Warenautomaten können soziale Rolle des Dorfladens nicht ersetzen

Nr.083/2019  | 10.04.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

„Ein Warenautomat zur Versorgung mit Lebensmitteln kann auf dem Dorf ergänzend wichtig sein, aber die soziale Funktion eines Dorfladens nicht ersetzen“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf der Sitzung des Landtages. Deshalb unterstütze die Landesregierung mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) die Landesinitiative „Neue Dorfmitte“. Seit 2013 sind in Zuständigkeit der Obersten Landesplanungs­behörde 2,7 Mio. Euro in Dorfläden investiert worden. Hinzu kommen noch einmal 174.000 Euro aus dem Strategiefonds für solche Projekte.

Damit trage die Landesregierung dem Umstand Rechnung, dass kleine Läden auf dem Dorf es sehr schwer haben, wirtschaftlich zu bestehen. Vor allem weil Mecklenburg-Vorpommern mit über 500 m² Verkaufs­fläche je 1.000 Einwohner zu den Spitzenreitern im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zählt. Lebensmitteldiscounter in fast allen zentralen Orten decken – ausgehend von einem Einzugskreis von jeweils zehn Kilometern - insgesamt 98 Prozent der Landesfläche ab. Gleichzeitig haben Menschen, die wenig oder gar nicht mobil sind, oftmals Probleme, die Dinge des täglichen Bedarfes kaufen zu können.

Mit Interesse beobachte er ein Modellvorhaben über die Land(auf)Schwung-Modellregion Vorpommern-Rügen. „Mit einer Fördersumme von 13.800 Euro (Förderquote 60 Prozent) wird bei der Ostseemühle in Langenhanshagen in ca. 4 bis 6 Wochen ein Warenautomat nach Ladenschluss und an den Wochenenden - also eben ergänzend zum Treffpunkt Hofladen - neben den regionalen Produkten der Ostseemühle auch Frischeprodukte, wie Eier und Milch oder auch abgepacktes frisches Brot anbieten.“

Er gehe davon aus, dass es im Herbst erste Erfahrungen gibt, wie Einheimische und Touristen auf diese Möglichkeit der Nahversorgung reagieren und wo nachgesteuert werden müsse. „Dann haben wir ausreichend Wissen und Knowhow, um andere Unternehmen und Kommunen von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen“, sieht Backhaus nicht die Notwendigkeit neuer Wettbewerbe zur Entwicklung von Standorten für Warenautomaten.