Backhaus: „Elbe neigt zu Extremen“ – Tagung zum Hochwasserschutz

Nr.14/2018  | 14.11.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Am Donnerstag, dem 15. November 2018, ab 9 Uhr, kommt in Dömitz (Eventhalle „Dömitzer Gastronomie“, Hafenplatz 3) der Bund der Ingenieure aus Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) zusammen, um über den Hochwasserschutz entlang der Elbe zu sprechen.

Die Pegelaufzeichnungen der vergangenen Jahre machen den Handlungsbedarf deutlich: „Das Hochwasser von 2013 ist sicherlich noch jedem präsent. In Boizenburg hatten wir gerade noch 28 cm Luft bis zur Deichkrone“, sagte Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus im Vorfeld der Veranstaltung.

Die vor dem Hochwasser in 2013 (Hochwasserwert mit 721 cm am Pegel) datierten Höchstwerte in Dömitz stammen vom

  • 21./23. August 2002 mit 657 Zentimeter
  • 8./9. April 2006 mit 664 Zentimeter und
  • 22./23. Januar 2011 mit 672 Zentimeter

„Innerhalb von 11 Jahren wurde das bis dahin größte Hochwasser von 1981 mit 611 Zentimeter gleich viermal übertroffen“, resümierte der Minister.

Bei den Niedrigwasserständen liegen die Zeiträume, an denen Rekordwerte erreicht wurden, weiter auseinander. So wurde am 30. August 2018 mit 4 Zentimeter am Pegel der bisher niedrigste Elbwasserstand in Dömitz seit Beginn der Pegelaufzeichnungen an der Elbe in 1890 gemessen. Der bis dahin niedrigste Wasserstand betrug 6 Zentimeter und ist auf den 28. September 1947 datiert.

Die Gründe für die regelmäßig wiederkehrenden Hochwasserwerte seien einerseits im Klimawandel zu suchen, so Backhaus. Er habe Einfluss darauf, dass es zu häufiger auftretenden Starkregenereignissen mit der Folge von Hochwasserabflüssen in die Elbe gekommen ist. Das sei aber nur die eine Seite der Medaille: Die verstärkten Investitionstätigkeiten (Sanierung und Verstärkung der Hochwasserschutzanlagen) am Oberlauf der Elbe hätten dazu geführt, dass mehr Wasser in kürzerer Zeit die Elbe hinunter geflossen ist und für erhöhte Wasserständen bei den Unterlieger, wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, gesorgt hat.

„Deshalb freue ich mich, dass es gelungen ist, das Nationale Hochwasserschutzprogramm auf den Weg zu bringen. Mit diesem Programm wird es uns gelingen, den Oberlieger- Unterlieger- Ausgleich zu schaffen“, betonte Minister Backhaus. Das Programm wurde durch die Umweltministerkonferenz als Reaktion auf die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2013 beschlossen und sieht unter anderem Deichrückverlegungen sowie die Optimierung vorhandener und die Anlage neuer Flutpolder z.B. an der Havel und in der Lenzer Wische vor. vor.

Hauptziel dieser Maßnahmen ist es, mit diesen Rückhalteräumen von fast 14.000 ha die Unterlieger zu denen auch Mecklenburg-Vorpommern gehört bei extremen Hochwasserereignissen zu entlasten.

Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich auch finanziell an diesen beiden Vorhaben in Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Hintergrund BWK

Der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau e.V. (BWK) wurde 1904 gegründet. Er ist ein Berufsverband von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern wie Biologen, Chemiker, Hydrologen, Physiker, Techniker und andere Fachleute aus Forschung und Lehre, öffentlicher Verwaltung und freier Wirtschaft. Nicht zuletzt mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen setzen sie gemeinschaftlich und kooperativ die Inhalte und Ziele ihrer Arbeit fest und leisten so einen erheblichen Beitrag für einen sinnvollen Fortschritt.

Mit seinen 10 Landesverbänden und rund 4000 Mitgliedern aus ganz Deutschland ist der BWK aktiv im Umweltschutz, wirkt bei der Lösung technischer und naturwissenschaftlicher Aufgaben mit, gibt den Mitgliedern auf Lehrgängen, Tagungen und Seminaren die Möglichkeit der beruflichen und persönlichen Weiterbildung und vertritt die Interessen des Verbandes bundesweit bei verschiedenen Ausschüssen, Vereinen und Gremien.

Der BWK- Landesverband Mecklenburg Vorpommern hat 76 ordentliche sowie 19 fördernde Mitglieder. Er wird geführt von Mitarbeitern der Dezernatsgruppe Küste im StALU MM in Rostock.