Land unterstützt Moorschutzprojekt, Flächenankauf nur Teil der Förderung

Nr.381/2018  | 25.10.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus ist heute Nachmittag vor dem Schweriner Landtag Fehlinterpretationen um die Förderung des Landes für den Ankauf des Anklamer Stadtbruchs durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe entgegengetreten.

"Ziel des Vorhabens ist nicht primär die Flächensicherung, sondern die naturschutzfachliche Aufwertung des Anklamer Stadtbruchs“, sagte der Minister. Das Land fördere nicht den Ankauf an sich, sondern werde ein Moorschutzprojekt unterstützen, zu dem auch die förderfähige Herstellung der Flächenverfügbarkeit gehöre. Denn bekanntlich hatte sich die Stadt Anklam um den Verkauf der Flächen bemüht, um Eigenmittel für andere Investitionen zu generieren. So sei der Erwerb der Flächen zur Realisierung des Projektes notwendig geworden.

Dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) liegt seit Mitte September ein Förderantrag der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe einschließlich einer Projektskizze vor. Diese ist noch unvollständig. Insbesondere steht noch die Abstimmung mit einigen Flächeneigentümern und eventuell weiteren Betroffenen aus, in deren Ergebnis es zu wesentlichen inhaltlichen Änderungen kommen kann.

Eine dauerhafte Anhebung der Wasserstände über den Haffwasserstand sehe das Projekt nicht vor. Das seit dem Deichbruch im Jahre 1995 vernässte Gebiet des Stadtbruchs wird derzeit schon bei kleineren Hochwässern im Haff schnell überflutet. Das führt zu Nähr- und Schadstoffeinträgen und gefährdet das Entwicklungsziel für das FFH-Gebiet. Nun sollen die Gräben so verschlossen werden, dass das Wasser nur noch bei stärkeren Hochwässern und verlangsamt in das Gebiet einströmt. Und auch der Abfluss werde deutlich verlangsamt.

„Die Landesregierung wird zudem ein Moorschutzprojekt nur fördern, wenn nachteilige Auswirkungen auf die Infrastruktur ausgeschlossen werden können“, stellte Backhaus klar. Der Antragsteller verpflichte sich mit der Annahme des Förderbescheides auch, Folgekosten aus dem Projekt zu übernehmen. Zusätzlich umfasse das Projekt Maßnahmen zur Steigerung der öffentlichen Akzeptanz und Maßnahmen zum Monitoring.