Minister nahm an länderübergreifender Ölwehrübung auf der Ostsee teil

Nr.262/2018  | 02.08.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

Umweltminister Dr. Till Backhaus nahm heute Vormittag als Beobachter an einer deutsch-dänischen Übung zur länderübergreifenden Schadstoffunfallbekämpfung in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns teil. „Ich halte die internationale Zusammenarbeit für unverzichtbar, wenn es darum geht, die Küsten durch rechtzeitiges und gezieltes Eingreifen vor den Auswirkungen eines Seeunfalls mit gefährlichen Transportgütern zu schützen und Gefahren weitestgehend abzuwehren“, sagte der Minister auf der anschließenden Pressekonferenz.

Backhaus unterstrich, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern seit Inkrafttreten einer Havariekommando-Vereinbarung der fünf norddeutschen Küstenländer mit der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2002 rund 21,4 Millionen Euro in die Verbesserung des gemeinsamen Unfallmanagements auf der Ostsee und der Nordsee investiert hat. Aktuell belaufen sich die jährlichen Investitionen des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt MV für diese Aufgabe auf rund 1,6 Millionen Euro.

Die Summe wird unter anderem in die Beschaffung und Unterhaltung von Schiffen, Gerätschaften und Einrichtungen zur Ölbekämpfung sowie in schwimmfähige Erkundungs- und Einsatzfahrzeuge investiert.

Der Minister verwies auf das wachsende Risiko eines Schadstoffunfalls auf See durch den zunehmenden Schiffsverkehr auf der Hauptverkehrsroute der Ostsee und die gleichfalls zunehmende Menge der transportierten Öle und Chemikalien.

Derzeit werden in der Kadetrinne jährlich ca. 47.000 Schiffsbewegungen registriert. „Der Verkehr in der Ostsee und im Nordostseekanal wird bis zum Jahr 2025 um durchschnittlich 1,5 Prozent wachsen. Für die Häfen Rostock, Wismar und Lübeck-Travemünde wird sogar eine Wachstumsrate von 2,1 Prozent prognostiziert“, sagte der Minister. Die Menge der pro Jahr auf der Ostsee transportierten Öle liege derzeit bei 196,2 Millionen Tonnen; in der Nordsee bei 66,8 Millionen Tonnen. Bis 2025 werde die Menge der transportierten Öle, Chemikalien und Gase um 2,5 bis 3 Prozent steigen. „Die potentielle Gefährdung der Ostsee durch meeresgefährdende Stoffe nimmt also stetig zu“, so Backhaus.

Eine weitere Gefahr stelle der geplante Bau zweier weiterer Offshore-Windparks in der Ostsee dar. „Deshalb ist das gemeinsame Unfallmanagement von Bund und Küstenländern auf Ostsee und Nordsee unabdingbar“, sagte der Minister weiter.

Das Szenario der vom Havariekommando Cuxhaven organisierten und geleiteten Übung sah vor, dass nach der Kollision zweier Schiffe in der Kadetrinne eine große Menge Öl austritt, das bei Drift auf die Küste vor Fischland-Darß/Zingst den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zu gefährden droht. Sieben deutsche und zwei dänische Spezialschiffe, darunter die „Strelasund“ und die „Vilm“ aus Mecklenburg-Vorpommern, brachten im Bereich des Offshore-Windparks Baltic I Hochseeölsperren und bordeigene Ölaufnahmegeräte aus. An der Übung waren zudem ein Ölüberwachungsflugzeug des Havariekommandos und ein Hubschrauber der Bundespolizei beteiligt.

Zu der Übungssituation gehörte neben dem Ölbekämpfungseinsatz auch der Ausfall eines der beteiligten Spezialschiffe. Das Ölauffangschiff „Vilm“ simulierte einen Maschinenschaden und musste von einem Notschlepper aus dem Übungsfeld geschleppt werden.

„Nach meinen Beobachtungen verlief alles routiniert und reibungslos. Die dänischen und deutschen Einsatzkräfte haben durch ihr engagiertes Zusammenwirken diesen simulierten Ernstfall schnell und umsichtig unter Kontrolle gebracht“, urteilte der Minister.

Die Übung war im Rahmen des SweDenGer-Abkommens zwischen Schweden, Dänemark und Deutschland anberaumt worden. Mecklenburg-Vorpommern und die Bundesrepublik sind Partner einer Reihe von internationalen und regionalen Abkommen zur gemeinschaftlichen Schadstoffunfallbekämpfung auf See.