Agrardiplomaten aus 14 Ländern der Welt informierten sich in MV

Nr.216/2019  | 29.08.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Wir müssen uns gemeinsam der globalen Verantwortung für die Zukunft dieses Planeten stellen. Deshalb sind mir Zusammentreffen wie diese sehr wichtig“, begrüßte der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, heute in Greifswald die für Landwirtschaft zuständigen Attachés von 14 diplomatischen Vertretungen aus allen Teilen der Welt.

Angesichts der massiven globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und die Ernährungssicherheit der rasant wachsenden Weltbevölkerung dürfe es einfach keinen Raum mehr für nationale Egoismen geben, sagte er weiter. Backhaus stellte das Küstenland vor und stellte dabei die reiche Naturausstattung und die wichtige Rolle der Land- und Ernährungswirtschaft heraus.

Die Agrardiplomaten waren auf Einladung des Bundes­ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Greifswald. Das BMEL lädt einmal jährlich die in Berlin akkreditierten Attachés zu einer Informationstour in wechselnde Bundesländer ein. Bei der Fahrt nach Greifswald standen dieses Jahr auf dem Programm:

  • die Tätigkeit des Friedrich-Loeffler-Instituts - Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit (FLI) auf der Insel Riems, insbesondere im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest und anderen Tierseuchen,
  • die Anstrengungen des Landes zum Moorschutz als Betrag zum Klimaschutz am Beispiel der Tätigkeit des Greifswald Moorschutz Centrums (GMC) sowie
  • die Herausforderungen des demografischen Wandels für die Entwicklung des ländlichen Raums am Beispiel des Landkreises Vorpommern-Greifswald.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat als Bundeseinrichtung seinen Hauptsitz auf der Insel Riems bei Greifswald. Es erforscht hauptsächlich Infektionskrankheiten der Nutztiere. Ziel ist u.a. der Schutz vor Krankheiten durch eine verbesserte Diagnose, Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen und Zoonosen. Mit der Errichtung der neuen Labor- und Stallbereiche an historischer Stelle steht seit 2013 auf der Insel Riems das modernste Tierseuchenforschungsinstitut Europas. Von der Ausstattung her zählt der Neubau sogar zu den drei weltweit führenden Tierforschungsinstituten. Durch die Sicherheitsstufe L4 kann auch mit den gefährlichsten Viren geforscht und gearbeitet werden.

Im Greifswald Moor Centrum laufen alle moorbezogene Aktivitäten am Standort Greifswald zusammen. Die Karrendorfer Wiesen nördlich Greifswald sind ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung von Küstenüberflutungsmooren an den Vorpommerschen Boddengewässern. Als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis hat das GMC eine weltweite Bedeutung. So koordiniert das GMC die weltweit größte Datenbank zu Verbreitung und Zustand der Moore auf der Erde. Seit 2018 wird am Standort Greifswald an einer Mesokosmen-Anlage und zu Torfmoospflanzen geforscht.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald steht beispielhaft für den demografischen Wandel in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns, dem am dünnsten besiedelten deutschen Bundesland. Die jüngst von der Landesregierung vorgestellte Bevölkerungsentwicklung bis 2040 prognostiziert, dass nicht nur die Bevölkerungszahl Vorpommern-Greifswalds um 12 Prozent sinken, sondern auch noch gleichzeitig der Anteil der über 65-Jähriugen von derzeit 28 Prozent auf 36 Prozent steigen werde. „Wir haben die demografische Entwicklung verstanden und stellen uns darauf ein“, erklärte Landrat Michael Sack den Diplomaten. Gleichzeitig werbe der Landkreis aktiv dafür, dass junge Fachkräfte mit ihren Familien ihren Lebensmittelpunkt in die Dörfer verlegen. „Unter der Voraussetzung, dass die Breitbandversorgung gewährleistet ist, kann man bei uns wie nirgendwo sonst seinen Beruf in naturnaher, gesunder Umgebung ausüben und ist dennoch mit dem Rest der Welt verbunden“, verwies der Landrat darauf, dass es auch Chancen für ländliche Räume gebe.

„Ich würde mich freuen, wenn der heutige Besuch den Anstoß für einen weiteren Austausch zwischen unseren Ländern geben konnte“, sagte der Minister zum Ausklang der Informationstour. Er hoffe, dass die Reise neugierig auf das schönste deutsche Bundesland gemacht habe, sodass die Diplomaten dienstlich oder privat mit Freunden und Familie wieder kommen.