotterie Bingo! finanziert.

Trockentäler

Honiggrund

Honiggrund

Trockentäler sind Oberflächenformen, die am Ende einer Vereisung im Vorfeld des Inlandeises entstanden. Infolge der durch Dauerfrost im Boden gehemmten Versickerung schnitt das oberflächlich abfließende Schmelzwasser Erosionskerben ein, die nach dem Auftauen trocken fielen. Als fossile Oberflächenformen sind die Trockentäler von erdgeschichtlicher Bedeutung und deshalb gesetzlich geschützt.

Windablagerungen

Wanderdüne<BR>bei Dömitz
Wanderdüne
bei Dömitz

Offene Binnendünen treten in Heidegebieten als vegetationsarme bis vegetationsfreie, aus Fein- bis Mittelsanden bestehende Höhenzüge auf und sind auch als Biotop gesetzlich geschützt.

Kliffranddüne<BR>nördlich Wustrow
Kliffranddüne
nördlich Wustrow

Kliffranddünen sind gesetzlich geschützt, wenn sie mindestens eine Höhe von 1 m aufweisen. Sie bilden sich auf höheren Steilufern der Ostseeküste, sofern diese von fein- bis mittelkörnigen Sanden aufgebaut werden.

 Rohstoffe (16)

Die rohstoffgeologische Kartierung in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über verschiedene Steine-und-Erden-Rohstoffe in oberflächennaher, abbauwürdiger Position. Dazu zählen vor allem die Lockergesteine Kiessand und Sand, tonige Rohstoffe, Kreidekalk, Kieselgur sowie Torf und Raseneisenerz. Ihre stratigraphische Stellung reicht vom Unteren Jura (Lias) bis zum Holozän. Die Nutzung des rolligen Materials reicht von Schütt- und Bettungsmaterial über Rohstoffe für Mörtel, Gasbeton, Kalksandstein bis zum Betonzuschlagstoff, dadurch dominieren die Massenrohstoffe Kiessand- und Sand. Die rohstoffgeologische Erkundungstätigkeit zu oberflächennahen Steine-und-Erden-Rohstoffe werden in Mecklenburg-Vorpommern in einer Datenbank und einem digitalen Kartenwerk der oberflächennahen Rohstoffe (KOR50 M-V) verwaltet und aktualisiert. Die...

FIS Rohstoffe

Einführung

Die Rohstoffgewinnung in Mecklenburg-Vorpommern ist mit ihren Teilbereichen Aufsuchen, Gewinnen, Aufbereiten und Verarbeiten mineralischer Rohstoffe überwiegend klein- und mittelständisch strukturiert. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über verschiedene Steine- und Erden-Rohstoffe in oberflächennaher und abbauwürdiger Position (vgl. Börner 2007). Es handelt sich zumeist um Lockergesteine wie Kiessand, Sand, Quarzsand, Ton, Kalk und Torf (Abb. 1). Auf Grund der geologischen Entstehungsbedingungen sind die oberflächennahen Steine- und Erden-Rohstoffe ungleichmäßig über das Landesterritorium verteilt. Neben Häufungsgebieten bestehen auch regionale Defizite an qualitativ hochwertigen Kiessandlagerstätten.Der auf höher gelegenen Schwellen in der Ostsee abgelagerte Ostseekies bildet...

Geologische Karten des Untergrundes

Ausschnitt aus der Geologischen Karte Präquartär und Quartärbasis
Ausschnitt aus der Geologischen Karte "Präquartär und Quartärbasis"

Karten im Maßstab 1:500.000

Geologische Oberflächenkarten

Ausschnitt aus der GÜK500
Ausschnitt aus der GÜK500

Karten im Maßstab 1:500.000

Im Jahr 1992 begann die Erstellung geowissenschaftlicher Übersichtskarten im Maßstab 1 : 500.000 mit der Herausgabe der "Geologischen Übersichtskarte von Mecklenburg-Vorpommern 1 : 500.000" (GÜK500). Diese Karte lieferte erstmals eine zusammenfassende Darstellung der geologischen Verhältnisse Mecklenburg-Vorpommerns. Dargestellt wurden die an der Oberfläche anstehenden Bildungen.

