Backhaus: Reittourismus im Land fördern und weiter entwickeln

Nr.359/17  | 08.11.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Ich freue mich, dass der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit dem Netzwerk Reittourismus die hiesige Region für Pferd und Reiter weiterentwickelt“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Anklam anlässlich der Auftaktkonferenz des Netzwerkes Reittourismus Vorpommern-Greifswald. „Durch das freie Betretungsrecht des Waldes in Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen wir einen aktiven Beitrag zur Erholung eines jeden einzelnen in der Natur“, führte der Umweltminister aus.

In MV gibt es rund 3400 Kilometer Reit- und Fahrwege im Wald und ca. 2400 Kilometer in der offenen Landschaft. Laut Landeswaldgesetz ist das Reiten und Fahren mit Gespannen im Wald nur auf dafür ausgewiesenen Wegen und Plätzen gestattet. Ausgewiesen werden Reit-, Rad- und Wanderwege von Landkreisen und Gemeinden. Aufgrund fehlenden Personals und fehlender Sachmittel setzten Kommunen und Landkreise diese Anforderung aber bisher häufig nicht um. Das Ergebnis sei ein nicht zusammenhängendes Reitwegenetz mit erheblichen Lücken.

Eine grundsätzliche Freigabe der Waldwege für Reiter hingegen führe zu Interessenkollisionen mit anderen Nutzern und Eigentümern und erhöhtem behördlichen Aufwand, etwa durch Entschädigungsforderungen von Waldbesitzern, oder durch eine Kennzeichnungspflicht der Pferde, um Verstöße zu ahnden. „Deshalb präferiere ich zusammen mit dem Landeswaldforum die Lösung, die Lücken der vorhandenen Reitwege auszubauen, um so ein verbundenes Reitwegenetz zu entwickeln“, sagte Dr. Backhaus.

Im Landeswaldforum engagieren sich über 30 Verbände, Vereine und Institutionen, darunter auch der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern für Reiten, Fahren und Voltigieren e. V. sowie auch die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland e.V. (Landesverband M-V).

Im Rahmen des ELER fördert das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt die Beschilderung von Reitwegen im Wald zu 85 %. Seit 2008 wurden 7 Anträge für 18,5 km lange Reitwege mit ca. 69.000 € gefördert, bei einem gesamten Investitionsvolumen von 93.000 €.

Seit Februar 2017 gibt es zudem die erste landesweit einheitliche digitale Reitwegekarte für Mecklenburg-Vorpommern. Diese wurde aus sechs verschiedenen Teilkarten durch die Landesforstanstalt unter Mitwirkung der Landkreise, Gemeinden und des Landestourismusverbandes erstellt. Damit soll der Bedarf an Reitwegen im Land weitgehend abgedeckt werden, die Reittouristen gelenkt, Konflikte mit anderen Nutzern wie Radfahrern und Wanderern vermieden, aber auch Touristen auf interessante Orte hingewiesen werden. Gleichzeitig sollen die drei Fernreitwege Lübeck-Stettin, Usedom-Berlin und der Gestütsweg Redefin-Neustadt/Dosse bekannter gemacht werden. Außerdem ist die Karte als erste landesweite Grundlage für eine Evaluierung des Reit- und Fahrwegenetzes zu nutzen und soll einmal jährlich fortgeschrieben werden.