Minister Backhaus: Lebensraum- und Artenschutz braucht Verbündete

Nr.049/2019  | 12.03.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Mecklenburg-Vorpommern steht für Wildnis und ist nicht zuletzt durch seine intakte Natur zu einem der beliebtesten Urlaubsländer in Deutschland geworden. Gerade die Nationalparke beweisen, dass sie trotz der mit ihnen verbundenen Restriktionen attraktive Reiseziele und Motoren der Regionalentwicklung sind. Wertvolle unberührte Natur zu schützen und sie gleichzeitig für die Menschen zu öffnen, ist eine schwierige Aufgabe, die nur durch ein gutes Miteinander verschiedener Partner gelingen kann“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus heute auf einer Festveranstaltung zum Saisonauftakt des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft in der Strandhalle in Ahrenshoop.

Knapp jeder zweite Bundesbürger achtet laut Angaben der 35. Deutschen Tourismusanalyse auf Reiseziele mit intakter Natur: „Obwohl in den Großschutzgebieten nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung leben, wird hier mehr als ein Drittel der Tourismusumsätze erwirtschaftet. Das zeigt, dass Naturschutz durchaus auch eine ökonomische Wirkung erzielt und für die Region förderlich ist“, betonte der Minister.

Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft bietet mit seinem bunten Mosaik der Lebensräume auf einer Fläche von 78.600 Hektar besonders vielfältige Heimstätten für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, so Backhaus. „Wildnis bedeutet aber auch, dass Tierarten kommen und gehen. Wo eine Art weichen muss, weil sie Offenland liebt, sich aber junger Wald breitmacht, folgten andere Arten. Wer mobil ist, zieht einfach weiter. Jede Art auf ihre Weise Für manch eine Tierart reicht das Refugium Schutzgebiet leider nicht zum Überleben. Hier ist auch ein Blick über den Rand des Schutzgebietes nötig. Dazu braucht es Verbündete“, führte er aus.

„Mit 83 Prozent Wasserfläche ist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zudem ein echter Meeresnationalpark. Meeressäuger, wie Seehunde und Kegelrobben, nutzen die einzigartigen Kaltwasser-Lagunen der Ostsee als eine Art Urlaubregion. Jahrhundertelange Bejagung, die Verschmutzung des Meeres und die Zerstörung der Ruheplätze an den Küsten haben sie hierzulande leider zu bloßen Gästen werden lassen. Unser Ziel ist es daher, ein funktionierendes Robbenmanagement aufzubauen“, so Backhaus. In der 2012 erstellten Strategie zur „Erhaltung und Entwicklung der Biologischen Vielfalt in M-V“ und im Managementplan für die „Westrügensche Boddenlandschaft mit Hiddensee“ wurden entsprechende Maßnahmen formuliert. Seit 2018 werden an der Küste von M-V wieder Geburten von Robben registriert.

Auch die Verunreinigung der Nationalparkstrände durch den Freizeitmüll der Besucher sei ein nicht zu übersehendes Problem und werde von Land und Kommunen aktiv angegangen: „Seit vielen Jahren führen das Nationalparkamt und die Darßgemeinden gemeinsam mit anderen lokalen Akteuren Müllsammelaktionen durch. Auch andere Nationalparkstrände werden zum Saisonstart, vor Ostern, gemeinsam von Müll befreit, um Gästen ein uneingeschränktes Naturerlebnis zu bieten und der Verantwortung eines nachhaltigen Umgangs mit der Natur vor Ort gemeinschaftlich Sorge zu tragen“, sagte Backhaus.

Die meisten Funde am Strand entfallen mit etwa 30 Prozent auf Plastikfragmente, wie Kunststoffbruchstücke und -folienfetzen. Allein 9 Prozent des Strandmülls sind Zigarettenstummel. Es folgen Plastikdeckel und -verschlüsse, zum Beispiel von Getränkeflaschen mit ca. 6,4 Prozent. Das hat das seit 2012 laufende Spülsaum-Monitoring des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) ergeben.

Hintergrund

In 2018 kamen ca. 160.000 Besucher in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, etwa 238.200 waren es im Nationalpark Jasmund.