  • Oberfläche
  • Geotope und Geologische Sehenswürdigkeiten

Kieselgur

Eine unverritzte Lagerstätte von Kieselgur befindet sich im Lagerstättenkomplex Lübtheen. Mit aufwendigen Erkundungsarbeiten wurde die Diatomeenkohle (Obermiozän) in einem über 100 km2 großen Gebiet erkundet, das sich hufeisenförmig um den Salzstock Lübtheen legt. Es handelt sich bei diesem Rohstoff um eine paralisch gebildete, braunschwarze Detritus-Gyttja der Lübtheener Schichten. Die schüsselförmige Basis der Abfolge liegt 60-400 m unter Gelände und die zwischen 20 bis 200 m mächtige Abfolge wird durch tonig-schluffige Bergtonlagen in fünf Flöze (DK 1-5) gegliedert (s. BÜLOW 2000). Die Diatomeenkohle besteht bis zu ca. 50 % aus organischer Substanz und kann als anorganische Beimengung bis zu 60 % Panzer von Kieselalgen (Bacillariophyceae) enthalten. Bei einer Rohdichte von 1,3 t/m3...

Kiessande und Sande

Abb. 2 Glazifluviale Kiessandablagerungen eines W2-Sanders mit typischer Trogschichtung

Abb. 2 Glazifluviale Kiessandablagerungen eines W2-Sanders mit typischer
Trogschichtung in einem Abbaufeld bei
Bäbelin/Zietlitz (Landkreis Rostock)
(Foto: A. Börner, 2009)

Kiessande und Sande wurden vorherrschend von den Schmelzwässern des abtauenden Inlandeises auf Sandern, in Schmelzwasser-Rinnen und als Oser vor allem während des Weichsel- Glazials abgelagert. Die glazifluvialen Entwässerungssysteme folgten weitgehend den großen Urstromtälern und Abflusssystemen in Becken und Tälern. Kiese und Kiessande wurden großflächig unmittelbar an Gletschertoren der Eisrandlagen abgesetzt. Diese Sander sind vor allem an der Frankfurter Eisrandlage (s. Abb. 1: W1F) und der Pommerschen Eisrandlage (W2) weitflächig verbreitet.

Kreidekalk und Kieselkreide

Unter Kreidekalken versteht man ein weiches, wenig verfestigtes marines Sedimentgestein. Im nordöstlichsten Teil Rügens treten im Zentrum der Halbinsel Jasmund bei Wittenfelde, Promoisel und bei Goldberg-Lancken mehrere Schollen der Kreidekalke in oberflächennaher Lage auf (s. Abb. 1). Die Mindestmächtigkeit einzelner Kreideschollen beträgt etwa 9 m aber die Gesamtmächtigkeit des Schollenkomplexes erreicht ca. 50-70 m. Die Lagerungsverhältnisse der Kreideschuppen wie auch die Wasserführung der aufgestauchten Pleistozänablagerungen verursachen lokal komplizierte Abbaubedingungen (vgl. GROTH 2003). Bei der Rügener Schreibkreidefazies handelt es sich um einen homogenen, wenig verfestigten, weitgehend reinen Kalkstein, der überwiegend aus mikroskopisch kleinen Kalkskeletten bzw. Trümmern...

Marine Sande und Kiessande

Kiessande haben sich im Ostseebecken im Weichsel-Spätglazial mit dem Rückschmelzen der skandinavischen Gletscher und danach auch im Holozän durch die küstennahe Aufarbeitung während der Ostseeausbreitung (Litorina-Transgression) gebildet. So entstanden z.B. die Kiessand- und Sandlagerstätten der Darßer Schwelle, des Plantagenetgrunds westlich Hiddensee und des Adlergrundes nordöstlich von Rügen (Abb. 5). Der auf höher gelegenen Schwellen in der Ostsee abgelagerte Ostseekies bildet vor allem in der Küstenregion und der Insel Rügen eine wichtige Ergänzung zu den wenigen landseitigen Lagerstätten (vgl. BÖRNER 2011). Nach der Vorabsiebung des Sandes bei der Gewinnung auf See wird bei der gewerblichen Nutzung lediglich die Kiesfraktion angelandet. Dieser Ostsee-Kies kann aufgrund der...

