Landwirtschaftsministerium fördert kollektive Aalbesatzmaßnahme

Nr.173/2018  | 04.06.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Zur Unterstützung einer kollektiven Aalbesatzmaßnahme hat der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, am heutigen Montag (04.06.) dem Präsidenten des Landesanglerverbandes, Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski, einen Zuwendungsbescheid über rund 57.000 Euro übergeben. „Das durch EU- und Landesmittel mitfinanzierte Besatzprogramm mit Jungaalen ist eine wesentliche Säule des Managementplanes des Landes, um den Bestand des Europäischen Aales entsprechend der Europäischen Aalverordnung zu sichern“, sagte der Staatssekretär.

Der Landesanglerverband hatte Ende Mai in Zusammen­arbeit mit sieben Angelvereinen etwa 240.000 vorgestreckte Aale in 181 Gewässer Mecklenburg-Vorpommerns ausgesetzt. Damit die Jungaale nach ihrer Vorstreckphase die komplette Wachstumsperiode in unseren heimischen Gewässern nutzen können, ist ein Besatz bis Mai erforderlich. Deshalb war ein vorzeitiger Maßnahmebeginn bewilligt worden.

HINTERGRUND:

Der Europäische Aal steht auf der Liste der bedrohten Tierarten. Seit den 70-er Jahren wird eine ständige Abnahme des Bestandes festgestellt. 2007 erließ die EU deshalb eine Verordnung, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, Managementpläne zu erarbeiten und umzusetzen, die den Bestand des Europäischen Aals sichern.

„Kinderstube“ der Aale ist die Sargassosee im Atlantik östlich Florida. Die jungen Aale werden im Zeitraum von drei Jahren mit der Golfströmung über den Atlantik an die Küsten Westeuropas getrieben. Die Glasaale steigen in die Binnengewässer auf und pigmentieren sich. Nach etwa 20 Jahren wandern die laichbereiten Aale wieder in die Sargassosee. Ziel der EU ist es, dass wieder 40 Prozent der Blankaale abwandern, um die Laichgebiete zu erreichen. Gemäß dem Deutschen Managementplan wird dieses Ziel voraussichtlich 2040 erreicht werden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist dabei allein verantwortlich für die Bestandsentwicklung im Flusseinzugsgebiet Warnow/Peene und handelt gemäß einem gesamtdeutschen Rahmenplan in den Einzugsgebieten von Elbe, Trave und Oder.

Mittels der Förderung des Landes M-V und der EMFF-Mittel der EU wurden im Zeitraum 2009 bis 2017 insgesamt 55,7 Tonnen vorgestreckte Aale, also etwa 7,75 Millionen Stück, in die Gewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgesetzt. Angler und Berufsfischer beteiligen sich an der Finanzierung und führen die Besatzmaßnahmen durch, weil sie ebenfalls großes Interesse am Erhalt der Fischart haben.

Das Besatzprogramm wird wissenschaftlich von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei begleitet. Für die Sicherstellung optimaler Aufwuchsbedingungen wird seitens des Instituts für Fischerei eine Besatzempfehlung in Abhängigkeit der Gewässereigenschaften ausgesprochen.