Backhaus: Perspektiven für junge Leute im ländlichen Raum schaffen

Nr.399/2018  | 07.11.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Backhaus: Perspektiven für junge Leute im ländlichen Raum schaffen

Ab 2019 wird es an der Hochschule Neubrandenburg eine Fortbildung zum „Dorfmoderator“ geben. „Auf diese Weise sollen aktive jüngere wie ältere Menschen für den Dialog in ihren Dörfern fit gemacht werden“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute Nachmittag auf einer Diskussionsrunde während der Jahreskonferenz 2018 des Forum MV mit dem Titel „Ohne Jugend hat M-V keine Zukunft“.

Zudem werde es einen Wettbewerb der Kommunen geben, dessen Ziel das „Digitale Dorf“ als Softwarelösung zur Unterstützung des täglichen Miteinanders im Land ist, berichtete der Minister weiter.

Hintergrund für diese Pläne ist die Auswertung demografischer Untersuchungen in acht Landkreisen aus dem Jahr 2016. „Es gibt viele junge Leute, die gern im ländlichen Raum leben würden, dort aber momentan keine Perspektiven für sich sehen“, so Backhaus.

Die Studienteilnehmer aus Dörfern und Kleinstädten schätzen Natur, Gemeinschaft, Ruhe und Nähe zu Freunden. Kritisiert hatten sie in der Befragung die schlechten Freizeitmöglichkeiten, die mangelhafte Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr und die daraus resultierende Abhängigkeit vom Auto. Außerdem gaben 64 Prozent der Befragten an, dass sie fast keinen Einfluss auf die Politik an ihrem Wohnort haben. 80 Prozent der Befragten glaubten, dass die Politik die Interessen der jungen Menschen nicht ausreichend vertritt.

„Um die jungen Leute auf dem Land zu halten, braucht es gute Berufschancen und gute Löhne, bezahlbaren Wohnraum und Mobilitätsangebote nicht nur im Umfeld der größeren Städte, sondern überall im Land“, sagte Minister Backhaus. Zudem bedürfe es attraktiver Freizeitangebote, besserer Teilhabechancen der Jugendlichen in Vereinen und der Kommunalpolitik sowie der verbesserten digitalen Erreichbarkeit. „Das ist Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Und es funktioniert oft dort am besten, wo es eine aktive dörfliche Gemeinschaft gibt. Neben der finanziellen Unterstützung durch Land, Bund und EU sind engagierte Menschen aller Altersgruppen vor Ort der Dreh- und Angelpunkt einer funktionierenden Dorfgemeinschaft“, so Backhaus. Die Akteure vor Ort besser zu beraten, zu informieren und zu vernetzen, habe sich das Forum MV zur Aufgabe gemacht. Das Bündnis wird aus dem EPLR-Fonds über das Landwirtschaftsministerium gefördert.