Neuerscheinungen

Geologische Karte 1:500.000
Nutzhorizonte im Mittleren Buntsandstein (2011)

Oberflächennahe Geothermie in M-V

Fachliche und rechtliche Informationen zur Nutzung der oberflächennahen geothermischen Energie sind in dem Leitfaden Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren Mecklenburg-Vorpommern zusammengestellt. Hinweise zum Inhalt des Leitfadens und zum Verfahrensablauf bei den zuständigen unteren Wasserbehörden sowie Anzeigeformulare und Übersichtskarten der mittleren spezifischen Wärmeleitfähigkeit und zu Restriktionsflächen finden Sie hier:

Quarzsande

Im Miozän (Tertiär) war die Entfernung zwischen Herkunftsgebiet und Ablagerungsraum in Mecklenburg-Vorpommern so groß, dass auf dem langen Transport eine mechanische Auslese erfolgte und die Sand- gegenüber den Kies-Anteilen vorherrschen. Die chemische Verwitterung eines vorherrschend feuchtwarmen Klimas wirkte zusätzlich selektierend, so dass nur widerstandsfähige Bestandteile, wie die Quarze, übrigblieben. Im Südwesten Mecklenburgs liegen die Quarzsandvorkommen vor allem an Salinarstrukturen stellenweise in abbauwürdiger Position. Die miozänen Quarzsande haben sehr häufig > 98 % SiO2-Gehalte und niedrige Anteile von Al2O3 und Fe2O3. Es handelt sich vorwiegend um Fein- bis Mittelsande, die sich zu Formsanden und zur Herstellung von Gebrauchsglas eignen. Eine herausragende Stellung...

Raseneisenerz

Abb. Raseneisenerzprobe aus der Landessammlung des Geologischen Dienstes Mecklenburg-Vorpommern

Abb. Raseneisenerzprobe aus der Landessammlung des Geologischen Dienstes Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern hatten lediglich Raseneisenerze als einheimischer Rohstoff geringe wirtschaftliche Bedeutung. Es sind Anreicherungen von Eisenhydroxiden (Goethit, Lepidokrokit), die durch Ausfällung des in Huminsäuren gelösten Eisens bei stauender Nässe in Niederungsgebieten entstehen. Aufgrund dieser Bildungsbedingungen ist Raseneisenerz in verschiedenen Landesteilen anzutreffen. Die Vorkommen häufen sich in Südwest-Mecklenburg und in der Ueckermünder Heide.

Rohstoffkarten

Ausschnitt aus der KOR50 MV Blatt Wismar (Grundkarte A)
Ausschnitt aus der Grundkarte KOR50 (Blatt Wismar)

Karten im Maßstab 1:50.000

Kartenwerk oberflächennahe geologische Rohstoffe
Im Zeitraum 2002–2004 erfolgt eine flächendeckende Kar­tierung der oberflächennahen Rohstoffe (pleistozäne Sande/Kiessande, Tonrohstoffe, Kalkrohstoffe, Ostseekies, Torf, tertiärer Quarzsand, Raseneisenerz) für das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Steine- und Erden-Bergbau

Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt aufgrund der geologischen Gegebenheiten über Lagerstätten mit den oberflächennahen Bodenschätzen Kiese und Sande,Quarzsand, Kreide/Kalk, Spezial- und Ziegelton sowie Torf.

Tonrohstoffe

Blaugrüner Eozänton unter Geschiebemergel (Foto: A. Börner, 2010)

Blaugrüner Eozänton unter Geschiebemergel (Foto: A. Börner, 2010)

In Mecklenburg-Vorpommern sind mit den Tonen und -lehmen des Pleistozäns (Bändertone, Geschiebelehme) und den Tonen des Tertiärs bzw. des Lias zwei Tonmineral-Rohstofftypen vertreten. Als Tonminerale bezeichnet man wasser- und hydroxidhaltige Aluminosilikate mit geringen Mengen an Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium und Calcium. Die pleistozänen Tonmineral-Rohstoffe sind wegen der erhöhten Karbonat- und Fe2O3-Gehalte (zumeist < 6 %) sowie der hohen Bergfeuchte für die Herstellung höherwertiger grobkeramischer Produkte nicht geeignet. Der hohe Anteil der Tonfraktion bewirkt eine erhöhte Trockenempfindlichkeit, sehr gute plastische Eigenschaften, hohe Rohbruchfestigkeit und niedrige Sinter-Temperaturen. Sie können sie aber auch für den Deichbau und bedingt für die Deponie-Abdichtung eingesetzt werden.

