Backhaus: Artenschutz inner- und außerhalb von Zoos verknüpfen

Nr.016/2020  | 22.01.2020  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Nach einem Treffen mit den Vertretern des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) und des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin betonte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus heute erneut die Bedeutung zoologischer Gärten für den Artenschutz.

„Die Leistungen der Zoos, Exemplare bedrohter Arten zu pflegen und zu züchten, um auf diese Reservepopulation zurückgreifen zu können, sind ein unverzichtbarer Bestandteil der national und international umzusetzenden Maßnahmen und unabdingbar für den Erhalt der Artenvielfalt“, so der Minister. In Zukunft komme es darauf an, dass die Arbeit in zoologischen Gärten noch stärker mit den Anstrengungen vor Ort, also in den natürlichen Lebensräumen Tiere, verknüpft wird. Backhaus hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Zootier-des-Jahres-Kampagne übernommen, bei der sich die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz um die Rettung der hochbedrohten Beos kümmert.

„Wenn die Bemühungen in den Gebieten, in denen die jeweiligen Tiere bedroht sind, noch stärker mit der Arbeit in unseren Zoos verknüpft werden, macht der globale Artenschutz einen großen Schritt vorwärts. Für uns ist klar, dass wir mit unserer Artenschutzarbeit Bestandteil dieser Strategien sein müssen, denn der Erhalt der bedrohten Arten kann nur gemeinsam gelingen“, bestätigte auch VdZ-Geschäftsführer Volker Homes.

Dr. Tim Schikora, Vorsitzender des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern, wies darauf hin, dass viele Arten wie der Europäische Wisent oder der Bali-Star ohne Tiergärten bereits unwiederbringlich ausgestorben wären. „Als Zoogemeinschaft arbeiten wir bereits durch vielfältige Zuchtprogramme auf internationaler Ebene zusammen. Die stärkere Verbindung aller Ansätze durch die künftigen Strategien kann dabei nur hilfreich sein“, betonte er.

Im Oktober wollen die Vereinten Nationen ihre Biodiversitätsstrategie für die kommende Dekade, die bereits als UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen tituliert ist, fertigstellen und beschließen. Schwerpunkte dieses Programms werden sich auch in der künftigen Biodiversitätsstrategie der Europäischen Union wiederfinden.

Hintergrund

In Mecklenburg-Vorpommern besuchen jährlich rund drei Millionen Gäste die Zoos und Tiergärten, darunter rund 62.000 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Lehr­kräfte und Erwachsengruppen, die die zoologischen Einrichtungen als außerschulische Lernorte nutzen.

Über den VdZ

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. mit Sitz in Berlin ist die führende Vereinigung wissenschaftlich geleiteter Zoologischer Gärten mit Wirkungsschwerpunkt im deutschsprachigen Raum. Der 1887 gegründete VdZ ist der weltweit älteste Zoo-Verband und gab den Anstoß zur Gründung des Weltzooverbandes (WAZA). Aktuell gehören zum VdZ 71 Mitgliedszoos in Deutschland, Schweiz, Österreich und Spanien. Zu den Schwerpunkten des VdZ gehören die Vertretung der Mitgliederinteressen, die Kommunikation und Kooperation mit Behörden, Politikern, Wissenschaftlern, Verbänden und den Medien. Weiterhin unterstützt der Verband Natur- und Artenschutzprojekte, sowie Bildung und Forschung in Zoos.