Bürgerforum in Neubrandenburg - Minister im Dialog über Landwirtschaft und Wasser

Nr.155/17  | 05.05.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Wasser ist Leben und hat ein langes Gedächtnis“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt heute anlässlich des ersten Bürgerforums in Neubrandburg. In Mecklenburg-Vorpommern sind ausreichend Grundwasservorräte vorhanden. Allerdings sind regionale Unterschiede im Grundwasserdargebot zu verzeichnen: In den östlichen Landesteilen ist der Anteil potentiell nutzbaren Grundwasserdargebots, das für die Versorgung der Bevölkerung vorgehalten und unbedingt geschützt werden muss, deutlich geringer als in den westlichen Landesteilen.

Über ein Messnetz finden Beprobungen von 185 Überblicksmessstellen und 148 operativen Messstellen auf Pflanzenschutzmittel statt. Des Weiteren werden für das neue EU-Nitratmessnetz 49 Messstellen beprobt. Im Bereich um Neubrandenburg sind 2 Messstellen, bei denen im langjährigen Mittel keine Überschreitungen der Schwellenwerte für Nitrat, Sulfat und Chlorid auftraten.

Das Nitrat selbst ist nur in sehr wenigen Wasserwerken der beschränkende Faktor. Landesweit haben von den vorhandenen ca. 390 Wasserfassungen knapp 2 % einen oder mehrere Brunnen, die den Grenzwert von Nitrat (50 mg/l) überschreiten. Durch Mischung oder Überleitung bleibt das Reinwasser der betroffenen Wasserwerke unter dem Grenzwert und kann an die Bevölkerung abgegeben werden. Um Neubrandenburg wurde in keinem der Brunnen bisher Nitrat nachgewiesen.

„Um das Wasser zu schützen ist die Umsetzung der Nitratrichtlinie, die Novelle der Düngeverordnung, die Bundesverordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sowie die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, des Pflanzenschutzrechtes und des Wasserrechtes von unschätzbarem Wert“, betonte der Minister. „Jeder muss seine Verantwortung wahrnehmen“, so Backhaus weiter. „Die moderne Präzisionslandwirtschaft und die Berücksichtigung der Beschränkungen in Wasserschutzgebieten leisten einen großen Beitrag“, sagte er. Auch die Aktivitäten im Rahmen des Konzeptes zur Minderung diffuser Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Oberflächengewässer und in das Grundwasser, der AG Wasserrahmenrichtlinie und Waldwirtschaft sowie der AG Diffuse Nährstoffe sind zukunftsweisend.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es 1.044 landwirtschaftliche Betriebe, die auf einer Fläche von 287.200 ha arbeiten. Im Landkreis sind es 236.000 ha Ackerland und 50.000 ha Dauergrünland. Bei der Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen ist ein positiver Trend zu verzeichnen. Im Amtsbereich Mecklenburgische Seenplatte ist die Fläche, auf der Agrarumweltmaßnahmen wie z.B. der Anbau von vielfältigen Kulturen oder die extensive Grünlandnutzung, ausgeführt werden, von 9.891 ha im Jahr 2005 auf 25.810 ha in 2016 angestiegen. Im Amtsbereich Mecklenburgische Seenplatte werden 24.810 ha ökologisch bewirtschaftet. „Das heißt, immer mehr Landwirte sind bereit etwas für die Umwelt zu tun. Es sollten noch viel mehr ihrem Beispiel folgen“, hob Backhaus hervor.

Hintergrund:

Von 1991 bis 2016 sind im Gebiet des jetzigen Landkreises Mecklenburgische Seenplatte für 563 Abwasservorhaben ca. 169 Mio € Fördermittel des Landes eingesetzt worden. Im Bereich der Wasserversorgung wurden im gleichen Zeitraum mit ca.16 Mio € Fördermittel des Landes 153 Vorhaben bezuschusst. Zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wurden 514 ha für 5,8 Mio. € im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erworben. Seit 2011 wurden dort 12 Projekte an Gewässern I. Ordnung und 4 Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt sowie 13 Fischaufstiegsanlagen an Gewässern II. Ordnung gebaut.