Torfe

Abb. Bei Groß Roge (Teterow) wurden an der NEL-Gaspipelinetrasse auch Bruchwaldtorfe angetroffen  (Foto: A. Börner, 2011)

Abb. Bei Groß Roge (Teterow) wurden an der NEL-Gaspipelinetrasse auch Bruchwaldtorfe angetroffen (Foto: A. Börner, 2011)

Torf bildet sich unter Luftabschluss durch Ansammlung von unvollständig zersetzter pflanzlicher Substanz. Ab einem Gehalt an organischer Substanz von > 30 % spricht man von Torf. Moorige Bildungen mit Gehalten organischer Substanz < 30 % bezeichnet man dagegen als Feuchthumus oder veraltet als Moorerde. Man unterscheidet Niedermoortorf, der sich unter Grundwassereinfluss in Niedermooren bildet, von Hochmoortorf, der ausschließlich durch Regenwasser genährt wird. Niedermoore können sich bei geeigneten Wuchsbedingungen über Zwischenmoorstadien zu Hochmoorstandorten entwickeln. Die wichtigsten Vegetationseinheiten sind Erlenbruchwälder, Röhrichte und Großseggenriede. Hochmoore sind relativ nährstoffarm und verfügen über hohe Kohlenstoffgehalte. Die typische Pflanzenwelt eines Hochmoors besteht aus fast geschlossenen Torfmoosrasen.

 Fachrecht (4)

FIS Geologie

Im FIS Geologie werden die Daten zur Geowissenschaftlichen Landesaufnahme, zur Dokumentation, Bewertung und Interpretation der Lagerung, der lithologischen und geochemischen, sowie der petrophysikalischen Eigenschaften der Gesteine integriert. 

Derzeit sind folgende Datenbanken im FIS Geologie vorhanden:

  • der Landesbohrdatenspeicher
  • die Geometriedatenbank mit den Geometrieebenen
  • die Sachdatenbank mit Schichtbeschreibungen (Schichtenkatalog)
  • die Punktdatenbanken mit Analytikdaten
  • das Geotopkataster

Im Aufbau befindlich

  • Die Metadatenbank mit Informationen zu Daten
  • die Methodendatenbank mit Auswerteverfahren

Die Metadatenbank mit den Angaben zur Erhebung, Aktualität und zum Wert geologischer Daten befindet sich in Vorbereitung. Für die  GK50 sind diese Daten im Schichtenkatalog enthalten.

FIS Hydrogeologie

Hydrogeologische Fachinformationen

Das Dezernat Hydrogeologie hält Fachinformationen vor über den Aufbau des Untergrundes und das darin fließende Wasser. Diese Fachinformationen sind für die Beantwortung hydrogeologischer Fragestellungen und als Grundlage für regionale Auswertungen erforderlich.

Folgende Fachinformationen werden vorgehalten:

  • Grundwasseraufschlüsse wie Brunnen und Grundwassermessstellen (Landesbohrdatenspeicher), Grundwasserstände, Pumpversuche,
  • Verbreitung, Mächtigkeit und Ausbildung der Grundwasserleiter und Grundwasserhemmer,
  • Grundwasserdynamik, Grundwasserfließrichtung, Einzugsgebiete,
  • Grundwasserchemie.

Hinweise zur Anzeige und Ergebnismitteilung von Bohrungen

Grundlage für die zentrale Archivierung von Ergebnissen geologischer Untersuchungen ist das Lagerstättengesetz.¹

Anzeigepflicht

Die Herstellung von Bohrungen mit mechanischer Kraft auf dem Gebiet des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist in jedem Fall nach dem Lagerstättengesetz dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V, Geologischer Dienst anzuzeigen.

  • per Post: Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V
    Abteilung Geologie und Umweltinformation/Geologischer Dienst
    Goldberger Str. 12
    18273 Güstrow
  • per Fax: 03843-777106
  • per Email : Bohranzeige

Landesbohrdatenspeicher

Zu den wichtigsten geologischen Informationen gehören die Ergebnisse von Bohrungen

- der Geologische Dienst M-V hält derzeit digitale Informationen von ca. 115.000 Bohrungen vor
- zur effektiven Datenverwaltung des Landesbohrdatenspeicher M-V wird das System GeODin© genutzt
- als grafische Informationsgrundlage dient die elektronische Bohrpunktkarte M-V

Neben den Mitarbeitern des LUNG und der staatlichen Verwaltungen benötigen zahlreiche Planungs- und Untersuchungsunternehmen Informationen aus dem Landesbohrdatenspeicher, in den neue Bohrungsergebnisse nach Anzeige durch die Bohrfirmen eingepflegt werden. 

Der Landesbohrdatenspeicher ist in der Themenauswahl im Kartenportal Umwelt Mecklenburg-Vorpommern unter Geologie zu finden.

