Anbau von Leguminosen ist wichtige Option für Landwirtschaft der Zukunft

Nr.292/2019  | 20.11.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

„In Anbetracht der derzeitigen Diskussionen rund um den Klimawandel, den Gewässer-, Boden- und Insektenschutz ist der verstärkte Anbau von Eiweißpflanzen eine wichtige Option für eine nachhaltige Landwirtschaft“, sagte Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald heute (20.11.) auf einer Konferenz des Lupinen-Netzwerkes in Güstrow. Das Netzwerk war 2014 als Teil der Eiweißstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit Minister Dr. Till Backhaus als Mitinitiator entstanden. Nach fünf Jahren wurde das Bundesprojekt nun beendet.

Das Lupinen-Netzwerk vereinte 43 Betriebe in sechs Bundesländern. Von Gülzow aus koordinierte die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) die Aktivitäten der Projektpartner aus Forschung, Beratung, Landwirtschaft und Wirtschaft mit dem Ziel, Anbau und Verarbeitung von Lupinen für die Tier- und Humanernährung auszuweiten und effektiver zu gestalten. Das Projekt sollte insbesondere die Abhängigkeit der deutschen Tierproduktion vom Importsoja als eiweißlieferndes Futtermittel verringern. 2018 wurden als Eiweißfuttermittel 3,4 Millionen Tonnen Soja verfüttert. Dem standen 25.000 Tonnen Lupinen gegenüber.

„Wir können feststellen, dass es in M-V nicht zuletzt durch die Impulse des Netzwerkes in den letzten fünf Jahren einen Anstieg beim Anbau der Hülsenfrüchte Süßlupine, Erbse, Ackerbohne und Sojabohne gab“, sagte Buchwald. Gegenüber 2010 habe sich die Anbaufläche von knapp 6.200 Hektar auf 24.700 Hektar vervierfacht. „Dies liegt auch daran, dass unser Förderprogramm „Anbau von vielfältigen Kulturen im Ackerbau“ als Agrarumwelt­maßnahme von den Landwirten (291 Anträge für 141.000 Hektar) gut angenommen wurde und dass das Greening der EU Wirkung zeigt“, führte Buchwald aus.

Deutschlandweit sei die Anbaufläche jedoch mit 11,7 Millionen Hektar insgesamt fast gleichgeblieben. Denn der Anbau von Körnerleguminosen sei derzeit nicht wirtschaftlich, so Buchwald. „Das größte Problem ist, dass die Mengenabsicherung (Ertragshöhe und -sicherheit) durch die Erzeuger einerseits und die zu geringen Preisangebote der aufnehmenden Hand andererseits nicht attraktiv genug sind“.

Andererseits würden die sich verändernden Rahmen­bedingungen der landwirtschaftlichen Produktion günstig für eine Erweiterung des Leguminosenanbaus sein, betonte Buchwald. So würde die weitere Verschärfung im Düngerecht die Bedeutung der Leguminosen als Stickstoffsammler im Boden erhöhen; sie könnten auch den Rückgang des Rapsanbaus kompensieren; die steigende Nachfrage nach gentechnikfreier Milch, Eiern und Fleisch führe zu einer höheren Nachfrage nach gentechnikfreien Futtermitteln aus Eigenproduktion und auch für die menschliche Ernährung erfreue sich Lupineneiweiß als Nischenprodukt steigender Beliebtheit.

„Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Arbeit des Netzwerks weitergeführt wird“, schloss Buchwald. Zur Fortsetzung der Arbeiten sollen mit dem kommenden Haushalt der LFA für die Jahre 2020 bis 2023 Landesmittel in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt werden. „Ich wünsche mir, dass die Lupine dadurch einen festen Platz in der Fruchtfolge und in der Verarbeitung bekommt.“

Weitere Informationen:
www.lupinen-netzwerk.de
www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de