Nationale Naturlandschaften zogen 2017 über 700.000 Besucher an

Nr.050/2018  | 27.02.2018  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Fast ein Fünftel der Landesfläche Mecklenburg-Vorpommerns gehört zu den geschützten Nationalen Naturlandschaften (NNL). Die drei Nationalparks, die drei Biosphärenreservate und die sieben Naturparks Mecklenburg-Vorpommerns nehmen rund 545.700 Hektar der Landesfläche ein. „Zusammen mit den Naturschutz- und den Landschaftsschutzgebieten kommt unser Land sogar auf fast 1 Million Hektar Schutzgebietsfläche. Das sind 32,1 Prozent unserer Landesfläche“, berichtete Umweltminister Dr. Till Backhaus auf dem heutigen Forum Nationale Naturlandschaften mit dem Titel „Wunsch oder Wirklichkeit – wie weiter mit unseren grünen Schätzen?“
Die Nationalen Schutzgebiete, die die wertvollsten Landschaftsbereiche von MV verkörpern, leisten „einen bedeutenden Beitrag der zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften und zur Entstehung großräumiger Wildnisgebiete“, sagte der Minister.
Zugleich würdigte er die immense Bedeutung der Nationalen Naturlandschaften für Tourismus und Regionalentwicklung. Das umfängliche Besucherlenkungs- und -betreuungssystem in den NNL mit insgesamt 24 Besucherinformationssystemen, 53 Lehr- und Erlebnispfaden, 115 Beobachtungspunkten und 5517 Kilometern Fuß- und Radwanderwegen sowie 1263 Kilometern Reit- und Kutschwegen trage wesentlich zum Erlebnis- und Bildungswert und damit zur regionalen Wertschöpfung bei. „Im Jahr 2017 wurden in Infozentren, bei Führungen oder Veranstaltungen fast 700.000 Besucher persönlich betreut. Die Gesamtzahl der Besucher in den NNL liegt noch erheblich höher“, so der Minister.
Auch die Beherbergungsbetriebe profitierten von den Nationalen Naturlandschaften. „Eine Studie der Universität Würzburg für unsere drei Nationalparke stellt fest, dass deren jährlich über 5,8 Millionen Besucher einen Umsatz von 357,7 Millionen Euro generieren. Davon verbleiben 185,6 Millionen Euro als direkte Einkommenseffekte in den Nationalparkregionen. Das entspricht 1630 Euro je Hektar Nationalparkfläche. Hinzu kommen die Effekte der Biosphärenreservate und Naturparks“, rechnete Dr. Backhaus vor.
Auch für den Bildungsbereich haben die NNL einen hohen Stellenwert. Bei speziellen Führungen für Kinder und Jugendliche, Junior-Ranger-Ausbildungen, Projekttagen und Camps wurden im Jahr 2016 fast 20.000 Teilnehmer gezählt. Derzeit leiten Betreuer in den NNL 30 Junior-Ranger-Gruppen an; in den Schutzgebieten gibt es 15 Einsatzstellen für Teilnehmer eines Freiwilligen ökologischen Jahres.
„Die Kehrseite der Medaille ist der hohe Aufwand für die qualitativ hochwertige Besucherbetreuung und die Unterhaltung der Besucherinfrastruktur“, so Dr. Backhaus. Er regte neue Wege der Finanzierung und eine Beteiligung des Bundes, etwa über einen angemessenen Kostenausgleich in Gestalt eines „grünen Soli“ an. „MV gehört zu den finanzschwächsten Bundesländern. Zugleich haben wir mit 2 Prozent den höchsten Flächenanteil an Nationalparks. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 0,6 Prozent“, begründete er. Auch das Land MV müsse neue Finanzierungsmöglichkeiten für die Nationalen Naturlandschaften erschließen.
Denkbar sei eine Öffnung der Kurabgabe oder die Weiterentwicklung des Kommunalabgabengesetzes. Ein gutes Beispiel für ein neues Finanzierungsmodell sei die Entwicklung des Müritz-Nationalparktickets. Beherbergungsbetriebe in Waren und den Anliegergemeinden des Müritz-Nationalparks erheben für die Linie des Nationalparkbusses über die Kurtaxe 50 Cent pro Übernachtung. Dafür können Kurkarten-Inhaber den Bus kostenlos nutzen.
„Die Nationalen Naturlandschaften sind bedeutende Aushängeschilder für ihre Region. Unsere drei Biospärenreservate sowie Teile der Nationalparks Jasmund und Müritz besitzen sogar die Unesco-Anerkennung als Weltnaturerbe-Gebiete. Und seit 2016 sind die 1000-jährigen Ivenacker Eichen als erstes Nationales Naturmonument in Deutschland festgesetzt worden. Darauf können wir stolz sein“, schloss Minister Backhaus.