 Projekte und Aktionen (6)

FIS Tieferer Untergrund / Geothermie

Das FIS Tieferer Untergrund/Geothermie wird vom Dezernat 360 erarbeitet und gepflegt. Es beinhaltet Angaben zu den zahlreichen im Land abgeteuften Bohrungen und den durch sie aufgeschlossenen Schichten. Verbesserte Recherchemöglichkeiten bei den schichtbezogenen Bohrungsdaten wurden durch die Einführung von numerischen Schlüsseln für Stratigraphie und Petrographie erzielt. Eine Recherche bezüglich des vorhandenen Kernmaterials ist durch Kopplung der Datenbanken ebenfalls möglich.

  • Bohrdatenbanken Prätertiär und Präquartär
  • Schichtenverzeichnisse Prätertiär und Präquartär
  • Kernmarschverzeichnisse 

GeotIS M-V

Das Geothermische Informationssystem für Mecklenburg-Vorpommern ist Teil des Geothermischen Informationssystems für Deutschland (GeotIS-Projekt). Es entstand in Zusammenarbeit des LUNG M-V mit dem LIAG Hannover unter finanzieller Unterstützung des BMU.

Geologische Datengrundlage des Geothermischen Informationssystems M-V sind die über 750 Tiefbohrungen des Landes sowie zahlreiche geophysikalische Untersuchungen, insbesondere Messungen der Reflexionsseismik.

Karte Tiefbohrungen MV

Karte Bohrungen in MV
Tiefbohrungen in M-V mit (rote Bohrpunkte) und ohne (weiße Bohrpunkte) Temperaturmessungen.

Vertikalschnitt

Vertikalschnitt
Vertikalschnitt im Gebiet Neubrandenburg zeigt die Tiefenlage und Mächtigkeit geothermisch nutzbarer Horizonte.

Horizontalschnitt

Leitfaden Erdwärmesonden in M-V

Inhalt

Leitfaden Titelblatt
Leitfaden Titelblatt

Auf 32 bebilderten Textseiten werden Bauherren, Planer, Heizungsbauer und Bohrunternehmer umfassend über die Prinzipien sowie technischen und rechtlichen Anforderungen von erdgekoppelten Wärmepumpenanlagen mit Schwerpunkt auf dem Einsatz von Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren informiert.


Zu den zahlreichen Anlagen gehören Kartendarstellungen zur mittleren spezifischen Wärmeleitfähigkeit im gesamten Landesgebiet für die Tiefenbereiche bis 40, 60, 80 und 100 m sowie zu verschiedenen Restriktionsflächen (Trinkwasserschutzzonen, Artesik, Grundwasserversalzung), in denen die Nutzung eingeschränkt oder untersagt ist.

Produkte

Karte Geoprodukte

Der Geologische Dienst stellt geowissenschaftliche Karten zu allen das Land Mecklenburg-Vorpommern betreffenden geologischen Fragestellungen zur Verfügung.

Ein Bezug der Karten ist als gedruckte Karte (plano, gefaltet, z.T. mit Erläuterung), als Computer-Plot oder teilweise auch als digitaler Datensatz möglich.


Tag der Offenen Tür

Mitarbeiter des Geologischen Dienstes geben Einblick in den Umfang der aufbewahrten Bohrkerne

Mitarbeiter des Geologischen Dienstes geben Einblick in den Umfang der aufbewahrten Bohrkerne und Gesteinsproben.

An dem alljährlich stattfindenden "Tag der Offenen Tür" (jeweils am 2. Samstag im August - in Verbindung mit dem Sternberger Heimatfest) sind die Tore der Geologischen Landessammlung in Sternberg offen. Die Sammlungsbestände können ohne Voranmeldung besichtigt werden und es ist Informationsmaterial zu den Aufgaben und Projekten des Geologischen Dienstes erhältlich.

Den interessierten Besuchern geben die Mitarbeiter des Geologischen Dienstes Einblick in den Umfang der aufbewahrten Bohrkerne und Gesteinsproben. Neben Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken des Sammlungsarchives unterstreichen sie den Nutzen für angewandte Forschungsprojekte, wie z.B. für die tiefe Geothermie.

Tiefe Geothermie in M-V

Die deutschlandweiten Nutzungsmöglichkeiten der tiefen geothermischen Energie werden im Rahmen eines wissenschaftliches Projektes untersucht. Ein im Aufbau befindliches geothermische Informationssystem soll Angaben zur Verbreitung, Mächtigkeit und zu den petrophysikalischen Eigenschaften von tiefen, salinaren Aquiferen enthalten.

Hintergrundinformationen zu dieser Problematik sind in den Dokumenten des PK "Tiefe Geothermie" der Staatlichen Geologischen Dienste zu finden: