Junge Leute braucht MV – Konferenz zu Lebenschancen auf dem Land

Nr.396/2018  | 06.11.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Am morgigen Mittwoch, dem 7. November 2018, findet ab 9 Uhr im Regionalen Beruflichen Bildungszentrum in Waren (LK Mecklenburgische Seenplatte) die Jahreskonferenz des Forums Ländliche Entwicklung und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern statt. Nach dem in den vergangenen Jahren Vernetzung und ländliche Entwicklung, insbesondere in Vorpommern, im Mittelpunkt standen, stehen dieses Mal unter dem Motto „Ohne Jugend hat MV keine Zukunft“ die Belange von Jugendlichen im Vordergrund.

„Es gibt viele junge Leute, die gerne im ländlichen Raum leben würden, es aber nicht tun, weil sie in ihrer Heimat keine Perspektiven haben. Sie schätzen ihren Wohnort, weil sie dort Natur, Gemeinschaft, Ruhe und Nähe zu Freunden haben. Was sie am Leben im ländlichen Raum stört, sind unter anderem die begrenzten Freizeitmöglichkeiten und die Abhängigkeit vom Auto aufgrund der mangelhaften ÖPNV-Anbindung“, sagt der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus mit Blick auf die Veranstaltung.

Als zuständiger Fachminister für die ländliche Entwicklung wird er den teilnehmenden Jugendlichen auf der Konferenz ab ca. 13 Uhr als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Zunächst jedoch formulieren und diskutieren die ca. 60 teilnehmenden Jugendlichen in fünf Arbeitsgruppen Ideen und Vorschläge zu den Themen Mobilität, Ausbildung, Vereinsleben, Politik und Institutionen und tragen diese dem Minister anschließend vor. „Ich möchte aus erster Hand erfahren, was die Jugendlichen hierzulande tatsächlich bewegt und was in ihren Augen noch getan werden muss, damit ein Leben auf dem Land für sie überhaupt in Frage kommt“, so Backhaus.

Seit der Gründung Mecklenburg-Vorpommerns wurden rund 4 Milliarden Euro, davon knapp 2 Milliarden Euro Fördermittel, allein in die Dorferneuerung die ländliche Infrastruktur, die Flurneuordnung, LEADER-Projekte sowie Sport- und Bildungsstättenförderung (wie Schulen, Kitas, Dorfgemeinschaftshäuser, Sportanlagen, etc.) investiert.

Die Kehrseite der Medaille: „Wir können nur investiv unterstützen. Um junge Leute auf dem Land zu halten und ihnen dort eine Perspektive ermöglichen, gehören noch viele andere Faktoren: gute Berufschancen und gute Löhne, flächendeckende Mobilitäts- und Freizeitangebote, oder digitale Erreichbarkeit. Das muss Aufgabe der gesamten Gesellschaft sein“, betont Backhaus.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt der Veranstaltung ist die Frage danach, wie gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen gelingen kann. „Junge Menschen wollen in ihren Dörfern mitbestimmen, aber eben auf ihre Art. Oft klappt es da am besten, wo es eine gut funktionierende, aktive dörfliche Gemeinschaft gibt. Die finanzielle Unterstützung durch Land, Bund und EU ist wichtig – keine Frage. Aber Dreh- und Angelpunkt sind engagierte Menschen vor Ort – und zwar aller Altersgruppen“, sagt er weiter.

Diese Akteure besser zu beraten, zu informieren und zu vernetzten ist Aufgabe des FORUM M-V. Ab kommenden Jahr wird es auf Initiative des Ministers hin, eine Fortbildung „Dorfmoderator“ an der Hochschule Neubrandenburg geben. Auf diese Weise sollen aktive Menschen für Dialogprozesse in ihren Dörfern fit gemacht werden. Auch soll das „Digitale Dorf“ als Softwarelösung zur Unterstützung des täglichen Miteinanders im Land implementiert werden. Dazu soll es 2019 einen Wettbewerb für die Kommunen geben.