MV gewinnt 6.650 ha Fläche für ökologischen Landbau in 2016

Nr.160/2017  | 10.05.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Aktuelle Auswertungen des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt und des Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei haben ergeben, Mecklenburg-Vorpommern 2016 rund 6.650 ha ökologische Anbaufläche hinzugewonnen hat.

Mit Stand vom 31.12.2016 sind hierzulande 1.099 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft entsprechend der EG-Ökoverordnung zertifiziert. 843 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften ca. 132.200 ha Landwirtschaftsfläche ökologisch – fast jeder fünfte Betrieb.

„Damit liegt der Öko-Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche hierzulande bei 9,85 %. Dies ist ein Spitzenwert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt für das Jahr 2016 von ca. 7,0 %. Damit nimmt unser Land sowohl hinsichtlich der Wirtschaftskraft als auch im Rahmen der Behördenarbeit eine führende Rolle ein“, freut sich Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt.

Ein weiterer Flächenzuwachs wird zudem in 2017 erwartet. Bereits in den ersten 4 Monaten sind weitere 2.000 ha im Kontrollverfahren von 19 Landwirtschaftsbetrieben angemeldet worden.

Ein wichtiger Faktor für erfolgreiches Wirtschaften sind Backhaus zufolge angemessene Erzeugerpreise. Das gelte trotz der flächenbezogenen Förderung auch für den ökologischen Landbau. „Wie überall in der Landwirtschaft bewegen sich die Öko-Betriebe in einem knallharten europäischen Wettbewerb. Das heißt, die quantitative Erhöhung muss mit einem nachhaltigen und marktgerechten Wachstum der Branche einher gehen“, betonte er. Sein Ziel sei, die Instrumente der Agrarpolitik auf die wachsenden Herausforderungen auszurichten, um den ökologischen Landbau als eine besondere Chance des Landes Mecklenburg-Vorpommern weiter auszubauen. .

Auch wies der Minister in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Antragsfrist für die Agrarförderung am 15.05.2017 endet. Besonders wichtig sei, dass alle Landwirte die Unterlagen zur Antragstellung für den Ökolandbau bzw. den anderen Agrarumweltmaßnahmen gründlich und präzise ausfüllen. Nur so könnten Abzüge und Sanktionen vermieden werden.

Dazu zwei Beispiele: Bis zum 15.05.2017 muss in Ökobetrieben, die neu im Kontrollverfahren sind, eine Erstkontrolle durch die Kontrollstelle erfolgen. Bei der Anlage von mehrjährige Blühstreifen oder -flächen für Bienen – Maßnahme zur Förderung von Strukturmaßnahmen – müssen Ökolandwirte neben Ökosaatgut auch gebietsheimisches Saatgut einsetzen.

Ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe erhalten bei der Umstellung auf Ökolandbau für ihre besonders umwelt- und tierschutzgerechte Wirtschaftsweise einen Fördersatz von 260 €/ha Ackerland oder Grünland, 835 €/ha bei Gemüse und 1.150 ha bei Dauerkulturen. Im Rahmen des Landesprogramms „Ökokompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020“ wird im EU-Förderprogramm „Förderung von Beratungsleistungen im Bereich Landwirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ die Beratung der Ökobetriebe mit 90%, die Erstberatung sogar mit 100% Zuschuss unterstützt.

Hintergrund:

Auch in 2016 entschieden sich wieder mehr Landwirte für eine Umstellung auf Bio. In den Jahren 2015 und 2016 wurden ca. 13.000 ha auf ökologische Wirtschaftsweise in MV umgestellt. Trotz bestehender Unsicherheit um die EU-Öko-Verordnung entfalteten verbesserte Rahmenbedingungen in vielen Bundesländern und stabile Bio-Erzeugerpreise in Krisenzeiten ihre Wirkung. Weitere Wachstumspotentiale für Mecklenburg-Vorpommerns Ökobetriebe werden insbesondere im Obst- und Gemüseanbau sowie der ökologischen Tierhaltung gesehen. 2016 kauften deutsche Haushalte für 9,48 Mrd. € Bio-Lebensmittel- und Getränke und gaben damit rund 10 % mehr für Bio-Produkte, als noch im Vorjahr, aus (Auswertungen des BÖLW, Februar 2017).

Quantitatives Ziel der Landesregierung ist es, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche mittelfristig auf 150.000 ha auszuweiten. Bis 2020 ist ein jährlicher Zuwachs von ca.. 5.000 ha geplant. Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen sollen maßgeblich dazu beitragen, den ökologischen Landbau in Mecklenburg-Vorpommern zu konsolidieren, zu stabilisieren und als Markenzeichen des Landes weiter zu entwickeln.

Der ökologische Landbau genießt in der Agrarpolitik der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern einen hohen Stellenwert. Dieser Stellenwert ergibt sich insbesondere aus den hohen Tierschutz- und Umweltanforderungen der ökologischen Wirtschaftsweise. Aufgrund dieser Bedeutung soll der ökologische Landbau im Land Mecklenburg-Vorpommern weiter entwickelt werden.

Das Landesprogramm für den ökologischen Landbau verfolgt strategisch das Ziel, die Eigenschaft „Regionalität“ aus dem Gesundheits- und Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern deutlich mit der Eigenschaft „aus ökologischem Landbau und ökologischer Tierhaltung“ zu verbinden. Nicht zuletzt ist eine stärkere Verbraucherinformation zu den Leistungen der Landwirtschaft beim Produktkauf über entsprechende Marketingkonzepte erforderlich.