Landesforstanstalt setzt auf dezentrale Strukturen und junge Führungskräfte

Nr.225/2019  | 03.09.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Der Verwaltungsrat der Landesforstanstalt hat heute auf seiner 56. Sitzung über die künftige Organisationsstruktur und den Zustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern beraten.

„Die Landesforstanstalt ist ein Erfolgsmodell, um das uns andere Bundesländer beneiden. Mit über 1.000 Mitarbeitern und fast 660 Mio. Euro Bilanzvermögen ist sie das größte Wirtschaftsunternehmen der Landesregierung. Um ihrer Hauptaufgabe – dem Schutz und der Mehrung des Waldes – gerecht werden zu können, ist es wichtig, vorhandene Strukturen mit Blick auf die sich stetig ändernden Rahmenbedingungen immer wieder neu zu hinterfragen“, sagte Agrarstaatssekretär und Verwaltungsratsvorsitzender der Landesforstanstalt Dr. Jürgen Buchwald im Anschluss an die Sitzung.

Insbesondere die Witterungsextreme der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass es innerhalb der Landesforst flachere Hierarchien geben muss, um auf solche Ereignisse schneller reagieren zu können. Das bedeute konkret, dass beispielsweise Forstamtsleitern mehr Verantwortung übertragen werden soll.

Um die Landesforst zukunftsfähig aufzustellen, sollen mittelfristig auch mehr junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Führungsämter kommen, erklärte der Staatssekretär. Altersbedingt würden in den kommenden Jahren einige Führungspositionen frei. Diese gelte es, qualifiziert zu besetzen. „Uns ist bewusst, dass die geplanten Umstrukturierungen für Verunsicherung in der Belegschaft sorgen. Ich gehe aber davon aus, dass wir es schaffen werden, den Mitarbeitern zu vermitteln, dass wir sie brauchen und dass wir auch künftig qualifiziert miteinander arbeiten“, zeigte sich Buchwald zuversichtlich.

Neben den organisatorischen Herausforderungen innerhalb des Unternehmens arbeite das Umweltministerium ebenso inhaltlich-strategisch an Konzepten, um die hiesigen Wälder an den Klimawandel anzupassen, betonte Buchwald. Das Land habe die alarmierenden Hinweise der Klimaforscher frühzeitig aufgegriffen und bereits 2010 ein umfassendes Maßnahmenkonzept erarbeitet, unterstrich er.

Mit Blick auf die klimabedingten Waldschäden bestätigte der Verwaltungsrat heute die vom Vorstand eingeleiteten Schritte. „Priorität haben jetzt die Beseitigung von Waldschäden, die schnelle Aufarbeitung von Insekten befallenem Holz sowie die Sicherstellung einer anschließenden Aufforstung und Naturverjüngung, vorrangig mit standortsangepassten Laubhölzern“, erklärte Buchwald.

Der Staatssekretär kündigte an, dass es auf Einladung von Umweltminister Dr. Till Backhaus auch ein Gespräch mit den Forst- und Naturschutzverbänden zum Einfluss des Wildes auf die Naturverjüngung geben soll. „Wir freuen uns, dass die Verbände in einem abgestimmten Brief an uns herangetreten sind. Der Brief zeigt die hohe Erwartungshaltung der zuständigen Verbände an die Landesregierung. Wir nehmen die vorgetragenen Argumente sehr ernst und sind selbstverständlich bereit, verschiedene Ansätze gemeinsam zu diskutieren“, sagte er abschließend.

 

Hintergrund

Allein im Landeswald mussten in 2018 380.000 Festmeter Holz aufgrund von Schädigungen der Bestände außerplanmäßig geerntet werden. Rund 80 Prozent davon sind Fichten, die durch Borkenkäfer befallen wurden. Auch wenn die Schäden damit nicht so dramatisch sind, wie in fichtenreicheren Bundesländern, so stellen sie die Waldbesitzer doch vor besondere Herausforderungen. Deutschlandweit fielen in 2018 35 Millionen Festmeter Schadholz an.